Montag, 30. Oktober 2017

Neuzugänge #87

Kurz vor Toresschluss sind noch ein paar neue Bücher bei mir eingezogen. Und da nach 15 Stunden ohne Storm und heißes Wasser und nach 37 Stunden ohne Telefon und Internet die Sturmschäden beseitigt sind, kann ich euch auch daran teilhaben lassen. Vermutlich sind es die letzten Rezensionsexemplare für den Rest des Jahres, weil es für mich kaum noch interessante Neuerscheinungen gibt. Auf diese Bücher freue ich mich aber noch sehr.



Herrscherin der tausend Sonnen (Q)
Bisher ist der Hype um intergalaktische Sciene-Fiction Romane völlig an mir vorbei gegangen. Der Klappentext zum Buch von Rhoda Belleza hat mich allerdings neugierig gemacht. Ich bin gespannt, ob mich der interplanetarische Krieg überzeugen kann. Da das Buch ein Rezensionsexemplar ist, werde ich es auf jeden Fall nächsten Monat lesen. 


Iskari 1: Der Sturm naht (Q)
Das Buch von Kristen Ciccarelli ist ebenfalls ein Rezensionsexemplar, auf das ich echt schon gespannt bin. Drachen haben es mir schon ein wenig angetan. Die Geschichte klingt sehr interessant, vor allem, weil ich mir die Frage stelle, ob die Drachen in diesem Buch tatsächlich ausnahmsweise wieder böse Kreaturen sind. Das Buch steht auch für den nächsten Monat auf der Leseliste.


Witch Hunter 2: Herz aus Dunkelheit (Q)
Der zweite Teil der Reihe von Virginia Boecker ist bei mir eingezogen, weil ich keine Versandkosten zahlen wollte. Den ersten Band fand ich ganz interessant, also freue ich mich schon auf die Fortsetzung. Ich hoffe darauf, die Reihe noch dieses Jahr zu beenden, auch wenn ich die Serienkiller-Challenge bereits beendet habe.

Sonntag, 29. Oktober 2017

[Rezension] Mythos Academy 1: Frostkuss – Jennifer Estep


Titel: Mythos Academy - Frostkuss
Autor: Jennifer Estep
Verlag: IVI
Erscheinungsdatum: 12. März 2012
Einband: Softcover
Seiten: 373
ISBN: 978-3-492702-49-2
Preis: 14,99 € [D]


Im Mittelpunkt der Serie steht die 17-jährige Gwen Frost, die über ein außergewöhnliches Talent verfügt: Sie besitzt die »Gypsy-Gabe« – bei der eine einzige Berührung ausreicht, um alles über einen Gegenstand oder einen Menschen zu wissen. Doch dabei spürt Gwen nicht nur die guten Gefühle, sondern auch die schlechten und die gefährlichen. Auf der Mythos Academy soll sie lernen, mit ihrer Gabe sinnvoll umzugehen. Aber was Gwen nicht weiß: Die Studenten werden dort ausgebildet, um gegen den finsteren Gott Loki zu kämpfen. Und obwohl sie der Meinung ist, an der Mythos Academy nichts verloren zu haben, erkennt Gwen bald, dass sie viel stärker ist als gedacht und all ihre Fähigkeiten brauchen wird, um gegen einen übermächtigen Feind zu bestehen.


- Frostkuss (Teil 1)
- Frostfluch (Teil 2)
- Frostherz (Teil 3)
- Frostglut (Teil 4)
- Frostnacht (Teil 5)
- Frostkiller (Teil 6)


„Ich kenne dein Geheimnis.“
(Seite 7)


Obwohl ich die Idee der Geschichte am Anfang noch ganz interessant fand, war vom ersten Kapitel an die enorme Ladung Klischees, die dieses Buch bedient, nicht zu übersehen. Gwen ist eine siebzehnjährige Protagonistin, deren Leben sich drastisch ändert, nachdem ihre Mutter gestorben ist und sie zur Waise wird (abgesehen von der Großmutter). Sie liebt Comics, läuft nur in Kapuzenpullovern herum und hat nicht besonders viel Geld. Das fällt natürlich besonders auf, als sie neu auf die Mythos Academy kommt, wo alle Schüler reich und mächtig sind, stets nur die neusten Designerklamotten tragen und dazu allerhand echten Schmuck. Außerdem sind alle auf der Mythos Academy Nachfahren von großen Kriegern, während Gwen nur ihre Gypsy-Gabe hat. Daher hat sie das Gefühl, eine Außenseiterin zu sein, überhaupt nicht auf diese Schule zu gehören und besser zu sein als ihre mit Geld vollgepumpten Mitschüler. Damit besteht die ganze Konzeption der Geschichte schon nur aus Klischees und Stereotypen. Hinzu kommt in der Handlung dann beispielsweise noch, dass Gwen mehrfach zufällig mit dem geheimnisvollen, gefährlichen Bad Boy in Lederjacke zusammenstößt, in den sie sich natürlich Hals über Kopf verliebt – obwohl sie weiß, dass er die Matratzen der Mädchen signiert, mit denen er schon geschlafen hat. Und so weiter. Die Autorin hat wirklich jedes einzelne Jugendbuch-Klischee bedient, das mir einfällt. Das machte das Buch langweilig, die Handlung vorhersehbar und die Geschichte abgenutzt.

