Donnerstag, 6. Juli 2017

[Rezension] Die Dämonenakademie: Die Inquisition – Taran Matharu


Titel: Die Dämonenakademie – Die Inquisition
Autor: Taran Matharu
Verlag: Heyne fliegt
Erscheinungsdatum: 22. Mai 2017
Einband: Softcover
Seiten: 485
ISBN: 978-3-453269-93-4
Preis: 12,99 € [D]

Klappentext:
Auf Fletcher und seine Freunde an der Dämonenakademie wartet eine ganz besondere Herausforderung: Die Schüler des Abschlussjahrgangs werden auf eine gefährliche Mission ins Reich der Orks geschickt – und das ganze Königreich schaut ihnen dabei zu. Erfüllen sie ihren Auftrag, erwarten sie Ruhm, Ehre und endlich Frieden in Hominum. Gemeinsam mit ihren Dämonen machen sie sich auf den Weg ins Abenteuer. Doch in ihrer Mitte gibt es einen Verräter ...

Einordnung:
- Wie alles begann (Kurzgeschichte, Prequel)
- Der Erwählte (Teil 1) 
- Die Inquisition (Teil 2)
- Die Prophezeiung (Teil 3, erscheint im Januar 2018)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Das Buch hat mir eine schlaflose Nacht beschert, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Atmosphäre hat mich sofort in die Geschichte gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Dieses Buch ist alles andere als ein typischer Mittelteil, denn es steht dem genialen ersten Band in nichts nach.
Es beginnt mit Fletchers Gerichtsverhandlung, nachdem er ein Jahr in einem dunklen Kerker eingesperrt war. Obwohl der Klappentext ja schon verrät, dass Fletcher es irgendwie schaffen muss, aus der Haft zu entkommen, war die Verhandlung wahnsinnig spannend. Ich habe Fletchers ohnmächtige Wut gegen das gestellte Verfahren mit ihm geteilt, wurde von einigen Enthüllungen überrascht und habe bis zum Schluss gebangt.
Das hat sich auch nicht geändert, als im Anschluss daran die Mission begann, auf die Fletcher, seine Freunde und aber auch seine Feinde geschickt werden. Die Geschichte war einfach von vorne bis hinten packend. Ich kann den dritten und letzten Band jetzt schon kaum noch erwarten.

Spannend gewesen ist das Buch vor allem wegen der unvorhersehbaren Handlung. Einige Dinge konnte ich mir denken, aber oftmals hatte ich nicht die geringste Vorstellung davon, wie es denn weiter gehen sollte. Besonders in Bezug auf den Verräter bin ich bis zum Schluss im Dunklen getappt, obwohl ich eine Menge Charaktere zwischenzeitlich in Verdacht hatte. Das und das Ende dieses Buches habe ich wirklich nicht kommen sehen.
Neben dem spannenden Drama ist dieser zweite Teil jedoch auch inhaltlich interessant, denn gemeinsam mit den Figuren dringt der Leser in bisher unbekannte Gebiete der Welt vor, die bevölkert sind von Wesen, die in der Geschichte bisher noch nie aufgetaucht sind. Ganz naiv habe ich angenommen, dass Fletchers Vorstellungen vom Rest der Welt zutreffen, sodass ich gemeinsam mit ihm mehr als überrascht sein konnte. Es hat mir gut gefallen, wie das Buch mich neugierig gemacht hat.

Am allerbesten hat mir jedoch auch in diesem Buch wieder Protagonist Fletcher gefallen. Wie schon im ersten Teil habe ich auch hier wieder sofort eine Verbundenheit mit ihm verspürt. Er denkt und handelt wie ich und hat dieselben Ideen und Impulse. Dadurch hat die Geschichte mich unglaublich mitgerissen, denn wenn ich wollte, dass sie sich in eine bestimmte Richtung entwickelt, hat Fletcher dafür gesorgt, dass sie das getan hat. Er hat alles, was ich mir je von einem Protagonisten gewünscht habe.
Besonders erwähnenswert finde ich die Tatsache, dass er nicht der Prototyp eines Helden ist. Er sieht sich nicht als „der Gute“, der auf Biegen und Brechen jedem das Leben retten muss, auch wenn alle schon vorher wissen, dass irgendein geretteter Feind ihm am Ende das Genick brechen wird. Wenn ihn die Wut überkommt, folgt er seinen Impulsen, auch wenn sie gewalttätig sind. Darin habe ich mich auf Ebene der Geschichte zutiefst mit ihm verbunden gefühlt, denn manchmal wollte ich einfach, dass bestimmte Charaktere den Tag nicht überleben. Moralisch mag das fraglich sein, aber ich habe mich sehr gefreut, mit Fletcher einen Protagonisten kennen zu lernen, der das genauso sieht und nicht übermäßig altruistisch und gutherzig ist. Immerhin befinden sie sich im Krieg.

Fazit:
Das Buch hat mir genauso gut gefallen wie der erste Teil. Die Handlung war spannend, es gab mehrere überraschende Enthüllungen, die neuen Orte und Spezies fand ich sehr interessant und die Atmosphäre hat mich so gepackt, dass ich das Buch in einer Nacht durchgelesen habe. Ich konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Außerdem bin ich nach wie vor ein bisschen verliebt in Fletcher. Das Gefühl der Verbundenheit war von der ersten Seite an da und er denkt noch immer, was ich denke, tut, was ich tun würde, und folgt auch fragwürdigen Impulsen genau so, wie ich es mir gewünscht habe. „Die Dämonenakademie – Die Inquisition“ ist ein rundum gelungener zweiter Teil, der alle fünf Schreibfedern bekommt.


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Heyne fliegt Verlag und das Bloggerportal Randomhouse.

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