Montag, 31. Juli 2017

[Rezension] Der Prinz der Elfen – Holly Black


Titel: Der Prinz der Elfen
Autor: Holly Black
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 03. April 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 407
ISBN: 978-3-570164-09-9
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Die Geschwister Hazel und Ben leben in Fairfold, einem Ort, der an das Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten schläft dort, mitten im Wald, ein Elfenprinz in einem gläsernen Sarg – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt. Auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben, vertrauen sie dem schlafenden Jungen all ihre Geheimnisse an.
Inzwischen ist Hazel sechzehn und rechnet nicht mehr damit, dass der Prinz aufwacht. Doch als der Sarg eines Tages leer ist, steht ihre Welt Kopf. Plötzlich finden sich die Geschwister in einem Machtkampf wieder, bei dem Hazel die Rolle annehmen muss, die sie schon als Kind erträumt hat: als Ritter gegen ein Monster kämpfen ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Es hat ewig gedauert, bis ich endlich in Stimmung war, um dieses Buch zu lesen. Leider hat diese Motivation dann gleich am Anfang auch wieder einen Dämpfer erlitten, denn der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht wirklich gelungen. Im Klappentext werden die Verhältnisse klar dargestellt: Menschenort, Elfenreich. Im Buch selbst wird jedoch alles verschwommen und undeutlich geschildert. Es gab kaum Erklärungen zu den Elfen, ich konnte mir keine richtige Vorstellung von ihrer Lebensweise machen und wann und warum Elfenmagie an welchen Orten wirkt, ist auch nicht greifbar erläutert gewesen. Die Menschenwelt und die Elfenwelt flossen einfach irgendwie ineinander.

Geholfen hat auch nicht, dass ich in der Geschichte selbst lange keinen roten Faden entdecken konnte. Die Handlung plätscherte vor sich hin, ohne dass es wirklich etwas zu berichten gegeben hätte. Dazu kam dann auch noch eine verwirrend Erzählweise. Meist ist Hazel die Protagonistin, der der Erzähler folgt, doch wenn es gerade passt, wechselt die Perspektive auch schon mal mitten im Kapitel auf eine andere Figur. Viele Zeitsprünge gibt es zu Beginn auch, denn statt Voraussetzungen für aktuelle Gegebenheiten erklären, springt das Buch immer zu der jeweiligen Zeit zurück und lässt die Handlung praktisch „live“ ablaufen. Für all diese Sprünge in der Zeit oder der Perspektive gibt es keinerlei Markierung, das ist lediglich dem Text selbst zu entnehmen. Neben der schwammigen Konstruktion der Welt hat mich die Erzählweise damit noch zusätzlich verwirrt.

Mit der Zeit, als dann endlich die aktuelle Handlung ins Rollen kam, ist das Buch dann aber immer besser geworden. Es kam Spannung auf, denn außer dem verschwundenen Prinzen regt sich auch noch ein altes, geheimnisvolles Monster im Wald. Dieses Monster greift Fairfold und seine Bewohner immer wieder an, während diese sich alle Mühe geben, die offensichtlich übernatürlichen Ereignisse zu ignorieren oder umzuinterpretieren. Daraus ergeben sich mehrere Rätsel, die teilweise wirklich überraschend aufgelöst werden. Je mehr sich die Handlung entfaltet hat, desto mehr konnte mich da Buch mitreißen. Insbesondere das Ende fand ich dann sogar richtig gelungen.

Die Konzeption der Charaktere hat mir ebenfalls sehr gefallen. Das Buch beinhaltet eine märchenhafte Geschichte mit Prinzen und Rittern, ohne dabei die gängigen Klischees zu bedienen, denn Mädchen und Jungen scheinen so ein bisschen die Rollen zu tauschen. Rollen, Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen entsprechen nicht den üblichen Vorstellungen. Dadurch war das Buch in dieser Hinsicht wunderbar erfrischend. Das gilt auch für die obligatorischen Liebesgeschichten, bei denen es ausnahmsweise keine Dramen, Missverständnisse und Liebesdreiecke gibt. Alles ist, wie es scheint, oder kommt, wie vermutet, sodass der Fokus des Buches auf der Handlung liegt und nicht auf den Irrungen und Wirrungen jugendlicher Liebe.

Fazit:
Der Einstieg in die Geschichte ist mir schwer gefallen. Am Anfang fehlt der rote Faden, die Handlung plätschert vor sich hin und immer wieder wird in der Zeit oder der Perspektive gesprungen. Außerdem ist die Welt schwammig konzipiert und es fehlen häufig Erklärungen. Als die Handlung dann in Schwung kam, wurde das Buch aber immer besser. Es gab spannende Stellen und überraschende Erkenntnisse. Die Charaktere brechen aus den gängigen Rollen aus und es wird auf Liebesdramen verzichtet. „Der Prinz der Elfen“ bekommt für eine misslungene erste und eine überzeugende zweite Hälfte insgesamt drei Schreibfedern.


Ich bedanke mich beim cbt Verlag und beim Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Hallo liebe Jenny!

    Ich habe dieses Buch auch auf dem SuB und sogar schon hineingeschnuppert. Aber der Einstieg fiel mir ähnlich schwer wie dir, weshalb ich das Buch dann wieder aus der Hand gelegt habe. Aber wenn es nach einigen Seiten besser wird, dann werde ich mich nochmal daran versuchen. ;)

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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    1. Hey Nina,

      "nach einigen Seiten" ist vielleicht etwas optimistisch ausgedrückt. Es hat schon mindestens ein Drittel der Seiten gedauert, bis ich mich mit der Geschichte anfreunden konnte. Aber für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt, das bis zum Ende durchzuziehen. Ich wünsche dir viel Erfolg, wenn du es noch mal versuchst.

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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