Relativ bald wurde auch der Schreibstil anstrengend. Die unzähligen Wiederholungen gingen mir unfassbar auf die Nerven. Teilweise klang Gwen wirklich wie eine kaputte Schallplatte. Besonders schlimm waren ihre Begegnungen mit den Statuen. Wenn Gwen an einer Statue einer Person oder eines mythischen Wesens vorbei geht, hat sie das Gefühl, dass diese Statue lebendiger ist als sie sein sollte. Sie fühlt sich beobachtet und befürchtet, die Statue könnte jeden Moment zum Leben erwachen, um sie zu vernichten. Diese Gefühle werden jedes Mal ausführlich mit annähernd der gleichen Wortwahl beschrieben, wenn Gwen an einer Statue vorbei geht. Und in der Mythos Academy stehen überall unzählige Statuen, sodass ich diesen Absatz gefühlt mehrere Dutzend Mal lesen musste. Dasselbe gilt beispielsweise auch für Personen mit purpurfarbenen Augen. Jedes Mal, wenn diese Personen auftauchen, muss die Augenfarbe nochmals erwähnt werden und dass sie zwischen Purpur und Grau liegt und Gwen an die Dämmerung erinnert. Jedes einzelne Mal. Und dann erzählt sie natürlich auch noch von ihrer Gypsy-Gabe, ihre Psychometrie, ihrer Fähigkeit, Dinge anzufassen und alles darüber zu wissen, ihrer Fähigkeit zu sehen und so weiter. Fast auf jeder Seite wird das einmal angesprochen und Gwen nutzt nie nur einen einzigen Begriff, sondern klatscht jedes Mal eine unendliche Liste von Synonymen dahinter.
Diese Wiederholungen beschränken sich aber nicht auf die Beschreibungen von Personen, Objekten oder Gefühlen, sondern betreffen auch die Handlung. In mehreren Situationen funktioniert zum Beispiel Gwens Gabe überraschenderweise nicht. Die Situationen erlebt der Leser immer gemeinsam mit Gwen. Das scheint die Autorin aber vergessen zu haben, denn wann immer Gwens Gypsy-Gabe einen Aussetzer hat, wird jede einzelne Situation aufgelistet, in der das bisher schon einmal passiert ist. Dabei wird ebenfalls ein beinahe identischer Wortlaut verwendet. Zusammenfassungen der bisherigen Handlung finden sich damit in so gut wie jedem Kapitel.

Wenn alle Wiederholungen der bisherigen Handlung oder Wiederholungen der Beschreibungen aus dem Buch gestrichen werden würden, würden kaum mehr als 100 Seiten übrig bleiben. Das macht einen weiteren Kritikpunkt am Buch deutlich: Es hat keine Handlung. Nachdem auf den ersten Seiten die beliebteste Schülerin der Schule ermordet wurde, hört die Handlung auf. Gwen schleicht ein bisschen herum, verliebt sich in den Bad Boy, zieht gedanklich über ihre Mitschülerinnen her und verleugnet beharrlich alle übernatürlichen Vorkommnisse. Auf den letzten Seiten folgt dann noch eine vorhersehbare, schnelle und langweilige Auflösung. Die Handlung des Buches, die nichts mit Gwens stereotypem Teenager-Verhalten zu tun hat, lässt sich in einem Satz zusammenfassen.
Wenn dieser Mangel an Handlung wenigstens durch Erklärungen oder Informationen, die Gwen in dieser auch für sie neuen Welt erfahren muss, kompensiert worden wäre, wäre das Buch deutlich interessanter gewesen. Leider ist Gwen deutlich minderbemittelt, sodass sie sich mit solchen Dingen gar nicht auseinandersetzt. Sie hat eine eindeutig übernatürliche Gabe und geht auf eine Schule mit Jugendlichen, die übernatürlich stark und schnell sind und Magie beherrschen. Aber bis fast zum bitteren Ende beharrt Gwen darauf, dass sie nicht an Götter, Magie und Mythen glaubt. Aus diesem Grund hört sie im Unterricht nie zu, sodass auch ich als Leser keinerlei Informationen erhalten habe – außer, dass Gwen nicht zuhört, weil sie das alles lächerlich findet. Zudem versteht sie im Grunde nie die Zusammenhänge, blickt überhaupt nicht durch, hat eine völlig verdrehte Vorstellung von Moral und steht selbst bei Offensichtlichkeiten noch unfassbar lange auf dem Schlauch. Damit kommt die Geschichte natürlich auch auf Ebene der Informationen überhaupt nicht vom Fleck.


Dieses Buch ist vom Deckel bis zur Rückseite mit Klischees und Stereotypen vollgestopft, hat bis auf die ersten und letzten Seiten keine nennenswerte Handlung, wird erzählt von einer minderbemittelten, um nicht zu sagen strohdummen, Protagonistin und beinhaltet unzählige wortwörtliche Wiederholungen von Beschreibungen und Situationen. Lesevergnügen war da leider keines zu finden. Ich fand das Buch langweilig, abgenutzt und vorhersehbar, konnte überhaupt keine Spannung finden und war spätestens in der Mitte einfach nur noch unfassbar genervt. „Mythos Academy 1 – Frostkuss“ war eine Katastrophe und bekommt dafür nur eine Schreibfeder.

Freitag, 27. Oktober 2017

[Gewinnspiel > Auslosung] Vielen Dank an meine 200 Follower!

Liebe Leser,
vor elf Tagen startete das erste Gewinnspiel auf meinem Blog. Damit wollte ich mich bei den mittlerweile 200 Followern meines Blogs bedanken. Gestern endete das Gewinnspiel und nun folgt die Auslosung. Viel Erfolg allen Teilnehmern!


Gewinn #1: Die Fäden der Zeit

Gewonnen hat...



Gewinn #2: Dämonenasche

Gewonnen hat...


Herzlichen Glückwunsch!

Ich habe euch per Mail benachrichtigt. Bitte schickt mir bis Donnerstag, 02. November 2017, um 23.59 Uhr eure Postadressen zu, damit sich die Bücher auf den Weg machen können. :)

Mittwoch, 25. Oktober 2017

[Rezension] Phoenix 2: Erbe des Feuers – Ann-Kathrin Karschnick


Titel: Phoenix – Erbe des Feuers
Autor: Ann-Kathrin Karschnick
Verlag: Papierverzierer
Erscheinungsdatum: 09. Oktober 2014
Einband: Softcover
Seiten: 465
ISBN: 978-3-944544-51-9
Preis: 14,95 € [D]


In Paris haben sich die Seelenlosen zu einem Untergrund formiert, der das aus den Fugen geratene Weltsystem bekämpft. Nur wo hört das Verteidigen auf und wo beginnt ein Krieg auf Grund von Diskriminierung und Rassenhass? Außerdem treibt ein Mörder sein Unwesen und meuchelt die Seelenlosen selbst dort, wo sie sich als Gemeinschaft versteckt halten. Niemand scheint mehr sicher zu sein. Befindet sich der Feind etwa in den eigenen Reihen? Und wenn ja, kann man ihn dann trotz seiner übernatürlichen Kräfte aufhalten?


