Montag, 21. Januar 2019

[Rezension] Geschichten aus Alagaësia 1: Die Gabel, die Hexe und der Wurm – Christopher Paolini


Titel: Die Gabel, die Hexe und der Wurm
Autor: Christopher Paolini
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 21. Januar 2019
Einband: Hardcover
Seiten: 284
ISBN: 978-3-570165-81-2
Preis: 18,00 € [D]

Klappentext
Es ist ein Jahr her, dass Eragon aus Alagaësia aufgebrochen ist auf der Suche nach dem geeigneten Ort, um eine neue Generation Drachenreiter auszubilden. Jetzt kämpft er mit unendlich vielen Aufgaben: Er muss einen riesigen Drachenhorst bauen, Dracheneier bewachen und mit kriegerischen Urgals, stolzen Elfen und eigensinnigen Zwergen zurechtkommen. Doch da eröffnen ihm eine Vision der Eldunarí, unerwartete Besucher und eine Legende der Urgals neue Perspektiven.
Dieser Band enthält drei neue Geschichten aus Alagaësia und führt Eragon an den Beginn eines neuen Abenteuers. Außerdem enthüllt das Buch Auszüge aus der Biografie der unvergesslichen Kräuterhexe und Weissagerin Angela … geschrieben von Angela Paolini, der Schwester des Autors, die ihn zu dieser Figur inspiriert hat.

Einordnung
Das Buch spielt nach den ersten vier Bänden der „Eragon“-Reihe.
Wie es nach dieser Kurzgeschichtensammlung weiter geht, weiß ich nicht, aber ich habe gehört, es soll die Überleitung zu Band 5 der Reihe sein.

Erster Satz
'Der Tag war nicht gut gelaufen.'
(Seite 11)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der „Eragon“-Reihe enthalten!

Es geht weiter! Ich habe meinen Augen kaum getraut, als ich gesehen habe, dass Christopher Paolini ein weiteres in Alagaësia spielendes Buch geschrieben hat. Endlich! Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an dieses Buch. Und groß die Ernüchterung, als ich es ausgepackt habe: Es ist ziemlich dünn, die letzten 18 Seiten sind Anhang, die Schrift ist riesig und der Seitenrand enorm (unten ganze 4 cm!). Viel konnte da also nicht drin stehen. Zum Glück hat Christopher Paolini mich ziemlich schnell davon überzeugt, dass er nicht viele Worte braucht, um Alagaësia wieder lebendig werden zu lassen und eine fesselnde Geschichte zu erzählen.

Wie Klappentext und Titel bereits ankündigen, handelt es sich bei diesem Buch um einen Sammelband mit drei Kurzgeschichten. Diese sind allerdings in einen fortlaufenden Handlungsstrang eingebettet, sodass ein Gesamtwerk entsteht. Zu Beginn sowie am Ende jeder Kurzgeschichte wird mit Perspektive auf Eragon berichtet. Zwischen diesen Szenen bekommt er eine Vision gezeigt, liest eine Biografie und lauscht der Erzählung einer Legende. Vision, Biografie und Legende erzählen vom Leben anderer Personen und sind die eigentlichen Geschichten. Die Szenen mit Eragon geben zwar auch weitere Informationen, stellen aber hauptsächlich einen fließenden Übergang zwischen den Geschichten her. Mir ist gar nicht so richtig aufgefallen, wo der Schnitt zwischen den Einzelteilen gemacht wurde. Doch nicht nur innerhalb dieses Buches waren die Verbindungen gelungen, auch die Verknüpfungen mit anderen Büchern des Alagaësia-Universums sind übergangslos. Zunächst berichtet Eragon in einem Rückblick über das vergangene Jahr und die Ereignisse seit dem Verlassen von Alagaësia. Dies geht in eine Beschreibung der aktuellen Schwierigkeiten und Entwicklungen über und mündet zum Schluss in eine perfekte Vorlage für die Fortsetzung. Handwerklich ist dieser Übergangs- und Verbindungsteil damit absolut perfekt gelungen.

