Samstag, 14. Juli 2018

[Rezension] Helden des Olymp 4: Das Haus des Hades – Rick Riordan


Titel: Helden des Olymp – Das Haus des Hades
Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 607
ISBN: 978-3-551556-04-2
Preis: 18,99 € [D]

Klappentext
Percy und Annabeth haben es mit ihren Freunden durch Luft und Wasser bis nach Rom geschafft. Doch nun steht alles auf dem Spiel: Die Erdgöttin Gaia und ihre Armee aus Riesen können sie nur aufhalten, wenn sie die Tore des Todes von beiden Seiten gleichzeitig verschließen.
Gut, dass Percy und Annabeth ohnehin durch einen Felsschlund in die Unterwelt gestürzt sind, da können sie gleich auf die Suche nach ihnen gehen. Und ihre Freunde müssen die oberirdische Seite der Tore finden. Werden sie es rechtzeitig schaffen und den Untergang des Olymps verhindern?

Einordnung
- Der verschwundene Halbgott (Teil 1)
- Der Sohn des Neptun (Teil 2)
- Das Zeichen der Athene (Teil 3)
- Das Haus des Hades (Teil 4)
- Das Blut des Olymp (Teil 5)
Die Reihe spielt nach den Ereignissen aus „Percy Jackson“ und vor den Reihen „Magnus Chase“ und „Die Abenteuer des Apollo“.

Erster Satz
Beim dritten Angriff hätte Hazel fast einen Felsquader gegessen.
(Seite 7)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!

Eine Zusammenfassung des Buches in zwei Worten: Epische Charakterentwicklung. Die Reise der Figuren durch die Alte Welt geht weiter, die Handlung wird fortgesetzt und die Schlacht spitzt sich zu, aber dieses Buch steht eindeutig unter dem Stern der Charakterentwicklung. Der Leser kennt alle Charaktere und diese kennen sich jetzt auch gegenseitig, sodass sich das gesamte dicke, lange Buch mit der Weiterentwicklung der Charaktere und der Beziehungen beschäftigt. Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen, wie unfassbar gut mir das gefallen hat. Jede Figur findet im Laufe dieses Buches durch die verschiedenen Gegner, Hindernisse und Schwierigkeiten etwas über sich selbst heraus. Jeder von ihnen wird ein Stück mächtiger, indem er oder sie sich der Wahrheit stellt und sie anerkennt.
Doch auch die Beziehungen entwickeln sich weiter. Die Romanzen werden reifer und vertrauensvoller. Es entwickeln sich aber auch neue, sehr starke Freundschaften, insbesondere zwischen Nico und Jason. Zwischen diesen beiden entstehen eine solche Verbundenheit und Loyalität, dass es mir mehrfach die Tränen der Rührung in die Augen getrieben hat. Doch auch als Nico und Frank ihre Fähigkeiten auf unerwartete Weise kombiniert haben, hatte ich wirklich Gänsehaut. Die meisten Figuren mochte ich auch vor diesem Buch schon, aber durch ihre individuelle Entwicklung sowie die Entwicklung ihrer Beziehungen habe ich sie alle sehr, sehr fest ins Herz geschlossen.

Ein weiterer Punkt, der mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, betrifft wieder die Charaktere. Diesmal jedoch nicht die Kämpfer auf der Argo II, sondern all die Charaktere, die Percy und seine Freunde im Laufe der bisherigen acht Bücher kennengelernt haben. Die Mannschaft der Argo II trifft auf einige bekannte Wesen, doch insbesondere Percy und Annabeth sehen im Tartarus eine ganze Menge bekannte Gesichter wieder. Sie treffen Monster, die sie getötet haben, und Freunde, die im Kampf gefallen sind. Ihre Wanderung durch den Tartarus hat bei mir richtiggehend Nostalgie ausgelöst. Es ist so lange her, dass ich die „Percy Jackson“-Reihe gelesen habe. So unerwartet Gegner sowie Monster-Freunde vor die Nase gesetzt zu bekommen, war einfach wunderschön. Ich habe mich über jede bekannte Figur gefreut, selbst wenn es böse Monster waren, die Percy selbst im Tod noch vernichten wollten.