- Tochter der Asche (Teil 1)
- Erbe des Feuers (Teil 2)
- Kinder der Glut (Teil 3)


„Sie werden da sein!“
(Seite 9)


Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

In der Rezension zum ersten Band der Reihe habe ich bereits erwähnt, dass mich die Liebesgeschichte zwischen Tavi und Leon am Ende nicht mehr vollständig überzeugen konnte. Leider muss ich sagen, dass sie mich in diesem Buch endgültig verloren hat. Einzeln mag ich die beiden Erzähler noch immer und finde ihre Handlungen und Entwicklungen spannend. Doch sobald sie miteinander interagieren oder über ihre Liebe nachdenken, wurden sie unausstehlich. Tavi wirkt die meiste Zeit ziemlich gefühlskalt. Von ihrer Liebe zu Leon ist gar nichts zu spüren, auch wenn sie sie hin und wieder erwähnt. Sie wirkt oft gleichgültig ihm gegenüber, außer wenn er in Gefahr ist. Sobald er verletzt oder entführt ist, handelt sie vollkommen hirn- und planlos. Hexe Katharina sagt sehr passend, dass sie sich verhält wie eine Siebzehnjährige. Erfolgversprechende Pläne, jahrtausendelange Beherrschung und mächtige Verbündete werden einfach über Bord geworfen und sie stürzt sich kopfüber in eine Dummheit nach der anderen. Scheinbar hat sich überhaupt nichts daraus gelernt, dass dieses Verhalten ihn beim ersten Mal das Leben gekostet hat. Leon dagegen ist ständig eifersüchtig und extrem besitzergreifend. Die ganze Zeit himmelt er Tavi an, nur um dann schon bei absoluten Nichtigkeiten an ihrer Beziehung zu zweifeln. Er kann in Herzen sehen und weiß, was die Menschen um ihn herum fühlen, aber er stürzt in ein bodenloses Loch der Verzweiflung, nur weil sich Tavi mit einem anderen Mann unterhält. Ich habe versucht, den Gefühlen der beiden zu folgen, aber ihr Verhalten ist völlig maßlos. Das konnte mich wirklich gar nicht überzeugen.

Ein weiteres Problem, das ich mit dem Buch hatte, betrifft die Vorhersehbarkeit. Den groben Rahmen dieses Bandes habe ich zwar erst gemeinsam mit den Charakteren durchschaut, aber viele Details waren lange vor der Auflösung offensichtlich. Das betrifft vor allem vermeintlich überraschende Enthüllungen rund um die Personen. Die Anzahl der tiefer elaborierten Charaktere ist so gering, dass ich selbst aus vermeintlich nichtssagenden Informationen immer schon ableiten konnte, um wen es geht. Wenn es einen männlichen Informanten gibt und im bisherigen nur ein Mann mit mehr als seinem Namen genannt wurde, dann liegt die Vermutung nahe, dass es sich um ihn handelt. Wenn eine junge Frau gesucht wird und in einem ganz anderen Kontext eine junge Frau auftaucht, dann muss ich keine Hexe sein, um zu wissen, dass es wohl dieselbe Person ist. Wenn nur eine einzige weibliche Jägerin genauer bekannt ist und dann eine weibliche Jägerin angekündigt wird, dann weiß ich ziemlich sicher schon bei der Ankündigung, wer gleich durch die Tür treten wird. Die wenigen auftauchenden Charaktere sind alle vielschichtig, gut ausgebaut und greifbar, nur geht das leider auf Kosten von Überraschung und Dramatik, wenn ich die große Offenbarung des Epilogs schon hunderte Seiten vorher erraten habe.

In allen anderen Aspekten hat mir das Buch aber gut gefallen. Es gibt jede Menge Handlung, weil die Welten der Menschen und der Seelenlosen zunehmend aufeinander treffen. Ohne Rücksicht aufeinander verfolgen sie dabei jeweils ihre eigenen Ziele. Damit gibt es keine Gruppe, der sich Tavi und Leon anschließen können. Stattdessen müssen sie an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen. Mit Paris hat die Handlung außerdem ein neues Setting, das den Rahmen der Geschichte vergrößert. Zum einen wird damit das geeinte Europa greifbarer, zum anderen werden interessante neue Charaktere eingeführt. Bei der Gelegenheit gab es auch viele neue Informationen über die verschiedenen übernatürlichen Wesen wie Dschinns, Banshees und Eisriesen. Interessant war die Geschichte damit von Anfang an. Außerdem hat sie mich neugierig gemacht, weil ich genau wie Tavi lange nicht wusste, welche Geheimnisse der Untergrund hat. Ihr eigentliches Ziel sowie der Weg dahin haben mich wirklich überrascht. Es gibt immer noch viele ungeklärte Fragen und Rätsel, sodass ich mich schon auf den letzten Band freue.


Grundsätzlich hat mir das Buch gefallen. Es gibt ein neues Setting, interessante neue Informationen und spannende neue Charaktere. Mehrfach konnte mich die Handlung überraschen. Leider waren Enthüllungen bezüglich der Personen meist sehr offensichtlich. Weil nur wenige Charaktere genauer vorgestellt werden, haben selbst nichtssagende Andeutungen wie Geschlecht und/oder Alter schon verraten, um wen es sich handelt, auch wenn der Name erst viele (manchmal hunderte) Seiten später genannt wurde. Außerdem ist die Liebesgeschichte zunehmend schrecklicher geworden. Beide Figuren verhalten sich völlig maßlos – Tavi abwechselnd gefühlskalt und hirnlos, Leon extrem eifersüchtig und übertrieben dramatisch. Da mir „Phoenix – Erbe des Feuers“ nicht ganz so gut gefallen hat wie der ersten Band, vergebe ich drei Schreibfedern.

Samstag, 21. Oktober 2017

[Rezension] App „Operation Helix“ zum Roman von Marc Elsberg

Startbildschirm

Name: Operation Helix
Entwickler: Verlagsgruppe Random House GmbH
Kategorie: Spiele > Abenteuer
Preis: 2,99 € [D]

Worum geht’s?
Plötzlich bist du mittendrin: Phil schickt dir eine Nachricht und bittet dich verzweifelt um Hilfe. Er ist Erzieher in einer abgeschirmten Forschungseinrichtung, in der das Verhalten von Kindern studiert wird. Aber mit diesen Kindern stimmt etwas ganz und gar nicht … Phil kann niemandem trauen, seine Kontakte werden überwacht und selbst Polizei und Geheimdienste stecken in der Sache mit drin. Als die Lage im Forschungszentrum eskaliert bist du der Einzige, der ihm jetzt noch helfen kann. Hilf Phil zu entkommen und das Rätsel um die mysteriösen Kinder zu lüften!

