Freitag, 15. September 2017

[Rezension] Helden des Olymp 1: Der verschwundene Halbgott – Rick Riordan


Titel: Helden des Olymp – Der verschwundene Halbgott
Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 25. September 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 576
ISBN: 978-3-551556-01-1
Preis: 17,90 € [D]


Jason erinnert sich an gar nichts – nicht einmal an seine besten Freunde Piper und Leo. Und was hat er in Camp Half-Blood zu suchen, wo angeblich nur Kinder von griechischen Göttern aufgenommen werden? Zu allem Überfluss gehören die drei Freunde laut Prophezeiung zu den legendären sieben Halbgöttern, die den Olymp vor dem Untergang bewahren sollen. Kein Problem – Leo treibt einen mechanischen Drachen als Transportmittel auf und los geht’s! Und dann gilt es auch noch einen seit längerem verschwundenen Halbgott zu finden, einen gewissen Percy Jackson ...


- Der verschwundene Halbgott (Teil 1)
- Der Sohn des Neptun (Teil 2)
- Das Zeichen der Athene (Teil 3)
- Das Haus des Hades (Teil 4)
- Das Blut des Olymp (Teil 5)
Diese Reihe spielt im Anschluss an die „Percy Jackson“ Reihe und vor den Reihen „Die Abenteuer des Apollo“ und „Magnus Chase“.


Jasons Tag war auch schon vor dem elektrischen Schlag mies gewesen.
(Seite 7)


Entgegen meiner Erwartung wurde das Buch nicht nur von Jason erzählt, sondern auch von seinen Freunden Piper und Leo. Das ergab mehrfach interessante Perspektiven auf die Ereignisse und hat die Charaktere noch um einiges sympathischer werden lassen. Jason macht trotzdem den Eindruck als wäre er die Hauptfigur. Er hat sein Gedächtnis verloren und befindet sich während des gesamten Buches auf der Jagd nach seinen Erinnerungen. Er scheint eine wichtige Figur zu sein, der eine ganz besondere Rolle zukommt. An seiner Seite ist Leo, sein beste Freund. Er ist ebenfalls wichtig und außerdem begabt, sehr sympathisch, charmant und talentiert. Dass er sich selbst ständig in Jasons Schatten sieht, sorgt durchaus schon mal für Reibereien. Trotzdem verbindet die beiden Jungen eine innige Freundschaft, die beiden viel bedeutet. Dritte Erzählerin ist Piper. Ihre Perspektive ist am interessantesten, da der Leser von Anfang an weiß, dass sie eine Verräterin ist. Es war sehr spannend, darauf zu warten, dass sie es tut oder auffliegt. Damit hatte das Buch drei ganz unterschiedliche Perspektiven, die allesamt spannend zu verfolgen waren und sich immer im richtigen Moment abgewechselt haben.

Bei allen anderen Aspekten kann ich mich nur aus meinen anderen Rezensionen zu Büchern des Autors wiederholen. Rick Riordan fällt wirklich immer etwas Neues ein. Diese Buch widmet sich hauptsächlich dem Wetter, insbesondere dem Wind. Aeolus, der durchgedrehte Gott der Winde, ist in gewissem Sinne eine Parodie menschlicher Meteorologen durch seine vagen, sich ständig ändernden Wettervorhersagen. Ihm sozusagen untergeordnet sind die Götter des Nord-, Süd-, West- und Ostwinds, die sich häufig gegenseitig in die Haare kriegen und damit für stürmisches Chaos verantwortlich sind. Auch wenn er sich der Mythologie bedient, ist es immer wieder faszinierend, wie der Autor seine Geschichte in der realen Welt verankert, indem er alltägliche Begebenheiten oder große Katastrophen wie den Brand von 1666 in London durch das Verhalten von Göttern, Halbgöttern oder anderen mythischen Wesen erklärt.

Aufgefallen ist mir außerdem, dass dieses Buch wesentlich reifer wirkt als die Percy Jackson Reihe. Das liegt natürlich unter anderem daran, dass die Charaktere 16 oder 17 Jahre alt sind und damit älter als Percy zu Beginn. Doch auch Erzählstil und Komplexität wirken reifer. Die unterschiedlichen Perspektiven, ausführlichere Beschreibungen und die Erweiterung der bereits bekannten Welt machen dieses Buch anspruchsvoller. Zudem werden auch rückwirkend Erklärungen geliefert oder neue Erkenntnisse enthüllt, die die Ereignisse der Percy Jackson Reihe anreichern und erweitern. Die Reihe bewegt sich damit weg von Kinder- und hin zum Jugendbuch. Nichtsdestotrotz verliert der Autor dabei nicht den Humor und im Grundsatz bleibt die Erzählweise weiterhin locker und lässig. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor seinem Stil treu bleibt, während seine Geschichte langsam erwachsen wird.


Das Buch wird aus drei sehr unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Jeder Erzähler ist interessant und es hat mir gefallen, mehr über die Figuren zu erfahren. Ihre Entwicklungen waren spannend zu verfolgen. Fasziniert hat mich wieder, wie der Autor sich immer etwas Neues ausdenkt und das in der realen Welt verankert. Ich habe wieder viel gelernt. Und obwohl der wunderbare Humor und der lockere, lässige Erzählstil bleiben, wirkt die Geschichte reifer. Sie ist ein wenig anspruchsvoller und reichert die in der Percy Jackson Reihe geschaffene Welt noch weiter an. „Helden des Olymp – Der verschwundene Halbgott“ war ein tolles Leseerlebnis und ein wunderbarer Start in die Reihe und bekommt dafür fünf Schreibfedern von mir.

Kommentare:

  1. Wie cool, dass das Buch dir gefallen hat! Ich LIEBE Leo, er ist einer der besten Charaktere in diesem "Universum" für mich (nicht gaanz so toll wie Percy aber schon verdammt nah dran:D). Am Anfang konnte ich noch nichts mit Jason anfangen, aber das hat sich dann im Laufe der Reihe auch gelegt. Dir auf jeden Fall noch viel Spaß mit den Büchern!:)

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    1. Hey,

      ich liebe Rick Riordan! ♥ Seine Bücher gefallen mir eigentlich immer. Es ist echt eine Schande, dass ich "Helden des Olymp" noch nicht zu Ende gelesen habe. (Ja, mir ist beim Lesen wieder eingefallen, dass ich die ersten Bände schon mal gelesen habe - mehr waren damals noch nicht erschienen. Und dann habe ich es irgendwie verpasst, wieder auf den Zug aufzuspringen.) Aber ich habe vor, das sehr bald nachzuholen. :)

      Liebe Grüße,
      Jenny

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