Dienstag, 28. November 2017

[Rezension] Amani 1: Rebellin des Sandes – Alwyn Hamilton


Titel: Amani – Rebellin des Sandes
Autor: Alwyn Hamilton
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 22. August 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 350
ISBN: 978-3-570164-36-5
Preis: 16,99 € [D]


Amani ist sechzehn Jahre alt, die beste Schützin unter der Sonne und will nur eins: weg aus Dustwalk, einem gottverlassenen Kaff mitten in der Wüste von Miraji. Als Jin, ein geheimnisvoller Fremder, Amani bei einem Schießwettbewerb das Leben rettet, fliehen sie gemeinsam. Bald kämpfen Amani und Jin gegen die gnadenlose Wüste, magische Djinn und die Schergen des Sultans. Unversehens steckt Amani mitten in einer Rebellion, die das Schicksal ihres Landes entscheiden könnte und ihre Gefühle für Jin offenbart ...


- Rebellin des Sandes (Teil 1)
- Verräterin des Throns (Teil 2)
- Hero at the Fall (dt. unbekannt, Teil 3)


Leute, die sich nach Einbruch der Dunkelheit noch in Deadshot aufhalten, führen nichts Gutes im Schilde, hieß es.
(Seite 5)


Ich war ein wenig skeptisch, wie mir dieses Buch gefallen würde, weil ich mich in Orientalistik nicht so richtig auskenne und die Geschichte oft mit ihrer Verbindung zu den Erzählungen aus 1001 Nacht angepriesen wurde, die mich nie besonders ansprechen konnten. Tatsächlich steckt in „Amani“ durch die Kultur mit Polygamie und Unterdrückung der Frauen sowie das Setting mitten in der Wüste, die nur auf Kamelen oder magischen Pferden durchquert werden kann, eine Menge orientalische Stimmung. Die Konstruktion der Welt lässt sich jedoch nicht darauf beschränken. Mit dem Schießwettbewerb und der Faszination bezüglich der großen, schwarzen Rauch spuckenden Eisenbahn fließen auch Elemente des Western mit in die Geschichte ein. Hinzu gegeben hat die Autorin außerdem noch eine Portion Magie, sodass magische Wildpferde durch die Wüste galoppieren und Djinnis den Menschen auf ihrer Reise Wünsche erfüllen. Aus dieser Mischung entsteht ein märchenhaftes Buch, das sowohl interessant als auch schön zu lesen war, auch wenn es mir am Anfang etwas zu viel Märchen und zu wenig Handlung hatte.

Das änderte sich jedoch im Verlaufe des Buches. Parallel zu Protagonistin Amani entwickelt sich auch die Handlung immer weiter. Zu Beginn des Buches ist Amani recht eigensinnig und nur auf ihre Flucht aus Dustwalk bedacht. Sie lügt und betrügt und stellt ihre Flucht immer an erste Stelle, selbst wenn sie dafür ein Unrecht begehen oder einen verletzten Freund zurücklassen muss. Zeitgleich gibt es kaum Handlung, weil Amani sich lediglich auf ihre Flucht vorbereitet, ihr aktuelles Elend beschreibt und ihr Ziel vor Augen hat. Erst im Laufe der Zeit erkennt sie, dass Unterstützung manchmal ganz hilfreich sein kann, dass sie auch als Frau etwas wert ist und dass es vielleicht Pläne gibt, die besser oder wichtiger sind als ihr eigener. Währen dieser Entwicklung hat mich auch die Handlung immer wieder überrascht, weil sie sich in eine ganz unerwartete Richtung verändert hat. Es gibt Hinweise auf die Ereignisse und Offenbarungen, aber diese sind so subtil in der Handlung versteckt, dass ich sie, genau wie Amani, vielfach schlichtweg übersehen habe.

Amanis Entwicklung ist ein Teil, der die Natürlichkeit des Buches ausmacht. Die gesamte Geschichte verläuft in realistischen Bahnen. Das betrifft unter anderem die Protagonistin. Es gibt Figuren, die weitaus wichtiger und mächtiger sind als Amani. Sie kommt aus einem kleinen Dorf mitten in der Wüste, in dem die Geschehnisse der restlichen Welt lediglich als Mythen und Legenden ankommen. Obwohl das Schicksal des Landes auch ihre Zukunft entscheidet, ist sie kaum mehr als ein Zahnrädchen in der ohnehin kleinen Rebellion. Ihr wird keine wichtige Rolle zugeschustert, es gibt keine Prophezeiung, die unmissverständlich von ihr handelt, und auch keine der anderen Begründungen, mit denen die Protagonisten zu Weltrettern erhoben werden, wird angeführt. Diese Authentizität lässt sich aber auch auf die Rebellion ausweiten, denn eine der realistischsten Erkenntnisse des Buches, die mich voll und ganz begeistert hat, lautet: Weshalb sollte der Sultan sich für ein paar Dutzend Leute interessieren, die versuchen, eine Rebellion anzuzetteln?


Der Einstieg ins Buch war nett, aber nicht überragend. Die interessante Welt, die ein orientalisches Setting hat, aber auch Elemente des Western sowie Magie beinhaltet, hat mich fasziniert. Allerdings kam die Handlung erst in Schwung, als die Charakterentwicklung der Protagonistin einsetzt. Ab diesem Zeitpunkt bin ich immer wieder überrascht worden, weil ich die klug gestreuten, subtilen Hinweise übersehen habe. Zudem hat sich immer mehr Authentizität gezeigt, sowohl in Amanis Entwicklung als auch in ihrer Rolle im Buch als auch bezüglich der Handlung „Amani – Rebellin des Sandes“ hat mir gut gefallen, sich bis zum Schluss immer weiter gesteigert und bekommt dafür vier Schreibfedern von mir.

Kommentare:

  1. Huhu =)

    Schöne Rezension. Ich fand dieses Setting-Gemisch auch ungeheuer faszinierend =D Bei mri hat das Buch sogar die volle Punktzahl bekommen, aber ich kann deinen Kritikpuntk auch verstehen. Was die Charakterentwicklung angeht, finde ich den 2. sogar noch besser.

    LG Miss PageTurner

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    1. Hey,

      ich fand das Buch, wie gesagt, auch sehr gut, sehe aber noch Potenzial nach oben. Deshalb bin ich auch auf den zweiten Band gespannt, der leider immer noch auf dem SuB liegt.

      Liebe Grüße und ein wunderbares Lesejahr 2018,
      Jenny

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  2. Hallo Liebes,

    vielen Dank für diese tolle Rezension.
    Ich kann mich den meisten deiner Ausführungen anschließen. Das Setting hat mich richtig begeistern können. Leider steht der Folgeband bei mir noch ungelesen im Regal :/

    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Hey Charleen.

      bei mir steht der zweite Band leider auch noch ungelesen im Regal. Dieses Jahr werde ich ihn aber auf jeden Fall noch lesen! :D

      Liebe Grüße und ein wunderbares Lesejahr 2018,
      Jenny

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