Doch auch inhaltlich hat mich das Buch überzeugt. In der ersten Geschichte hat mir vor allem der sympathische Charakter gefallen, über den ich gerne mehr erfahren würde, sodass ich seine Handlungen gespannt verfolgt habe. Außerdem hat das Wiedersehen mit bekannten Figuren in mir sofort detaillierte Erinnerungen wachgerufen, obwohl ich die Reihe das letzte Mal vor sieben Jahren gelesen habe.
Das gilt auch für die zweite Geschichte, obwohl ich mit dieser ansonsten nicht so richtig viel anfangen konnte, da mir Angela nach wie vor suspekt ist. Sie ist das Gegenteil des Autors: Er sagt viel mit wenigen Worte; sie sagt nichts mit vielen Worten. Dass sie Eragon im Laufe des Gesprächs jedoch mit jedem einzelnen seiner vielen Namen anspricht (Schattentöter, Bromsson, Argetlam etc.), war eine wunderbare Auffrischung. Es hat vor meinem inneren Auge noch einmal alle Handlungsstränge ablaufen lassen, in denen er diese Namen bekommt.
Am besten gefallen hat mir jedoch die letzte und längste Geschichte. Dort kam der Autor so richtig ins Erzählen und ich wurde sofort mitgerissen. Es war genauso fesselnd wie damals die Eragon-Reihe, obwohl so viele Jahre vergangen sind und obwohl diesmal keine einzige bereits bekannte Figur auftaucht. Der Zauber dieses Erzählstils wirkt noch immer.

Fazit
Ich habe mich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut und bin, trotz der anfänglichen Ernüchterung ob der Kürze, auch nicht enttäuscht worden. Christopher Paolini braucht einfach nicht viele Worte, um lebendige, fesselnde Geschichten zu erzählen. Bekannte sowie neue Figuren haben mich überzeugt; die Handlung hat mich mitgerissen; der Erzählstil hat mich genauso verzaubert wie damals bei Eragon. Und trotz der Aufteilung in drei Kurzgeschichten ist dieses Buch ein handwerklich sehr gut gemachtes Gesamtwerk mit fließenden Übergängen zwischen den Geschichten und Verknüpfungen zu anderen Büchern. „Die Gabel, die Hexe und der Wurm“ hat mir größtenteils wunderbar gefallen, macht Lust auf ein Reread und bekommt dafür vier Schreibfedern.


Ich bedanke mich ganz herzlich beim cbj Verlag und beim Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 17. Januar 2019

[Rezension] H.O.M.E. 1: Das Erwachen – Eva Siegmund


Titel: H.O.M.E. - Das Erwachen
Autor: Eva Siegmund
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 10. Dezember 2018
Einband: Softcover
Seiten: 446
ISBN: 978-3-570312-30-8
Preis: 13,00 € [D]

Klappentext
Die siebzehnjährige Zoë hat ein perfektes Leben: Sie besucht eine Eliteakademie, gemeinsam mit ihrer großen Liebe Jonah. Doch plötzlich findet sie sich in einem heruntergekommenen Krankenhaus wieder. Angeblich lag sie zwölf Jahre im Koma und fragt sich nun verzweifelt: War alles nur ein Traum? Gemeinsam mit Kip, dessen Brüder Ähnliches durchlebt hat, deckt Zoë ein atemberaubendes Geheimnis auf. Sie muss sich entscheiden, auf weiter Seite sie steht und ob sie ihr perfektes Leben wirklich zurückhaben will ...

Einordnung
- Das Erwachen (Teil 1)
- Die Mission (Teil 2, erscheint am 11. März 2019)
- evtl. folgen noch weitere Bände

Erster Satz
'Das kleine Mädchen stand im Regen auf der Wiese und schrie sich die Seele aus dem Leib.'
(Seite 7)