Wie funktioniert's?
Es handelt sich um ein interaktives Messenger-Abenteuer. Protagonist Phil hält den Spieler mit Textnachrichten auf dem Laufenden darüber, was in der Forschungseinrichtung passiert. Darin beschreibt er unter anderem immer die aktuelle Situation und seinen derzeitigen Standort. Im Laufe der Geschichte müssen immer wieder Entscheidungen getroffen werden, die der Spieler für Phil übernimmt. Je nachdem, wofür der Spieler sich entschieden hat, geht das Spiel unterschiedlich weiter – bis Phil auffliegt oder das Ziel erreicht hat.

Erste Entscheidung


Wie hat's mir gefallen?

Die Geschichte: Mein persönliches Gefühl ist, dass die Geschichte weder verständlich noch spannend ist, wenn man das Buch „Helix“ von Marc Elsberg nicht gelesen hat. Es wird zwar mitgeteilt, dass es um genetisch modifizierte Kinder geht, aber ansonsten wird sehr an Details gespart. Im Grunde rennt Protagonist Phil nur von einem Versteck ins nächste und beschreibt hin und wieder, dass überall bewaffnete Leute herumstehen. Eine richtige Geschichte entwickelt sich daraus allerdings nicht. Ich habe das Buch gelesen, konnte mir daher die Situation, das Gelände und den Hintergrund des Spiels vorstellen, aber besonders packend oder informationsreich fand ich es auch nicht. Die Idee des Spiels ist nett, aber ein einsam herumschleichender Mitarbeiter, der abwechselnd „Ich weiß nichts. Was soll ich tun?“ und „Es wird geschossen. Was soll ich tun?“ schreibt, reicht bei Weitem nicht aus, um wirklich eine lohnenswerte Storyline zu entwickeln.

Die Entscheidungen: Wirklich interaktiv war die Geschichte nicht, weil die Wahlmöglichkeiten extrem eingeschränkt sind. Es gibt nie mehr als zwei Alternativen. Häufig steht sogar nur eine einzige Möglichkeit „zur Wahl“, die ich dann gezwungenermaßen nehmen musste. Doch selbst, wenn es zwei Alternativen gibt, laufen sie manchmal direkt auf dieselbe Fortsetzung hinaus. Beispielsweise wähle ich A und Phil sagt mir, dass A nicht funktioniert und er jetzt B macht. Da frage ich mich dann, wozu ich überhaupt vor die Wahl gestellt wurde. Außerdem bin ich einmal mit der Mission gescheitert, weil ich Phil gesagt habe, er soll sich verstecken, er aber munter nach draußen marschiert ist. Manchmal sind die getroffenen Entscheidungen also vollkommen irrelevant, weil Phil ohnehin etwas anderes tut. Hinzu kommt, dass die Beschriftung der Alternativen manchmal irreführend oder zusammenhangslos ist. Die Wahlmöglichkeiten werden immer nur mit wenigen Worten beschriftet, während im Chatverlauf dann oft ein ganzer Roman erscheint, der mit den gestellten Fragen oder erteilten Anweisungen auf einen ganz anderen Aspekt hinausläuft als die Beschriftung vorgegaukelt hat.

Die Pausen: Ich bin hin und her gerissen, ob es mir gefällt oder nicht, dass das Spiel in Echtzeit läuft. Echtzeit in dem Sinne, dass wenn Phil „Ich melde mich in 20 Minuten“ sagt, tatsächlich 20 Minuten Zeit vergehen, bevor er die nächste Nachricht schickt. Am Anfang hat mir das noch sehr gut gefallen, allerdings macht Phil meist keine Zeitangaben. Er sagt einfach nur „Bis später“. Dieses Später kann dann zwei Minuten oder auch mal mehr als eine Stunde später sein. Bis es dann endlich weiter ging, hatte ich das Spiel schon wieder vergessen und mir ist erst Stunden später eingefallen, dass ich ja mal die nächste Entscheidung treffen könnte. Zum Teil ist es meine Schuld, weil ich die Benachrichtigungen ausgeschaltet habe, mit denen das Spiel auf sich aufmerksam macht, wenn die unbekannte Wartezeit abgelaufen ist. Zum Teil hatte ich allerdings auch einfach keine Lust mehr, die App zu öffnen, um dann eine oder zwei Entscheidungen zu treffen und dann wieder eine Ewigkeit warten zu müssen. Insbesondere im Mittelteil ist Phil nämlich sehr oft herum geschlichen und hat sich erst aus dem nächsten Versteck wieder gemeldet. Das hat das ganze Spiel sehr zerhackt. Nach einem Update gab es dann die Möglichkeit, die Pausen auszuschalten. Als ich das gemacht hatte, hat es ganze zehn Minuten gedauert, bis ich das komplette Spiel einmal durch gespielt hatte. Dementsprechend finde ich das Verhältnis von Spielzeit zu Wartezeit sehr unausgewogen.

Mission beendet

Fazit
Die Idee ist nett, allerdings wirkt die App noch sehr unausgereift. Für Spieler, die das Buch „Helix“ nicht gelesen haben, wird das Spiel kaum verständlich sein, weil nicht wirklich eine Geschichte entsteht. Inhaltlich ist das Spiel eher nicht lohnenswert. Die Umsetzung hat mir leider auch nicht gefallen. Es gibt immer nur eine oder zwei Wahlmöglichkeiten, wenn man bei einer Alternative überhaupt von einer Wahl sprechen kann. Wenn es zwei Alternativen waren, dann liefen sie manchmal auf dieselbe Fortsetzung hinaus. Manchmal hat Phil die Wahl ganz ignoriert und die Beschriftung war mehrfach irreführend. Zudem ist das Verhältnis von Spielzeit zu Wartezeit sehr unausgewogen, weil das Spiel in Echtzeit läuft und Phil oftmals nach jeder Entscheidung bis zu eine Stunde braucht, bis er sich wieder meldet, sodass die nächste Entscheidung getroffenen werden kann. Das zerlegt das Spiel in viel zu viele Bruchstücke. Als ich die Pausen ausgeschaltet hatte, war ich dann nach zehn Minuten schon durch. Es wird also deutlich länger gewartet als gespielt. Mir hat „Operation Helix“ nicht wirklich Spaß gemacht, daher kann ich es nicht empfehlen und vergebe nur zwei Schreibfedern.


