Sonntag, 17. September 2017

[Blogparade] Außergewöhnliche Liebesromane

Ich habe noch nie bei einer Blogparade mitgemacht. Und eigentlich hatte ich das auch bei Sophias Parade nicht vor, da ich kaum Liebesromane lese. Als ich genauer darüber nachgedacht habe, sind mir dann aber doch einige Bücher eingefallen, die zum Thema passen. Denn: Ich lese Liebesromane nicht, weil ich das immer gleiche Schema total langweilig finde. Sophia hat es gut zusammengefasst mit: "Mann und Frau treffen sich - Mann oder Frau haben gewisse Probleme - Schwierigkeiten treten auf - Mann und Frau finden doch zusammen". In dieser Blogparade geht es aber eben gerade nicht um solche prototypischen Liebesromane, sondern um außergewöhnliche Geschichten. Und da habe ich doch einige gelesen, die zum Thema passen. Gerade, weil ja mittlerweile im Grunde in jedem Buch eine Liebesgeschichte eine Rolle spielt, unabhängig davon, welchem Genre dieses Buch zuzuordnen ist.




A little something different (dt. Klar ist es Liebe) [Q]


Autorin Sandy Hall hat hier eine Geschichte geschrieben, die tatsächlich etwas 'different' ist. In dem Buch geht es um Lea und Gabe, die sich an der Uni kennenlernen und sich langsam ineinander verlieben. Besonders ist an diesem Buch nicht die Liebesgeschichte, sondern die Erzählperspektive. Die Geschichte wird nämlich aus vierzehn unterschiedlichen Perspektiven erzählt - Lea und Gabe selbst kommen dabei aber nie zu Wort. Stattdessen berichtet der Mann vom Lieferservice von ihnen, der Busfahrer, die Dozentin, eine Parkbank, ein Eichhörnchen, die besten Freunde und so weiter. Alle finden Lea und Gabe unheimlich niedlich und gemeinsam erzählen sie diese Liebesgeschichte, in der die Protagonisten selbst nie zu Wort kommen. Das ist der Autorin wunderbar gelungen und war herzerwärmend zu lesen. [Rezension]



Die Chroniken der Unterwelt 1: City of Bones [Q]




Wird die Reihe als Ganzes betrachtet, sind die vielen Liebesgeschichten nicht mehr so außergewöhnlich. Aber in diesem ersten Band dachte ich durchaus noch, dass die Liebe zwischen Jace und Clary ungewöhnlich ist. Da ich nicht spoilern möchte, nur so viel: Es ist eine verbotene Liebe. Und zwar verboten auf eine Art und Weise, die ich bis dahin noch nie in einem Buch gelesen hatte. [Rezension]






Simon vs. The Homo Sapiens Agenda (dt. Nur drei Worte) [Q]


In gewissem Sinne ist das Buch von Becky Albertalli schon deshalb außergewöhnlich, weil es um die Liebesgeschichte zweier Jungen geht. Schon damit weicht das Buch vom typischen Schema ab, das Sophia genannt hat. Darüber hinaus finde ich aber auch noch ungewöhnlich, dass die beiden Jungen sich den Großteil des Buches gar nicht kennen. Sie finden sich im Internet und schreiben E-Mails, aber alles unter Pseudonymen. Sie wissen, dass sie auf dieselbe Schule gehen, aber es dauert sehr, sehr lange, bis sie die Identität des jeweils anderen herausfinden. Die ganz zarte, langsame und unschuldige Liebesgeschichte entspinnt sich also fast das gesamte Buch über durch zögerliches, schriftliches Flirten und ein Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit, ohne dass sie einander kennen. [Rezension]



The Love Interest (keine deutsche Übersetzung) [Q]

Dieses Buch ist die ultimative Antwort auf die gerade für Jugendbücher typischen Liebesdreiecke. Die gesamte Geschichte, die Cale Dietrich sich ausgedacht hat, nimmt jede Menge Klischees aus Jugendbüchern auf die Schippe. Unter anderem die Tatsache, dass das Mädchen sich immer zwischen zwei Jungen entscheiden muss, von denen einer der liebe, nette Junge von nebenan ist, den sie schon ewig kennt, und der andere der düstere, gefährliche Macho mit tragischer Vergangenheit, der neu in die Stadt kommt. Es werden wirklich alle Klischees der prototypischen Liebesgeschichte verwendet - inklusive 'Kratz dich am Nacken, damit dein Shirt hoch rutschen kann und eine Streifen glatter, muskulöser Bauch zu sehen ist'. Das alles jedoch auf herrlich parodierende Art. Dem Ganzen hat der Autor dann noch dadurch die Krone aufgesetzt, dass den beiden Jungen das Mädchen eigentlich völlig gleichgültig ist, weil sie stattdessen Gefühle füreinander entwickeln. [Rezension]

Kommentare:

  1. Hi Jenny!

    Oh, da kenne ich von deinen auch nur City of Bones - ich weiß, was es mit der "verbotenen" Liebesgeschichte auf sich hat, aber das hatte mich ehrlich gesagt eher geärgert bzw. verwundert. Ich konnte nicht so wirklich viel damit anfangen, und deshalb hab ich auch nach dem ersten Band nicht mehr weitergelesen.

    Das erste von deinen find ich ziemlich cool, mit der Sicht aus den verschiedenen Figuren, ohne das Paar selber. Das ist sicher mal ganz was anderes und könnte mich direkt neugierig machen :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hey Aleshanee,

      wenn du nur deshalb nicht weiter gelesen hast, solltest du das aber noch mal tun. ;) Das ist ein vorübergehender Zustand. Ich hoffe, der Spoiler macht dir nichts aus.