Ganz nebenbei werden in diesem Band auch eine ganze Menge Fragen beantwortet, die sich Fans schon seit langer Zeit stellen. Es beginnt mit der Wanderung durch den Tartarus, dem letzten noch unbekannten Gebiet. Er wird ausführlich beschrieben und ist wirklich der gruseligste Ort, den jemals ein Halbgott betreten hat. Doch nicht nur das, auch viele andere Details werden eingestreut, wie beispielsweise die Antwort auf die Frage, ob Springflut in Kugelschreiberform eigentlich schreiben kann. Damit ist dieses Buch wirklich ein Geschenk für jedes Fanherz. Ich für meinen Teil mochte jedenfalls alle bisherigen Bände mit Percy Jackson unglaublich gern, kann aber ohne zu zögern sagen, dass „Das Haus des Hades“ mein absoluter Liebling ist. Rick Riordan erzählt auf einem sehr, sehr hohen Niveau, aber dieses Buch ist wirklich das Sahnehäubchen seiner bisherigen Arbeit. Doch mal ehrlich, wie kann es auch anders sein bei einem Buch, das mit der folgenden Widmung beginnt: „Für meine wunderbaren Leserinnen und Leser. Das mit dem letzten Cliffhanger tut mir leid. Na ja, vielleicht doch nicht. HAHAHAHAHA. Aber jetzt mal im Ernst: Ich liebe euch, Leute.“

Fazit
Ich liebe dieses Buch. Es hat mehr Charakterentwicklung als ich in Worte fassen kann. Individuell ist jeder einzelne Charaktere reifer und mächtiger geworden; die Freundschaften und Kampfbündnisse haben mir Gänsehaut und Tränen der Rührung beschert. Außerdem ist das Nostalgie-Niveau sehr hoch, denn es tauchen unzählige seit „Diebe im Olymp“ altbekannte Figuren wieder auf: Gegner sowie Freunde. Fans werden sich zudem über die Beantwortung zahlreicher im Grunde nebensächlicher Fragen freuen. „Das Haus des Hades“ ist mein absolutes Lieblingsbuch von Rick Riordan und bekommt alle fünf Schreibfedern, obwohl es die Skala eigentlich sprengt.

Donnerstag, 12. Juli 2018

[Aktion] Top Ten Thursday #33 | 10 liebste Buchpärchen

Heute bin ich mal wieder beim Top Ten Thursday dabei. Und das gleich mit einem nicht ganz einfachen Thema. Zugegebenermaßen kann ich mich mit den Pärchen in Büchern relativ häufig nicht so richtig anfreunden, sodass viele gar nicht erst in Frage kamen. Meist gefällt mir die Liebesgeschichte einfach nicht; oftmals würde ich die Charaktere auch lieber in anderer Kombination verkuppeln. Nichtsdestotrotz haben es nach kritischer Auswahl immer noch vierzehn Paare auf meine Liste geschafft. Danach war das Aussortieren eigentlich unmöglich, sodass ich jetzt zwar zehn Pärchen aufliste, in die Texte aber noch zwei weitere Paare geschummelt habe. Es ging einfach nicht anders. :D

Weitere Informationen zur Aktion findet ihr bei Aleshanee von 'Weltenwanderer'. :)


Das heutige Thema
10 liebste Buchpärchen 

Meine Top Ten
(willkürlich sortiert)

Percy Jackson und Annabeth Chase
(Percy Jackson und Co.)
Die beiden sind einfach Kult. So lange umeinander herum geeiert, sind sie inzwischen ein absolutes Power-Pärchen. Ich mag sie einzeln und gemeinsam richtig gern. Die Mitglieder der Chase-Familie haben einfach Glück mit der Liebe. (Achtung, Spoiler zu "Magnus Chase 3": Magnus Chase und Alex Fierro standen auf der Shortlist für diesen Beitrag; ich liebe sie!)

Magnus Bane und Alec Lightwood
Noch so ein Power-Pärchen. Sie sind einfach in allen Medien unglaublich niedlich - Film, Serie, Buch. Mir gefällt, wie sie mit ihren Fähigkeiten harmonieren und ihre Schwächen durch die Stärken des anderen ausgeglichen werden. (Auch die Lightwoods haben ein glückliches Händchen für die Liebe. Isabelle Lightwood und Simon Lewis wären beinahe ebenfalls in diesem Beitrag gelandet.)

