Samstag, 8. Juli 2017

[Rezension] Als die schwarzen Feen kamen – Anika Beer


Titel: Als die schwarzen Feen kamen
Autor: Anika Beer
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 12. März 2012
Einband: Softcover
Seiten: 445
ISBN: 978-3-570401-47-7
Preis: 12,99 € [D]

Klappentext:
Völlig unerwartet wird die fünfzehnjährige Marie eines Tages von Gabriel, dem Schwarm ihrer Mitschülerinnen, angesprochen. Gabriel vermag die Wesen zu sehen, die sich im Schatten der Menschen verbergen, und in Maries Schatten bemerkt er etwas Beunruhigendes: einen Schwarm gefährlich anmutender schwarzer Feen. Gabriels Angebot, ihr zu helfen, lehnt Marie zunächst ab, doch als es den Feen gelingt, in die Realität einzubrechen, geht sie erneut auf ihn zu. Gemeinsam versuchen sie, das Wesen der schwarzen Feen zu ergründen. Dabei stoßen sie auf eine düstere Stadt aus Obsidian, die Marie einst in ihrer Phantasie schuf, die jetzt aber von den schwarzen Feen beherrscht wird. Mit Gabriels Hilfe will Marie es wagen, die Obsidianstadt zu betreten, um sich den Feen zu stellen ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Das Buch lag Ewigkeiten auf meinem SuB, bevor ich es jetzt endlich erlöst habe. Es hat mich ganz gut unterhalten, mehr aber auch nicht. Das größte Problem des Buches ist die Vorhersehbarkeit. Die große „Überraschung“ des Endes wird mehr als deutlich schon vorweggenommen – auf Seite 52. Aber auch kleinere Handlungsdetails, die Liebesgeschichte und die Frage, wer nun eigentlich der Bösewicht ist, sind ziemlich offensichtlich. Das liegt vor allem daran, dass leider einige Klischees bedient werden, vor allem im Hinblick auf die Bösewichte. Das hat mich wirklich enttäuscht. Aus einigen Stereotypen scheinen wir einfach nicht herauszukommen: Der Mörder ist immer der Gärtner, die Deutschen sind immer Neo-Nazis und so weiter.

Meine Schwierigkeiten hatte ich außerdem mit Protagonistin Marie. Sie ist zickig, ständig beleidigt und eindeutig immer noch pubertierend. Die vollkommen irrelevanten Auseinandersetzungen mit ihren vermeintlichen Freundinnen sind ein solcher Zickenkrieg, dass ich beinahe die Augen verdreht hätte. Hinzu kommt, dass Marie Gabriel anschmachtet als hinge ihr Leben davon ab. Mit den immer gleichen Worten beschreibt sie die immer gleichen Gedanken und Gefühle, die aufkommen, wenn sie in seiner Nähe ist. Daraus besteht im Grunde das erste Viertel des Buches. Zum Glück wird die Geschichte abwechselnd von Marie und Gabriel erzählt. Letzterer ist deutlich reifer und mehr auf die Sache konzentriert, sodass ich während seiner Kapitel ein wenig durchschnaufen konnte.

Als dann die Handlung, die nichts mit Maries zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun hat, endlich ins Rollen kam, wurde das Buch aber besser. Die Idee der Geschichte finde ich nach wie vor sehr interessant. Wie Marie ihre Feen hat, so hat jeder Mensch ein Monster in seinem Schatten, das aus Trauer, Wut und Angst besteht. Gabriel kann die Wesen in den Schatten sehen. Und diese Monster müssen unter Kontrolle gehalten werden, obwohl die meisten Menschen nicht einmal davon wissen. Diese Idee hat mich von Anfang an fasziniert und ich war mir eine Zeit lang nicht sicher, ob es sich tatsächlich um ein Fantasy-Buch handelt oder ob das alles bloß Metaphern sind. Letztendlich trifft beides zu, denke ich. Die Monster existieren in der Geschichte wirklich, aber für den Leser ist die Geschichte eine Metapher für den Kampf gegen Ängste, Depressionen und andere negative Gefühle, die manchmal die Kontrolle an sich reißen und mit sozialer Unterstützung besser im Zaum zu halten sind.

Fazit:
Das Buch hat mich ganz nett unterhalten. Die Handlung um die Feen ist interessant und die Idee fasziniert mich. Mir gefällt, dass die Kreaturen in den Schatten sowohl echte, physische Monster als auch metaphorische, psychische Gegner sind. Gleichzeitig war die Handlung aber leider sehr vorhersehbar. Es werden eine Menge Klischees und Stereotype bedient. Auch konnte ich mit Protagonistin Marie nichts anfangen. Zwischen den Zickenkriegen mit ihren vermeintlichen Freundinnen und ihrer dauerhaften Schwärmerei für Gabriel kommt sie kaum zur Geltung. Insgesamt vergehe ich an „Als die schwarzen Feen kamen“ daher drei Schreibfedern.

0 Kommentare

Kommentar veröffentlichen