Dienstag, 11. Juli 2017

[Rezension] Die Farben des Blutes: Goldener Käfig – Victoria Aveyard


Titel: Die Farben des Blutes - Goldener Käfig
Autor: Victoria Aveyard
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 30. Juni 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 635
ISBN: 978-3-551583-28-4
Preis: 23,99 € [D]

Klappentext:
Mare, die rote Rebellin mit den Silber-Kräften, kehrt zurück an den Hof – doch dieses Mal nicht als falsche Prinzessin oder Spionin. Sie ist jetzt eine Gefangene der Krone, ein Spielball der Macht. Um sie herum spinnt der junge König sein Netz aus Intrigen, Lügen und unerwarteten Bündnissen. So hofft er die Kontrolle zu behalten über ein Land, das an der Schwelle zur Revolution steht.

Einordnung:
- Die rote Königin (Teil 1) 
- Gläsernes Schwert (Teil 2) 
- Goldener Käfig (Teil 3)
- noch unbekannt (Teil 4)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Auf dieses Buch habe ich mich schon ewig gefreut, weil ich die Geschichte um Mare wirklich liebe. Deshalb wollte ich dann auch gleich mal in die ersten Kapitel rein lesen. Tja, was soll ich sagen? „Rein lesen“ ist ausgeartet in acht Stunden Dauerlesen, bis ich die Augen einfach nicht mehr offen halten konnte. Das Buch war so spannend, dass ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Leider war es zu dick, um es an einem Stück zu verschlingen.

Die Handlung hat mich von der ersten Seite an mitgerissen, obwohl phasenweise gar nicht so viel passiert ist. Denn generell ist das Buch ganz schön politisch. Zum Großteil wird die Geschichte wieder von Mare erzählt, die sich als Gefangene am Königshof befindet. Doch da Maven sie gerne zur Schau stellt oder als sein Spielzeug verwendet, bekommt sie trotzdem viele Entwicklungen mit, wenn auch nur vor- oder nachher durch Erzählungen und nicht „live“. Jetzt im Nachhinein fällt mir auf, dass manchmal ganz Kapitel nur aus Mares Monologen bestehen. Das ist jedoch keinesfalls langweilig, weil die Entwicklungen spannend sind und der Schreibstil packend. Damit wird der Leser immer auf dem Laufenden gehalten, wie sich das Land gerade entwickelt. Immer wieder schließt Mare von Mavens Verhalten auf seine Gedanken und leitet daraus sein künftiges Verhalten ab. Oder sie erfährt von bestimmten Handlungen und schließt daraus auf die Ursachen und Gründe. Das liefert ein vollständiges Bild zur Handlung aus der Perspektive des Königshofs. Es hat mir sehr gefallen, auch mal die Hintergründe zu verstehen und mir nicht bloß auf Basis der Konsequenzen alles selbst zusammen reimen zu müssen.
Zwischendurch werden aber auch immer wieder einzelne Kapitel von Cameron erzählt, die sich als Neublüter bei der Scharlachroten Garde aufhält. Damit wird der Leser auch aus dieser Perspektive mit einem steten Strom von Informationen versorgt. Zwar sind diese Informationen nicht so umfassend, da die Garde nach dem Motto operiert, dass niemand mehr wissen soll als er wissen muss, aber es hilft trotzdem, die Entwicklungen nachzuvollziehen.

Die Einblicke in die Unternehmungen der Scharlachroten Garde sind es auch, bei denen ich zuerst etwas den Überblick verloren habe. Denn was sich schon im letzten Band angekündigt hat, wird hier nun weiter ausgeführt: Die Rebellion gegen die Zwei-Klassen-Gesellschaft betrifft nicht nur das Königreich Norta, sondern auch die umliegenden Länder. Bei diesen handelt es sich jedoch nicht nur um Königreiche, sondern auch Fürstentümer und demokratische Republiken. Sie alle sind in irgendeiner Art und Weise in den Konflikt eingebunden, teils aktiv, teils passiv, teils freiwillig und teils gezwungenermaßen. Hinzu kommt dann, dass auch das Königreich Norta langsam aber sicher zerfällt, die einzelnen Häuser rebellieren und sich lossagen – oder eben auch nicht. Es hat nicht lange gedauert, bis ich den Überblick verloren hatte, wer nun auf wessen Seite steht, welche Seiten es eigentlich überhaupt gibt und wer warum wessen Marionette ist. Der ganze Konflikt ist dermaßen komplex geworden, dass ich Stift und Zettel gebraucht hätte, um alles nachvollziehen zu können. Auf der einen Seite hat mich das gestört, weil ich manchmal etwas verwirrt war, auf der anderen Seite haben die Komplexität und das Chaos aber dafür gesorgt, dass die Handlung unvorhersehbar wurde. Es änderte sich ständig alles, die Handlung war immer in Bewegung und die Umstände haben sich laufend verändert. Das war richtig gut gemacht, für mein Hirn nur leider einen Tick zu viel.

Fazit:
Das Buch hat mich von der ersten Seite an so mitgerissen, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Obwohl die Handlung an vielen Stellen sehr politisch ist, ist die Geschichte spannend gewesen. Da Mare aus der Perspektive des Königshofs und Cameron aus der Perspektive der Scharlachroten Garde berichtet, hatte ich als Leser ein vollständiges Bild zu Ursachen, Gründen und Konsequenzen verschiedener Entwicklungen inklusive Hintergrundinformationen. Das hat mir sehr gefallen. Leider ist der Konflikt gegen Ende so komplex geworden, dass ich nicht mehr ganz folgen konnte. Zwar wurde die Handlung dadurch unvorhersehbar, aber ich war öfter verwirrt als mir lieb war. „Goldener Käfig“ bekommt daher vier Schreibfedern von mir.

Kommentare:

  1. Hallo Jenny,
    eine wirklich tolle Rezi.
    Leider weiß ich noch nicht genau, ob ich den dritten Band lesen werde. Den zweiten Band habe ich leider abgebrochen :( irgendwie hat er mir nicht ganz gefallen. Aber vielleicht sollte ich ihm noch eine Chance geben?!

    Liebe Grüße
    ♥ Katha von Buecher_Bewertungen1 ♥

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    1. Hey Katha,

      generell würde ich immer sagen "Noch eine Chance!". Aber wenn du den zweiten Band abgebrochen hast, bin ich nicht sicher, ob dir der dritte Teil gefallen würde. Kommt drauf an, warum du den zweiten Teil abgebrochen hast. Da ich ihn absolut genial fand, fällt mir kein Grund ein. :D

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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