Rezension
Ich hatte nach dem Lesen des Klappentexts eine ziemlich genaue Idee, worum es in diesem Buch gehen würde und welches 'atemberaubende Geheimnis' Zoë aufdecken würde. Zugegeben, ich wusste nicht, welchen dystopischen Aspekt sich die Autorin ausgesucht hat, aber auch ohne dieses Detail hatte ich eine ziemlich präzise Vorstellung. Aber manchmal überraschen mich Bücher ja doch und an irgendeinem Punkt ist die im Klappentext getriggerte Handlung dann ja auch vorbei und sie entwickelt sich in unbekannte Gefilde. Nicht so in diesem Buch. Bis auf das Detail, welcher Aspekt unserer Welt dystopisch verändert wurde, konnte ich die gesamte Handlung des Buches mit allen 'überraschenden Enthüllungen' und 'dramatischen Wendungen' vorhersagen, ohne mehr als den Klappentext gelesen zu haben. Deshalb war das Buch für mich sehr langweilig.
Natürlich ist mir bewusst, dass Protagonistin Zoë den Klappentext nicht kennt. Sie muss also erst nach und nach herausfinden, was geschehen ist. Hätte das die erste Hälfte des Buches gedauert – geschenkt. Leider braucht sie aber das gesamte Buch dafür, sodass für mich als Leserin absolut gar nichts Überraschendes bei diesen 446 Seiten herumgekommen ist. Zoë selbst fasst dieses Problem gut zusammen: „Vielleicht wollte mir mein Gehirn aber auch etwas sagen, weil ich so grässlich langsam kapierte.“ (S. 416) Nach diesem Zitat folgen nur noch 30 Seiten, aber hätten andere Charaktere ihr nicht die Wahrheit ins Gesicht gesagt, wäre sie wohl bis zum Schluss ahnungslos geblieben.

Doch nicht nur die Gesamtgeschichte, auch viele Details innerhalb der Handlung waren für mich vorhersehbar. Das liegt vor allem anderen, dass die Autorin sich jeder Menge Klischees bedient. Sich persönlich für spät am Abend mit einem Informanten zu verabreden, beispielsweise, geht schließlich nie gut für den Informanten aus. Hinzu kommt die obligatorische Instant-Liebesgeschichte. Meine Hoffnung war, das diesmal umgehen zu können, da Zoë eigentlich bereits einen Freund hat. Leider bedeutet das wohl gar nichts. Hin und wieder hat sie zumindest ein schlechtes Gewissen, aber das hindert sie nicht daran, ab der ersten Begegnung den perfekten Kip anzuhimmeln. Im nächsten Band treffen die beiden Kontrahenten dann das erste Mal aufeinander, sodass sich dafür schon ein ausführliches Liebesdreieck andeutet. Das erhöht meine Motivation, es mit dem zweiten Teil noch einmal zu versuchen, nicht gerade.

Ich muss aber sagen, dass der gute Kip einer der ganz wenigen Charaktere ist, die mir sympathisch sind. Er ist ein ausgeglichener Ruhepol, der nicht auf seiner dramatischen Vergangenheit herumreitet. Im Gegensatz zu ihm ist Zoë aufbrausend, widersprüchlich und sprunghaft wie eine typische Siebzehnjährige. Zwar hat sie mich nicht direkt genervt, aber wirklich warm geworden bin ich mit ihr auch nicht. Daran hat ihre Jammerei wohl genauso großen Anteil wie ihre Begriffsstutzigkeit. Die meisten anderen Charaktere sind relativ flach geblieben, insbesondere Zoës Eltern, aber auch die 'Bösen', aus deren Perspektive ebenfalls Kapitel geschildert werden. Den vermeintlichen Anführer fand ich interessant, weil er mit seiner brutalen Kaltherzigkeit das Geschehen weiter getrieben hat, während seine rechte Hand mit jedem Auftritt immer unfähiger wirkte. Ich weiß, dass die Szenen Zoës herausragendes Talent darstellen sollten, aber die plumpen Angriffsversuche waren für mich einfach nur immer wieder Zeichen für die Inkompetenz der Frau. Möglicherweise waren mir zu dem Zeitpunkt aber auch schon so viele Kritikpunkte ins Auge gefallen, dass der Gesamttenor meiner Beurteilung einfach nur noch in negative Richtung ging.

Fazit
Nach den vielen begeisterten Stimmen hatte ich große Hoffnungen für dieses Buch. Leider sind diese vollständig enttäuscht worden. Ich konnte die gesamte Handlung vorhersagen, ohne eine Seite gelesen zu haben. Die da Protagonistin ziemlich begriffsstutzig ist, kommt das Buch über die Erläuterung des Gesamtkonzepts nicht hinaus. Außerdem bedient sich die Autorin einiger Klischees. Hinzu kommen noch eine Instant-Liebesgeschichte und kaum mehr als zwei Charaktere, die ich sympathisch oder zumindest interessant fand. Da für das nächste Buch auch noch ein Liebesdreieck eingeführt wird, wird „Die Mission“ ohne mich stattfinden, da mich schon „Das Erwachen“ nicht überzeugen konnte und nur zwei Schreibfedern bekommt.