Ich bedanke mich beim Blanvalet Verlag für den Promo-Code.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

[Rezension] Sturm der Zeit – Julie Cross


Titel: Sturm der Zeit
Autor: Julie Cross
Verlag: Fischer
Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 505
ISBN: 978-3-841422-11-8
Preis: 16,99 € [D]


Während Jackson Meyer sich auf der Insel der Außenseiter allmählich von den Folgen seines letzten Sprungs in die ferne Zukunft erholt, kommt er der Entstehung des Zeireise-Gens weiter auf die Spur. Er ist immer noch Gefangener von Eyewall, der gegnerischen Geheimdienstabteilung. Aber er ist umgeben von den Menschen, die er liebt: seinem Vater, seiner Schwester und Holly. Auch einige der Original-Zeitreisenden sind bei ihnen, und Jackson erfährt mehr Details über ihre Vergangenheit und wie sich das Zeitreisen ausgewirkt hat. Es wird immer klarer, dass sie die Experimente von Thomas und Dr. Ludwig im Eyewall-Hauptquartier für immer stoppen müssen. Was als schlichter Fluchtplan beginnt, wird so zu einem rasanten Showdown zwischen Jackson und seinen Gegnern, einem weltumfassenden, finalen Kampf gegen den Untergang der Menschheit. Für diesen Kampf wurde Jackson geborgen, und er weicht ihm nicht aus. Für nichts und niemanden.


- Sturz in die Zeit (Teil 1)
- Feinde der Zeit (Teil 2)
- Sturm der Zeit (Teil 3)


Ich stand vor der Zelle und starrte, nun ja, mich an.
(Seite 7)


Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten.

Das Buch schließt nahtlos an den vorherigen Band an. Wie schon zu Beginn des letzten Teils stößt Jackson auch hier wieder auf eine neue Gruppe von Zeitreise-Experten. Er lernt von ihnen weitere Details und bekommt Einblicke in die Arbeit von Eyewall und die Machenschaften von Thomas. Damit wird die Geschichte weiter mit Details und Erklärungen aufgefüllt. Allerdings wird der Hintergrund auch noch komplexer, sodass ich zwischenzeitlich Mühe hatte, der Logik zu folgen. Durch die enorme Komplexität der Geschichte, einigen überraschenden Enthüllungen und das immer größer werdende Chaos ist jedoch auch viel Spannung entstanden. Erst kurz vor dem Ende wurde mich klar, worauf die Geschichte hinauslaufen soll. Bis dahin sind die Absichten sehr gut verschleiert gewesen.

Das Ende selbst hat mich dann allerdings in zahlreichen Aspekten enttäuscht. Die grundlegende Idee und die Tatsache, dass es sich um ein vollkommenes, endgültiges Ende handelt, haben mir gefallen. Im Rest fehlten Pfeffer und Logik. Im finalen Showdown erledigen Jackson und seine Kollegen beispielsweise mal eben nebenbei, was ihnen bis dahin noch nie gelungen ist. Das ging so schnell und einfach, dass gar keine Spannung aufkam. Außerdem fällt die Logik der bisher sehr überzeugenden und nachvollziehbar konstruierten Geschichte immer mehr in sich zusammen, je mehr Fäden zusammen laufen. Viele Dinge machten dann einfach keinen Sinn. Allem voran ist da die größte aller Lügen in diesem komplizierten Netz aus Geheimnissen und Unwahrheiten zu nennen. Diese ganz große Lüge, die angeblich wichtig war, damit Jackson tut, was getan werden muss, wird in einem dramatischen Moment enthüllt – dabei wäre die Wahrheit viel überzeugender gewesen. Leider konnte die Autorin das große, komplexe Konstrukt nicht angemessen auflösen. Zumal die große Wendung auch nicht sonderlich überraschend war. Alles in allem fand ich das Ende eher schwach.

Außerdem muss ich zu diesem Teil mal anmerken, dass es im Grunde die ganze Zeit schon eher um die Liebesgeschichte zwischen Jackson und Holly als um die Zeitreise-Geschichte ging. In diesem Band ist das allerdings etwas übermächtig geworden. Da sie sich zu Beginn als Agent Meyer und Agent Flynn gegenüber stehen, verliebt sich Holly nicht einfach direkt wieder in ihn. Sie lässt ihn abwechselnd an sich heran und stößt ihn weg, landet fast mit ihm im Bett und zeigt ihm die kalte Schulter, empfindet etwas für ihn und will nichts von ihm wissen. Ich als Leser fand das ein wenig anstrengend. Jackson dagegen ist so unglaublich in sie verliebt, dass ihn jede Zurückweisung enttäuscht, er sie aber sofort weiter anschmachtet. Seine Handlungen, seine Gedanken, seine Entscheidungen, alles dreht sich nur noch um Holly. Diese Schmachterei war wirklich schrecklich. Wenn nicht gerade Zeitreisende, Klone und Eyewall-Agenten getötet wurden, las sich das Buch wie ein kitschiger Liebesroman mit einer sechzehnjährigen, weiblichen Protagonistin, deren Leben draus besteht, ihren Schwarm anzuhimmeln.


Der Beginn des Buches ist wieder spannend und interessant. Es werden weitere Details zu den Zeitreisen geliefert und die Komplexität nimmt noch einmal zu. Zwischendurch verlor sich die Handlung leider in Jacksons kitschiger Schmachterei. Alles drehte sich fast nur noch um seine angehimmelte Holly. Das war ziemlich anstrengend. Ein bisschen Spannung blieb jedoch, weil sich erst sehr spät auflöst, worauf die Geschichte hinausläuft. Leider ist das Ende der bis dahin überzeugend konstruierten Geschichte dann nicht gerecht geworden. Es war fast schon lahm, viel zu einfach und machte an einigen Stellen keinen Sinn. Da ich von „Sturm der Zeit“ eher enttäuscht war, vergebe ich nur drei Schreibfedern.

Montag, 16. Oktober 2017

[Gewinnspiel] Vielen Dank an meine 200 Follower!

Liebe Leser,

vor Kurzem habe ich festgestellt, dass ich über diverse Kanäle nun insgesamt 200 Follower habe. Das hätte ich echt niemals erwartet, als ich mit diesem Blog angefangen habe. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle mit einem Gewinnspiel bei euch bedanken. :)



Was könnt ihr gewinnen?