      Mit dem ersten Buch wünsche ich dir viel Spaß, wenn du es liest. ;) Ich hoffe, auf Deutsch ist das genauso gut wie auf Englisch. :D

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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  2. Hallo Jenny,

    leider kam ich noch nicht dazu Die Chroniken der Unterwelt zu lesen. Ich möchte die Reihe so gerne mal starten, aber irgendwie komme ich nie dazu. Dabei habe ich schon so viel positives davon gehört und die ersten Bände habe ich auch schon im Regal stehen.

    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hey Tanja,

      ich kann die Reihe wirklich nur empfehlen. Und wenn man einmal angefangen hat, geht es auch ziemlich schnell, obwohl die alle so dick sind. Ich drücke dir die Daumen, dass du demnächst mal die Zeit dafür findest.

      Liebe Grüße,
      Jenny

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  3. Hey Jenny,

    das Konzept von "A little something different" klingt wirklich spannend. Ich hab im Grunde kein Problem mit wechselnden Perspektiven, aber hier habe ich ein bisschen Sorge, dass es mir zu viel sein könnte.

    "Nur drei Worte" haben ja schon einige empfohlen und wie ich unter deinem Kommentar bei mir schon sagte: Ich möchte es auch unbedingt noch lesen.

    "The Love Interest" klingt witzig. Ich lese ja wirklich gern Liebesgeschichten und hab auch nicht so ein Problem damit wenn die Charaktere ab und an Klischees oder einfach nur platt sind. Aber wenn ich auf eins allergisch reagiere, dann sind es Dreiecke in jeglicher Form. Ich HASSE es :D Insofern finde ich das eine recht erfrischende Idee, wenn die Typen sich nicht für die Frau interessieren.

    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Hey Julia,

      ich kann mit wechselnden Perspektiven normalerweise nicht so gut, aber hier war das überhaupt kein Problem. Die Perspektiven werden nicht wirklich ausgearbeitet. Also du erfährst vielleicht ein, zwei Details über das Leben des jeweiligen Erzählers, aber eigentlich wird immer nur die Liebesgeschichte erzählt. Die Lehrerin beispielsweise kommt nach Hause und erzählt ihrer Lebenspartnerin beim Essen, was die beiden in ihrem Unterricht getan haben. Dadurch weiß man, dass die Lehrerin lesbisch ist, aber mehr Details gibt es nicht, weil der Fokus auf ihrer Schilderung der Beobachtungen liegt. Von daher war es für mich überhaupt kein Problem, mich auf die vielen Perspektiven einzulassen. Ich musste mich nicht ständig umstellen, weil es im Grunde nur um zwei Personen ging - trotz vierzehn Perspektiven.

      Bei "Nur drei Worte" wünsche ich dir ganz viel Spaß!

      Also wenn du "The Love Interest" liest, dann lass dir gesagt sein: Das ist alles eine Parodie! Es ist nicht das übliche Jugendbuch mit dem üblichen Liebesdreieck, das einfach nur anders aufgelöst wird. Der Autor hat ganz bewusst und ganz gezielt jede Menge Klischees auf die Schippe genommen und diese nur in eine Geschichte verpackt. Das Buch erzählt also im Grunde schon die prototypische Geschichte, aber die Meta-Ebene mit den unendlich vielen Witzen ist echt nicht zu übersehen. :D

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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  4. Gay Romance ist im Grunde so gar nicht mein Genre, aber "The Love Interest" klingt wunderbar, und ich wundere mich immer ein wenig warum es so lange gedauert hat bis einer ein "typisches" Jugendbuch schrieb in dem sich die Jungs ineinenader verlieben. :)

    Auch "Simon & The Homo Sapiens Agenda" klingt gut, unter dem Titel konnte ich mir nie so recht was vorstellen, für eMail Romane habe ich eine gewisse Schwäche.

    "A little something different" muss nun doch endlich mal auf meine Merkliste wandern, das Konzept klingt schon nach einer lesenwerten Romanze.

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    1. Hey. ;)

      Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich "The Love Interest" tatsächlich bei Gay Romance einordnen würde. Ja, der Protagonist ist schwul, aber im Grunde ist es einfach nur ein Science-Fiction Buch. Also der typischen Gay Romance entspricht es definitiv nicht! Auf Ebene der Geschichte ist es Science-Fiction, aber der Autor hat eine zweite Ebene eingebaut, auf der er sich über sämtliche Klischees aus Jugendbüchern lustig macht. Die ganzen Klischees sind also eindeutig nicht ernst gemeint, sondern werden parodiert. Und wie ließe sich ein Liebesdreieck besser parodieren als wenn die beiden Jungs sich als schwul herausstellen? :D Ich kann dir das Buch also nur ans Herz legen, auch wenn Gay Romance eigentlich nicht dein Genre ist.

      Der Titel "Simon vs. The Homo Sapiens Agenda" wird im Laufe des Buches mal in einer E-Mail erwähnt, allerdings gestehe ich, dass ich es so ganz auch nicht verstanden habe. Scheint so etwas wie Simon vs. der Rest der Menschheit zu sein. :D Wenn dir E-Mail Romane auch gefallen, wenn sie nicht ausschließlich aus E-Mails bestehen, sondern ganz viel auch aus normalem Text, dann immer ran ans Buch!

      Viel Spaß auch bei "A little something different". Das Buch war wirklich echt niedlich. Und ziemlich gut umgesetzt.

      Liebe Grüße,
      Jenny

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