Ich bedanke mich beim cbt Verlag und beim Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Montag, 14. Januar 2019

[Rezension] Jake Scott 2: Red Shark – Peter Sasgen


Titel: Red Shark
Autor: Peter Sasgen
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 23. Februar 2010
Einband: Softcover
Seiten: 475
ISBN: 978-3-404164-01-1
Preis: 8,99 € [D]

Klappentext
Die Vereinten Nationen haben die Botschafter von Nord Korea und Süd Korea zu einem historischen Verbrüderungsakt zusammengebracht. Doch als zwei Bomben mitten in Manhatten detonieren, endet die Friedenskonferenz in einem Blutbad.
Hinter dem Attentat steckt ein Terrorist, der die USA in einen atomaren Schlagabtausch mit Nord Korea verwickeln will. Seine Waffe: Die Red Shark, ein U-Boot mit atomaren Raketen, das weder von Sonar noch von Satelliten geortet werden kann. Der US-Präsident schickt seinen besten Mann, um den furchtbaren Plan zu vereiteln: U-Boot-Commander Jake Scott. Mit seinem betagten Boot, der Reno, heftet er sich an die Fersen der Terroristen. In den Tiefen des Ozeans entscheidet sich das Schicksal der Welt

Einordnung
- Code Red (Teil 1)
- Red Shark (Teil 2)
Die Teile können jedoch auch unabhängig voneinander gelesen werden.

Erster Satz
Der südkoreanische Sonderbotschafter Nak-chung Paik trat aus der ständigen Gesandtschaft der Republik Korea bei den Vereinten Nationen auf die East 45th Street und stieg in einen gepanzerten Mercedes-Benz ein.
(Seite 9)

Rezension
Grundsätzlich hatte dieses Buch alles, was ich an Polit- und insbesondere U-Boot-Thrillern schätze. Es wird aus vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wobei nicht nur der Protagonist und seine Verbündeten Stimmen bekommen, sondern auch die Gegenseite, die Terroristen und neutrale Parteien. Dadurch werden Ziele und Pläne zwar direkt zu Beginn offenbart, doch das mindert in keinster Weise die Spannung. Es wird eher noch mehr Dramatik aufgebaut, da ich zusehen musste, wie die Charaktere ins offene Messer rennen. Zudem macht das Buch den Eindruck als läge ihm ausführliche Recherche zugrunde, da mit vielen technischen Begriffen und militärischen Bezeichnungen gearbeitet wird, die mir zwar nichts sagen (keine Ahnung, wie sich ein 21-Inch-Mark-48-ADCAP-Torpedo (S. 195) von anderen Anti-U-Boot-Waffen unterscheidet), aber die Geschichte und den Kontext authentischer wirken lassen. Auch das Auftauchen von SEALs und Nachrichtendienstlern hat mir gefallen, ganz zu schweigen vom nervenaufreibenden Katz-und-Maus-Spiel in den Tiefen des Ozeans. Aufbau und Grundzutaten stimmten. Das Buch war wie Tom Clancys „Jagd auf Roter Oktober“ - nur nicht so gut.

