Freitag, 29. Dezember 2017

[Rezension] Das Mädchen, das Weihnachten rettete – Matt Haig


Titel: Das Mädchen, das Weihnachten rettete
Autor: Matt Haig
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 327
ISBN: 978-3-423281-28-7
Preis: 17,00 € [D]


Die achtjährige Waise Amelia fristet ein kärgliches Dasein als Kaminkehrermädchen und hofft inständig auf Rettung durch den Weihnachtsmann. Der hat jedoch alle Hände voll zu tun: Aufruhr im Wichtelreich, Rentiere, die vom Himmel fallen, der Weihnachtszauber, der schwächer wird – wenn das so weitergeht, droht Weihnachten auszufallen. Aber Amelia ist kein gewöhnliches Mädchen: Nur mit ihrer Hilfe kann der Weihnachtszauber gerettet werden!


- Das Mädchen, das Weihnachten rettete (Teil 2)
- Father Christmas (dt. unbekannt, Teil 3)


Weißt du, wie Wunder funktionieren?
(Seite 7)


Nachdem der erste Band der Weihnachtsreihe von Matt Haig den Weg des kleinen Nikolas aus der Armut bis zu seiner Bestimmung als Weihnachtsmann erzählt hat, berichtet der zweite Teil von den Problemen, mit denen er als dieser konfrontiert wird. Es liegt zu wenig Weihnachtszauber in der Luft, um die Rentiere in die Luft zu bringen, sodass Weihnachten ernsthaft in Gefahr ist. Dieses Buch wird jedoch auch aus anderen Perspektiven erzählt, weil es mehrere Handlungsstränge gleichzeitig gibt. Während sich der Weihnachtsmann mit dem fehlenden Glauben an Wunder auseinander setzen muss, wird Wichtelgrund von Trollen in Schutt und Asche gelegt. Nusch, die schon aus dem ersten Teil bekannt ist, wird die Aufgabe übertragen, die Hintergründe er erforschen, sodass ihr Teil besonders spannend ist. Hauptsächlich handelt dieses Buch jedoch von der achtjährigen Amelia, deren Perspektive abwechselnd hoffnungserfüllt und traurig ist. Die unterschiedlichen Handlungsstränge haben die Geschichte noch interessanter gemacht.

Außerdem wird die Geschichte auch diesmal wieder wunderschön erzählt. Obwohl das Buch damit beginnt, wie Amelia ihre Mutter verliert und dann als Waise in ein Arbeitshaus muss, habe ich diesen Teil als nicht so düster empfunden. So wie Nikolas mit einem Mäuserich befreundet war, ist Amelia immer mit ihrem Kater Käpt'n Ruß unterwegs. Die beiden bilden ein sympathisches Duo. Der Autor hat zudem liebgewonnene Charaktere erneut auftauchen lassen, aber auch neue Wesen eingeführt. Beispielsweise spielen die Fliegenden Flunker-Elfen in diesem Buch eine besondere Rolle. Es stecken eine Menge Magie und Wunder in der Geschichte, die mich in weihnachtliche Stimmung versetzt haben.

In diesem Buch sind außerdem viele interessante geschichtliche Details. Die Handlung rund um Amelia und den Weihnachtsmann ist mit der realen Geschichte verwoben worden. Beispielsweise legt der Weihnachtsmann mit seinen Rentieren eine Bruchlandung im Schlafzimmer von Queen Victoria hin, über die er dann einige Dinge herausfindet. Währenddessen muss Amelia im Arbeitshaus erfahren, dass andere Frauen als die Queen keine Stimme haben und in der Gesellschaft nur eine untergeordnete Rolle spielen. Besonders witzig fand ich aber die Referenzen zu den Menschen, die der Weihnachtsmann inspiriert hat. Zunächst wird Alexander Graham Bell erwähnt, der sein erstes Telefon vom Weihnachtsmann geschenkt bekam und sich die Idee daraufhin patentieren ließ. Noch schöner fand ich aber einen Mann namens Charles Dickens, der aktiv in der Geschichte auftaucht und durch den Weihnachtsmann dazu inspiriert wird, eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben. Diese kleinen Details und Witze am Rande haben mir wirklich gut gefallen.


Der zweite Teil der Weihnachtsreihe von Matt Haig wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Während Nusch ein spannendes Abenteuer bei den Trollen erlebt, muss der Weihnachtsmann Weihnachten retten und braucht dafür die Hilfe der kleinen Amelia, deren Hoffnung jedoch fast vollständig versiegt ist. Insgesamt war das Buch weniger düster als der Vorgänger und an einigen Stellen durch gelungene geschichtliche Referenzen beispielsweise zu Charles Dickens sogar wirklich witzig. Es hat mich problemlos in weihnachtliche Stimmung versetzt. „Das Mädchen, das Weihnachten rettete“ hat mir noch besser gefallen als der Vorgänger und bekommt fünf Schreibfedern dafür.

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