Remus Lupin und Nymphadora Tonks
Die beiden sind schon immer mein absolutes Lieblingspaar aus dem Harry Potter Universum gewesen. Ich habe mich so für sie gefreut! Und Fanfiktions über sie geschrieben, nachdem sie die einzigen Charaktere waren, bei denen ich im siebten Buch Rotz und Wasser geheult habe.

Simon Spier und Blue
(Simon vs. the Homo Sapiens Agenda, dt. Nur drei Worte)
Ja, Spoiler elegant vermieden. :D Nachdem ich mich beim Lesen des Buches mit Simon in Blue verliebt habe, mussten die beiden natürlich auf die Liste. Vorgestern habe ich den Film im Kino gesehen: So gut! Kann ich nur empfehlen.

Aeduan und Iseult
Eine Hass-Liebe hat es auch auf die Liste geschafft, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob sie überhaupt als Paar zählen. Ich kann gar nicht genau sagen, warum ich die beiden so mag. Aber ich habe die Verbindung zwischen ihnen sofort gesehen und gespürt und war von Anfang an absolut dabei. (Aus dieser Reihe hätte es aber im Grunde jedes Paar und Hoffentlich-Bald-Paar auf die Liste schaffen können, ich mag sie tatsächlich alle.)

Dannyl und Tayend
Mit den beiden habe ich lange mitgefiebert. Am meisten hat mich der subtile Erzählstil mitgerissen. Die Emotionen waren spürbar, ich wusste genau, was da gerade läuft, aber nichts davon ist jemals explizit im Text genannt worden. Sie sind mit das erste Paar, das ich jemals geshippt habe.

Tiberias Calore VII und Mare Barrow
Dass ich dieses Paar mag, überrascht mich immer wieder. Es entspricht genau dem Schema, dem ich sonst nie etwas abgewinnen kann. Aber bei den beiden passt es einfach. Ihr Umgang miteinander, die Beschreibung ihrer Gefühle, die Entwicklung ihrer Beziehung... Ich hoffe so sehr, dass das auch im finalen Band noch was wird.

Will Solace und Nico di Angelo
Schon wieder Rick Riordan. Der Mann kann es einfach. Es gibt nicht viele Szenen mit den beiden, aber wie die meisten anderen Fans bin auch ich fast ausgeflippt, als sie tatsächlich als Paar bestätigt wurden. Will tut dem armen Nico so gut. Und sie sind so knuffig; das kann ich kaum beschreiben.

Ryan Thorne und Etana (alias Kainda)
Ich schätze, das ist das abgedrehteste Paar auf meiner Liste. Zum einen, weil Romantasy nicht wirklich mein Genre ist. Und zum anderen, weil eigentlich die Beziehung zwischen dem Tierarzt Ryan und der Leopardin Etana auf dieser Liste steht und nicht die mit der Menschenfrau Kainda. (Gestaltwandlerin, falls sich jemand wundert.) Ganz unerwartet haben die beiden mich wirklich berührt.

Markus und Alex
Immer, wenn es mir schlecht geht, nehme ich dieses Buch aus dem Regal und blättere hindurch. Markus und Alex sind ein Traumpaar und ihre Beziehung ist so intensiv und packend beschrieben, dass ich jedes Mal wieder die ganze Nacht durch lese. Auch nach drei Jahren gehören sie noch zu meinen absoluten Lieblingen.

Mittwoch, 11. Juli 2018

[Rezension] Percy Jackson auf Monsterjagd mit den Geschwistern Kane – Rick Riordan



Titel: Percy Jackson auf Monsterjagd mit den Geschwistern Kane
Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 10. Januar 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 205
ISBN: 978-3-551556-83-7
Preis: 12,99 € [D]

Klappentext
Die Herrschaftsgebiete der alten Götter überlappen sich – und es gibt böse Mächte, die sich das zunutze machen wollen! Zum Glück bekommen Percy und Annabeth angesichts der neuen Gefahren Hilfe von den Geschwistern Kane, Nachkommen eines mächtigen Pharaos. Denn sie brauchen die Magie beider Welten, der griechischen und der ägyptischen, um das Böse abzuwehren. Neue Monster und ganz neue Abenteuer warten auf sie!