#1: Die Fäden der Zeit
"Das Labyrinth, wie die Bewohner die Slums von Ninurta bezeichnen, ist düster und steckt voller Geheimnisse. Eines davon hütet die 17-jährige Kai - sie kann die Fäden der Zeit sehen und manipulieren. Gemeinsam mit ihrem Bruder Reev lebt sie daher unauffällig, mit dem Ziel, eines Tages das Elend des Labyrinths hinter sich zu lassen. Doch dann verschwindet Reev. Zusammen mit Avan, ihrem einzigen Freund, setzt Kai alles daran, ihren Bruder zu finden. Selbst wenn sie dafür ihr Geheimnis aufs Spiel setzen und die schützenden Mauern der Stadt hinter sich lassen muss ..."



#2: Dämonenasche
"Seit Jahren wird Ivy von Visionen heimgesucht: Sie sieht düstere Orte, bedrohlich nah und dennoch jenseits der Realität. Wird sie etwa verrückt? Plötzlich verschwindet ihre Schwester Jasmine und jemand versucht, Ivy zu töten. Aber der mysteriöse Adrian rettet sie - und offenbart ihr die schockierende Wahrheit: Diese dämonische Parallelwelt existiert wirklich und Jasmine ist dort gefangen. Gemeinsam mit Adrian begibt sich Ivy auf die Suche nach einem alten Relikt, um Jasmine zu befreien. Was Ivy allerdings nicht weiß: Adrian, zu dem sie sich immer mehr hingezogen fühlt, ist vom Schicksal dazu bestimmt, im Krieg der Engel und Dämonen auf der anderen Seite zu kämpfen. Als ihr Todfeind ..."


Wie könnt ihr teilnehmen?

Schreibt mir bis zum 26. Oktober 2017 um 23.59 Uhr in die Kommentare, wo ihr mir folgt und für welches Buch ihr in den Lostopf hüpfen möchtet. Bitte gebt außerdem eure Mailadresse an, damit ich euch erreichen kann.


Die Auslosung erfolgt am 27. Oktober 2017.
Viel Erfolg. ;)



Teilnahmebedingungen
1. Mit der Teilnahme erklärst du dich mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.
2. Du bist mindestens 18 Jahr alt oder hast die Erlaubnis deiner Eltern.
3. Du hast eine Postadresse in Deutschland.
4. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, kein Ersatz bei Verlust auf dem Postweg und keine Barauszahlung möglich.
5. Falls du gewinnst, wird dein Name (Nickname / Teilnehmername) auf meinem Blog veröffentlicht.
6. Falls du gewinnst, hast du bis zum 02. November 2017 um 23.59 Uhr Zeit, mir deine Postadresse zukommen zu lassen, sonst wird erneut ausgelost.

Sonntag, 15. Oktober 2017

[Rezension] Feinde der Zeit – Julie Cross


Titel: Feinde der Zeit
Autor: Julie Cross
Verlag: Fischer
Erscheinungsdatum: 22. August 2013
Einband: Hardcover
Seiten: 540
ISBN: 978-3-841422-10-1
Preis: 16,99 € [D]


Jackson Meyer wirft sich voller Elan in seine Rolle als Agent für Tempest – die geheimnisvolle CIA-Abteilung, die für alle mit Zeitreisen verbundenen Bedrohungen zuständig ist. Trotz seines Kummers darüber, dass er seine große Liebe aufgeben musste, zeigt Jackson, dass er ein hervorragender Agent ist – auch ohne, das er seine eigenen Kräfte nutzt und durch die Zeit springt. All das ändert sich jedoch, als Holly erneut in sein Leben tritt. Dann wird plötzlich Eyewall, eine gegnerische CIA-Abteilung, aktiv. Die Mitarbeiter von Tempest werden angegriffen und müssen fliehen. Jackson erkennt, dass die Welt um ihn herum sich verändert hat. Jemand weiß von seiner ausgelöschten Beziehung zu Holly, so dass sie beide wieder in Gefahr sind.


- Sturz in die Zeit (Teil 1)
- Feinde der Zeit (Teil 2)
- Sturmder Zeit (Teil 3)


Ohne die Erinnerungsbilder, die in mir aufblitzten, hätte ich wohl nie die Kraft gefunden, von dieser Stelle im Gras aufzustehen und mich weiter von Holly zu entfernen.
(Seite 7)


Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an direkt wieder gepackt. Auch nach zwei Jahren Pause zwischen diesem und dem ersten Teil hatte ich keinerlei Probleme, sofort wieder in die Handlung einzusteigen. Durch Jacksons Ausbildung und sein Tagebuch werden alle Irrungen und Wirrungen der bisherigen Geschehnisse noch einmal wiederholt und systematisch veranschaulicht. Es gibt sogar Abbildungen von Zeitstrahlen, um deutlich zu machen, in welcher Reihenfolge und zu welcher Zeit Jackson von einer Welt in eine andere gesprungen ist. Zudem lernt er in der Ausbildung mehr Details über Zeitreisen, sodass seine vollen Sprünge sowie die Halbsprünge genauer erklärt werden. Damit wird der komplexe Teil über Zeitreisen so weit veranschaulicht, dass ich alles verstehen und nachvollziehen konnte, obwohl ich mich kaum noch an den ersten Band erinnern konnte. Das ist der Autorin wunderbar gelungen. Und die verschiedenen Methoden der Darstellung, beispielsweise den unterschiedlichen Parallelwelten verschiedene Namen zu geben, werden durch das ganze Buch immer weiter verwendet, sodass es kein Problem ist, den neuen Erkenntnissen und wechselnden Welten und Daten zu folgen. Ein gewisses Grundmaß an Verwirrung bleibt nur dadurch bestehen, dass selbst Jackson nicht zweifelsfrei sagen kann, durch wie viele Welten er nun eigentlich gesprungen ist. Ich als Leser wurde also lediglich auf dem gleichen Niveau der Unsicherheit gehalten, das auch bei den Charakteren vorherrscht.

Auch unabhängig von den Erklärungen zu den Zeitreisen war die Handlung anfangs spannend. Jacksons Ausbildung bei der CIA war interessant beschrieben und die unterschiedlichen Missionen, die er durchführen musste, waren jedes Mal packend, weil sie manchmal doch etwas aus dem Ruder gelaufen sind. Zudem tritt immer wieder die gegnerische CIA-Abteilung Eyewall in Erscheinung. Während Jacksons Abteilung Tempest vollständig bekannt ist, weiß er über Eyewall-Agenten nur sehr wenig. Dadurch gab es immer wieder überraschende Momente, wenn ein neuer Agent enttarnt wurde. Wie in jeder CIA-Geschichte gibt es aber natürlich auch hier Doppelagenten und Personen, die eigentlich nur ihr eigenes Interesse verfolgen. Bis zum Schluss war daher nie klar, welche Person offiziell zu welcher Abteilung gehört, welche Person heimlich für wen arbeitet, wer wie viel weiß und manchmal sogar, aus welcher Zeit die jeweilige Person stammt. Zugehörigkeiten und Absichten hat die Autorin sehr gut verschleiert und zusätzlich immer wieder Situationen geschaffen, in denen sich doch wieder alles geändert hat.

