Sonntag, 7. Januar 2018

[Rezension] Masterminds 2: Im Sog des Verbrechens – Gordon Korman


Titel: Masterminds – Im Sog des Verbrechens
Autor: Gordon Korman
Verlag: Beltz & Gelberg
Erscheinungsdatum: 15. August 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 259
ISBN: 978-3-407747-32-7
Preis: 12,95 € [D]

Klappentext
Eli, Tori, Malik und Amber sind endlich in Freiheit. Ihr erklärtes Ziel ist es, das verbrecherische Klon-Experiment Osiris der Öffentlichkeit preiszugeben. Um die ganze Wahrheit über ihre Herkunft zu erfahren, beschließen die Freunde, Tamara Dunleavy, die Gründerin des Klon-Experiments, aufzuspüren. Auf ihrer Suche schrecken sie dabei vor illegalen Mitteln nicht zurück und entdecken ganz neue Fähigkeiten an sich. Ist ihr Verhalten noch gerechtfertigt? Oder werden sie letzten Endes etwa zu den Kriminellen, von denen sie geklont wurden?

Einordnung
- Im Auge der Macht (Teil 1)
- Im Sog des Verbrechens (Teil 2)
- Im Angesicht der Wahrheit (Teil 3)

Erster Satz
„Ich gehe bei deinem Taco mit und erhöhe um einen halben Cheeseburger.“
(Seite 5)

Rezension
Kann Spoiler zum ersten Teil enthalten!

Zwei Jahre ist es her, dass ich den ersten Band der Reihe gelesen habe. Es war aber überhaupt kein Problem, wieder in die Geschichte einzusteigen. Eli, Tori, Amber und Malik sind so prägnante Protagonisten, dass ich mich sofort an alle erinnern konnte. Sie alle nehmen die reale Welt ganz unterschiedlich wahr und berichten auch dementsprechend darüber, sodass sie mit ihren Eigenheiten deutlich im Gedächtnis bleiben. Neben den Charakteren hat mich auch die Handlung sofort wieder in ihren Bann gezogen. Wie schon der vorherige Band ist das Buch sehr spannend, denn Projekt Osiris möchte die entflohenen Klone um jeden Preis zurückholen. Gleichzeitig kennen sich Eli und seine Freunde in der realen Welt überhaupt nicht aus, sodass sie schon Kaufhäuser und Ampeln völlig aus dem Konzept bringen. Zum Teil war das witzig zu lesen, zum Teil hat es aber auch für überraschende Wendungen gesorgt, weil sie auf für mich alltägliche Dinge ganz anders reagiert haben als erwartet. Doch auch die Handlung an sich, die Suche nach der Gründerin des Experiments und der Kampf um ein eigenständiges Leben haben immer wieder Überraschungen bereit gehalten.

Faszinierend und spannend fand ich auch die Entwicklung der Charaktere. Auf der einen Seite sind sie immer noch zwölf- und dreizehnjährige Kinder. Sie sind überfordert mit der großen, weiten Welt und vermissen manchmal sogar die Wissenschaftler, die sich als ihre Eltern ausgegeben haben. Auf der anderen Seite zeigen sich aber doch immer häufiger auch ihre durch die Gene bedingten Fähigkeiten. Malik beispielsweise erweist sich als Naturtalent bei kleineren Gesetzesverstößen wie dem Kurzschließen von Autos und Tori erfasst mit einem Blick, auf welchem Weg Häuser zu erklettern sind, um dort einzusteigen. Immer wieder sind die Kinder jedoch auch gezwungen, Regeln und Gesetze zu verletzen, einfach um zu überleben. Sie müssen Autos stehlen, um zu fliehen, und in Häuser einbrechen, um nach tagelanger Schlaflosigkeit wieder eine Nacht in einem Bett zu verbringen. Diese vermeintlichen Notwendigkeiten werfen jedoch immer wieder die Frage auf, ob sich nun doch die Gene durchsetzen und sie zu den Verbrechern werden, aus denen sie geklont wurden. Sie alle fürchten sich davor und haben oft auch keine andere Wahl, trotzdem ist das Ergebnis des Experiments immer noch offen.

Mein einziger Kritikpunkt an dem zweiten Teil der Reihe ist, dass es sich schlussendlich doch um einen typischen Mittelteil handelt. Es gibt Handlung, die spannend ist, aber letztlich dreht sie sich doch im Kreis, weil die Kinder immer wieder am Ausgangspunkt ankommen. Dabei sind sie nur jedes Mal ein Stück schlechter dran. Die Geschichte war wieder spannend zu lesen und die Wendungen haben mich begeistert, aber am Ende sind sie kein Stück weiter als sie am Anfang des Buches waren, obwohl sie eine Menge erlebt haben.

Fazit
Der Einstieg in das Buch ist mir wieder sehr leicht gefallen. Die Handlung war spannend und es gab überraschende Wendungen. Zum Teil waren die Situationen auch lustig, weil die Charaktere von alltäglichen Dingen wie Kaufhäusern völlig aus dem Konzept gebracht wurden. Eine große Rolle hat in diesem Buch auch die Charakterentwicklung gespielt, denn die Frage, ob Erziehung oder Gene eine größere Rolle spielen, stellt sich noch immer. Schade war nur, dass die Charaktere nach der vielen Handlung dann doch wieder am Ausgangspunkt angekommen waren, sodass es insgesamt kein Stück vorwärts ging. „Im Sog des Verbrechens“ ist eine gute Fortsetzung, die vier Schreibfedern bekommt.

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