Einordnung
Das Buch ist kein Teil einer Reihe, spoilert allerdings die „Percy Jackson“-Reihe sowie „Die Kane-Chroniken“.

Erster Satz
Von einem Riesenkrokodil gefressen zu werden, war schon mies genug.
(Seite 11)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der „Percy Jackson“- Reihe sowie der „Kane-Chroniken“ enthalten!

Dieses Büchlein beinhaltet die drei Kurzgeschichten „Der Sohn des Sobek“, „Der Zauberstab des Serapis“ und „Die Krone des Ptolemäus“, in denen Percy, Annabeth, Sadie und Carter aufeinander treffen. In Summe erleben diese Kurzgeschichten aber wieder eine gesamte Geschichte mit zwei Monstern am Anfang und dem finalen Kampf am Ende. Damit ist das Buch genauso aufgebaut wie die anderen Reihen des Universums. Durch die Zusammengehörigkeit der Kurzgeschichten hat es mir auch nichts ausgemacht, dass sie so kurz waren. Im Vergleich zu den anderen Büchern ist hier natürlich alles relativ schnell abgehandelt, aber es ist dennoch eine Entwicklung sichtbar.

Besonders interessant fand ich die Mischung aus griechischer und ägyptischer Mythologie. Diese Überschneidung findet auf zwei Ebenen statt. Zum einen haben die Monster, die eine Rolle spielen, einen Ursprung in beiden Mythologien. Zum anderen lernen sich Percy, Annabeth, Sadie und Carter kennen und müssen in ihr ohnehin schon verrücktes Weltbild noch Zauberer oder Halbgötter einbauen. Es war faszinierend, wie Annabeth Sadies Zauberstab verwendet und Carter altgriechische Worte vorgelesen hat. Diese Mischung aus zwei ganz unterschiedlichen Konzepten fand ich interessant und gelungen. Hier ist mir auch zum ersten Mal bewusst aufgefallen, dass Rick Riordan für die griechische, römische und nordische Mythologie Halbgötter genutzt hat, während die Figuren, die Teil der ägyptischen Seite sind, lediglich Normalsterbliche mit magischen Fähigkeiten sind. Dieser überraschenden Erkenntnis müssen sich auch die Charaktere stellen.

Obwohl mir das Buch grundsätzlich gefallen hat, ist mir auch diesmal wieder aufgefallen, wie anstrengend Carter Kane ist. Die erste Kurzgeschichte wird aus seiner Perspektive geschildert und hat mir am wenigsten gefallen. Er ist so überheblich und wo Jason mit Percy harmoniert hat, trifft Carter bei Percy einen Nerv, der ihn dagegen halten lässt. Annabeth und Sadie kommen dagegen direkt wunderbar miteinander aus. Am besten hat mir jedoch die von Percy erzählte letzte Kurzgeschichte gefallen. Er wirkt so viel reifer und respekteinflößender als Carter, dass ich es schade finde, dass er nicht schon den Anfang geschildert hat. Das hätte mir wohl einige kindische, zum Teil nicht mehr lustige Auseinandersetzungen erspart.

Fazit
Dieses Buch ist ein Crossover aus griechischer und ägyptischer Mythologie. Dabei sind die einzelnen Kurzgeschichten aufgebaut wie die anderen Reihen des Autors und stellen eine Entwicklung der Ereignisse bis hin zum Showdown mit dem Endgegner dar. Durch diese Zusammenhänge war es in Ordnung, dass in den einzelnen Geschichten alles relativ schnell abgehandelt wurde. Interessante Informationen und spannende Treffen zwischen den Zauberern und den Halbgöttern gab es trotzdem. Schade fand ich nur, dass Carter Kane das erste Kapitel erzählt hat, weil er es mir mit seiner kindischen Überheblichkeit manchmal etwas verdorben hat. Insgesamt ist „Percy Jackson auf Monsterjagd mit den Geschwistern Kane“ ein lesenswerter Zusatzband, der Rick Riordans Mythologie-Universum noch weiter verschmelzen lässt und dafür vier Schreibfedern bekommt.