Nichtsdestotrotz war das Buch am Schluss etwas handlungsarm. So spannend Jacksons Ausbildung am Anfang auch war, sie hat irgendwie kein Ende gefunden. Zwar gab es dramatische Missionen, aber keine davon hat die Geschichte tatsächlich weiter gebracht. Nach zwei Dritteln hatte ich das Gefühl, dass die Handlung stecken geblieben ist. Es folgte eine Auseinandersetzung zwischen Tempest und Eyewall nach der anderen. Die Feinde der Zeit selbst, also die anderen Zeitreisenden, sind kaum aufgetaucht. Zwar folgen noch einige Entwicklungen und zum Schluss gibt es einen dramatischen Showdown, aber für meinen Geschmack standen sich etwas oft einfach junge CIA-Agenten gegenüber oder Jackson hat sich ununterbrochen Gedanken um Holly gemacht. Im letzten Drittel hätten es daher durchaus einige Seiten weniger sein dürfen, um die Spannung aufrecht zu erhalten.


Der Einstieg in die Geschichte fiel mir trotz langer Pause sehr leicht. In seinem Tagebuch veranschaulicht Jackson systematisch die bisherigen Ereignisse und legt dazu sogar Abbildungen an. Zudem vermittelt ihm die Ausbildung neues Wissen und mehr Details zu den Zeitreisen. Dieser komplexe Aspekt wird sehr anschaulich und verständlich dargestellt. Zudem war die Handlung spannend. Es gab packende Auseinandersetzungen, überraschende Erkenntnisse und die Autorin hat viele Dinge gut verschleiert. Lediglich im letzten Drittel blieb die Handlung zwischenzeitlich stecken. „Feinde der Zeit“ war nicht ganz so gut wie der erste Band und bekommt daher vier Schreibfedern.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

[Aktion] Top Ten Thursday #28 | 10 Bücher, die du als nächstes lesen möchtest

Die meisten Top Ten Thursdays, bei denen ich mitmache, behandeln Leselisten. Das siebte Mal erwische ich schon dieses Thema. Wie immer habe ich auch dieses Mal einen Blick auf die vorherigen Listen geworfen und geschaut, wie weit ich damit inzwischen gekommen bin:

  • Herbst 2015: acht gelesen, zwei aussortiert = 10/10
  • Winter 2015: sieben gelesen, eins aussortiert = 8/10
  • Sommer 2016: sechs gelesen, eins aussortiert = 7/10
  • Herbst 2016: sechs gelesen = 6/10
  • Winter 2016: sieben gelesen = 7/10
  • Sommer 2017: neun gelesen = 9/10

Bislang habe ich also gerade mal eine einzige Liste vollständig abgearbeitet und das auch nur, weil ich einige Bücher, die ich damals unbedingt als nächstes lesen wollte, aussortiert habe. Traurige Bilanz. Es erscheinen einfach ständig zu viele neue, interessante Bücher, die sich dazwischen drängen, bevor ich die Liste geschafft habe. Aber irgendwann ist jedes Buch fällig! Bis dahin schreibe ich einfach weiter fleißig Listen.

Weitere Informationen zur Aktion findet ihr ab dieser Woche bei Aleshanee von 'Weltenwanderer'. :)


Das heutige Thema:
10 Bücher, die du gerne als nächstes lesen möchtest 

Meine Top Ten:
Den zweiten Band der "Amani"-Reihe habe ich als Rezensionsexemplar bekommen. Bislang habe ich es allerdings nicht einmal geschafft, den ersten Band zu lesen. Das soll sich jetzt ändern, der erste Band ist hier also stellvertretend für die gesamte Reihe aufgelisten. Gleiches gilt für "Helden des Olymp: Der Sohn des Neptun". Den ersten Teil habe ich vor Kurzem gelesen, jetzt bin ich auf den Rest gespannt.


"Herrscherin der tausend Sonnen" ist ebenfalls ein Rezensionsexemplar und steht daher auf der Leseliste. Ich mag es gar nicht, Rezensionsexemplare vor mir her zu schieben, daher wird es gelesen, sobald es hier ankommt. Dagegen stand "Lady Midnight" schon das letzte Mal auf der Liste. Jetzt, da die Fortsetzung erschienen ist, komme ich hoffentlich endlich mal dazu.


Der erste Teil der "Mythos Academy"-Reihe ist das vorletzte Buch, das ich für die SuB-Abbau-Challenge auf Lovelybooks noch lesen muss. Ich bin fest entschlossen, das dieses Jahr noch zu schaffen. Für die Stadt, Land, Fluss Challenge sowie die Serienkiller-Challenge steht außerdem der Rest der "Phoenix"-Reihe auf der Liste.


"Scythe" ist Anfang des Monats eingezogen, weil mich die Idee total fasziniert. Da ich mir abgewöhnen möchte, Bücher sofort nach Erscheinen zu kaufen und sie dann doch im Regal verstauben zu lassen, steht es auf dieser Liste. Gleiches gilt für "Talon: Drachenblut", das ich gleichzeitig für die Serienkiller-Challenge lese.


Das letzte Buch für die SuB-Abbau-Challenge auf Lovelybooks ist "Die Wahrheit über Alice", was auch schon ewig auf meinem SuB liegt. Langsam wird es Zeit. Frisch eingezogen ist dagegen "Winston: Kater undercover". Den fünften Band sowie den gestern erschienenen sechsten Band möchte ich auch dieses Jahr noch lesen, um endlich mal wieder auf dem aktuellen Stand zu sein.


Habt ihr eines der Bücher schon gelesen?
Welche Bücher nehmt ihr euch für die nächste Zeit vor?