Dass mir das Buch schlussendlich nur mittelmäßig gefallen hat, liegt allerdings nicht daran, dass es Tom Clancys Niveau nicht erreicht - denn welches Buch tut das schon? Es ganz schlichtweg einige Punkte, mit denen ich mich nicht anfreunden konnte. Der wohl gravierendste Aspekt ist, dass mir die meisten Charaktere, auch die vermeintlichen Sympathieträger, nicht gefallen haben. Im besten Fall waren sie mir gleichgültig, die SEALs beispielsweise, im schlimmsten Fall fand ich sie regelrecht unsympathisch, wie zum Beispiel den Protagonisten. Das ist eine schlechte Voraussetzung, wenn ein Teil der Spannung des Buches daher rührt, dass bei Feindkontakt immer wieder bekannte Charaktere sterben. Dieses Drama ging völlig an mir vorbei.
Außerdem fand ich, dass sich einige Charaktere sehr unglaubwürdig benommen haben. Möglicherweise wollte der amerikanische Autor den nordkoreanischen Diktator als blind und dumm darstellen, mich hat es aber schon im ersten Kapitel aus dem Lesefluss gebracht, dass sich die Nordkoreaner anbrüllen wie eifersüchtige, unterbelichtete Ex-Eheleute. Genauso überstürzt und unpassend fand ich die Instant-Liebe des Protagonisten zur einzigen anderen Frau, die im Buch auftaucht und nicht schon seine Ex-Frau ist. Die vollkommen fehlende Chemie zwischen den beiden findet ihren Tiefpunkt in einer aus dem Hut gezauberten, lieblos hingeschmierten Sexszene, die trotz zweimaligem Verkehr nicht einmal eine Seite lang ist.
Unabhängig von den Charakteren hat mich manchmal auch die Übersetzung gestört. Für ein Verlagsbuch gab es echt viele Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ärgerlich, wäre aber nicht ganz so schlimm gewesen, hätte es nicht zwischendurch immer wieder Sätze gegeben, die ins Leere laufen. Mehrfach gab es Wortaneinanderreihungen, die einfach keinen Sinn ergeben haben. Von Anfang an habe ich mich mit dem Stil etwas schwer getan, da der Autor eine Vorliebe für lange sowie Schachtelsätze hat (siehe erster Satz des Buches). Manchmal wusste ich auch nach zweimaligem Lesen des Satzes nicht, welche Information er mir damit vermitteln möchte. Das ließ sich jedoch alles ignorieren. Nur die Sätze, bei denen der Übersetzer scheinbar selbst den Faden verloren hat, haben mich jedes Mal aus dem Lesefluss gerissen.

Diese Unstimmigkeiten haben sich durch das gesamte Buch gezogen, sind aber in der ersten Hälfte deutlich mehr aufgefallen, denn ungefähr ab der Mitte hat der Autor mit dem aufgewartet, was mir an diesem Buch eindeutig am besten gefallen hat: Spannung. Die ganze zweite Hälfte war so nervenaufreibend spannend, dass ich sie in einem Rutsch verschlungen habe. Zu Beginn waren es noch geheime Pläne und Spione, die mich in Atem gehalten haben, zum Schluss dann die U-Jagd, die nicht nur zwischen dem Amerikaner und dem Nordkoreaner stattfindet, sondern auch einen chinesischen Mitspieler hat. Da es bei Auseinandersetzungen zwischen U-Booten immer um Alles oder Nichts geht, hat allein das schon die Dramatik enorm erhöht. Doch auch die Ungewissheit, wie der Chinese agieren würde, hat meinen Puls in die Höhe getrieben. Am meisten mitgenommen hat mich allerdings der ständige Wechsel aus Agieren und Reagieren. Nach jedem Angriff verstecken sich die U-Boote voreinander, müssen sich erst wiederfinden, bangen darum, nicht in einen Hinterhalt zu fahren und dass ihre Täuschkörper die Torpedos abfangen. Da dieses Katz-und-Maus-Spiel aus allen drei U-Booten geschildert wird, war die Spannung bis zum Ende wirklich enorm. Der Autor zögert den finalen Schlag so lange hinaus, dass ich schon befürchtet hatte, das Buch würde enden, bevor es soweit ist.

Fazit
In der Grundstruktur war das Buch genau so, wie ich U-Boot-Thriller mag: Viele Perspektiven, technische Begrifflichkeiten, mit Nachrichtendienstlern und Kapiteln aus der Sicht der Terroristen. In der zweiten Hälfte war das Buch außerdem nervenaufreibend spannend mit einem dramatischen Katz-und-Maus-Spiel. Leider gab es auch einige Kritikpunkte: Die Charaktere waren mir allesamt unsympathisch bis gleichgültig, teilweise benehmen sie sich unglaubwürdig, für den Protagonisten wird eine unpassende Instant-Liebe aus dem Hut gezaubert und die Übersetzung war durch viele Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie sinnfrei ins Nichts laufende Sätze auch eher weniger gelungen. „Red Shark“ ist ein U-Boot-Thriller wie Tom Clancys 'Jagd auf Roter Oktober', nur bei Weitem nicht so gut und bekommt daher nur drei Schreibfedern.