Montag, 9. Oktober 2017

[Rezension] Coldworth City – Mona Kasten


Titel: Coldworth City
Autor: Mona Kasten
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 01. September 2017
Einband: Softcover
Seiten: 318
ISBN: 978-3-426520-41-3
Preis: 12,99 € [D]


Vor drei Jahren täuschte die junge Raven ihren Tod vor, um der skrupellosen Forschungsorganisation AID zu entkommen. Seitdem ist sie auf der Flucht, denn Raven ist eine Mutantin, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, und AID würde alles tun, um sie wieder in ihre Gewalt zu bringen. Raven lebt seither versteckt in Coldworth City – bis der geheimnisvolle Wade auftaucht und ihr anbietet, sie im Umgang mit ihren Fähigkeiten zu unterrichten. Damit ist die Zeit des Versteckens vorüber, und schon bald sieht sich Raven einer Verschwörung gegenüber, die nicht nur das Ende der Mutanten bedeuten, sondern auch die ganze Welt ins Chaos stürzen könnte.


Das Buch ist kein Teil einer Reihe.


„Wann?“


Ich gehöre nicht zu den Menschen, die in jedem Buch Ähnlichkeiten zu anderen Geschichten suchen. Das Rad lässt sich nicht neu erfinden. Irgendwo wird es also immer Überschneidungen oder Anlehnungen geben. Allerdings bin bei diesem Buch selbst ich nicht umhin gekommen, das Gefühl zu haben, dass es sich eigentlich um eine (leider ziemlich schlechte) X-Men Fanfiktion handelt. Protagonistin Jean Grey Raven hat Angst vor ihren Fähigkeiten, die sehr stark und sehr zerstörerisch sind, und verwendet daher nur Telekinese und Telepathie. Eine reiche Person, die sich für die Gleichberechtigung von Menschen und Mutanten einsetzt, stellt eine Villa ein Hotel zur Verfügung, in dem jeder Zuflucht finden und in dem Mutanten ihre Fähigkeiten trainieren können. Gegner ist eine mit Mutanten experimentierende Forschungsorganisation unter der Leitung von William Stryker namens Advanced Interference Defence. Unterwegs wird dann unter anderem noch Storm ein Mutant vorgestellt, dessen Augen weiß werden, wenn er Stürme erzeugt. Und so weiter. Gegen Ähnlichkeiten habe ich wirklich nichts, aber dieses Buch las sich als hätte die Autorin alle Aspekte, die ihr an X-Men gefallen haben, in einen Topf geworfen und daraus eine Geschichte gebastelt.

Leider trifft der Ausdruck „gebastelt“ dann auch bei der Konzeption des Buches auf den Punkt. Es wirkt nämlich wie aus dem Baukasten. Es gibt ein paar Szenen rund um Raven, die detailliert ausgeschmückt und beschrieben sind. Aber es fehlt die sinnvolle Verknüpfung, weil einfach eine Szene an die andere gereiht ist. Die Wechsel der Stimmungslage sind deshalb viel zu schnell und die Lösungen jeglicher Probleme viel zu einfach. Außerdem durfte ich bloß nicht auf die Idee kommen, auf Ravens Weg mal nach links oder rechts zu schielen. Erklärungen und Beschreibungen, die über Ravens unmittelbare Umgebung hinausgehen, fehlen nämlich vollständig. Bis zum Schluss habe ich keine Vorstellung davon bekommen, in welcher Welt die Geschichte eigentlich spielt. Die Entstehung der Welt und die aktuellen Begebenheiten werden nur so weit angerissen, dass verständlich ist, dass Mutanten gleichberechtigt sein sollten, es aber nicht sind. Was es mit Coldworth City auf sich hat und wie der Rest der Welt aussieht, wird einfach völlig ignoriert. Es wirkt, als hätte die Autorin einige Handlungsideen für die Protagonistin gehabt und diese hintereinander runter geschrieben, ohne sich einen größeren Kontext dafür auszudenken.

Außerdem fehlt es an allen Ecken und Enden an Logik. Beispielsweise ist mir völlig schleierhaft, wie die Untergrundorganisation in einem öffentlichen Hotel mit Trainingsraum, Hightech IT-Abteilung und massenhaft entflohenen Mutanten im Speiseraum nie entdeckt wird. Außerdem soll der Großteil des Hotels von Mutanten des Untergrunds bewohnt sein, aber auf Missionen wird immer die gleiche Gruppe Jugendlicher geschickt. Zugegeben, die Missionen sind nicht besonders kompliziert, weil selbst das Geheimlabor des Bösewichts und die Forschungseinrichtungen, in der Mutanten gefoltert werden, so unfassbar schlecht gesichert sind, dass die anfängliche Dramatik solcher Missionen völlig ins Lächerliche gezogen wurde. Das gesamte Buch ist voller Momente, in denen diese fehlende Logik oder die absolut unrealistische Einfachheit der Problemlösung die ganze Idee zerstört hat. Zudem waren manche Enthüllungen extrem vorhersehbar. Es spricht nicht für die Charaktere, wenn sie 200 Seiten brauchen, um auf die Idee zu kommen, dass ein Mensch, bei dem sich Wunden sofort schließen, möglicherweise ein Mutant mit Selbstheilungskräften sein könnte. Die Geschichte wirkt überhaupt nicht ausgearbeitet. Den Höhepunkt hat dies am Ende des Buches gefunden, bei dem mit großen Reden nach komplizierter Planung eine ganze Menge Mutanten auf eine gefährliche Mission geschickt werden – die allerdings schon längst ganz einfach von bloß zwei Mutanten (zu denen Raven nicht gehört!) hätte erledigt sein können, selbst wenn man die unnötige Zerstörung eines Gebäudes einbezieht. Raven als unglaublich starke, wichtige Mutantin aufzubauschen war also eigentlich nichts weiter als heiße Luft.


Bei diesem Buch handelt es sich um eine leider ziemlich schlechte X-Men Fanfiktion. Es stecken kaum eigene Ideen in der Geschichte, weil die Überschneidungen mit der X-Men Serie doch enorm sind. Außerdem ist die Umsetzung in meinen Augen nicht gelungen. Das Buch wirkt wie aus dem Baukasten. Szenen reihen sich ohne vernünftige Verknüpfung aneinander und der größere Kontext fehlt, weil der Fokus immer ganz eng auf die Protagonistin fixiert ist. Logik lässt die Geschichte auch vermissen. Im Grunde ist beinahe alles viel zu einfach und unrealistisch. Da sich „Coldworth City“ aber zumindest ganz gut lesen lässt und ein, zwei nette Nebencharaktere hat, vergebe ich noch zwei Schreibfedern.