Dienstag, 26. Dezember 2017

[Rezension] Der Weihnachtosaurus – Tom Fletcher


Titel: Der Weihnachtosaurus
Autor: Tom Fletcher
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 02. Oktober 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 368
ISBN: 978-3-570164-99-0
Preis: 14,99 € [D]


Die Weihnachtswichtel am Nordpol sind ganz aus dem Häuschen, als sie tief im Eis ein geheimnisvolles Ei entdecken. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich brütet das Ei unter seinem dicken Po aus. Zur Verblüffung aller schlüpft ein freundlicher kleiner Dinosaurier: der Weihnachtosaurus. Zufällig schickt zur gleichen Zeit, tausende Kilometer entfernt, ein kleiner Junge namens William seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann ab: Er wünscht sich einen echten Dinosaurier. Als William und der Weihnachtosaurus einander in der Weihnachtsnacht begegnen, erleben die beiden nicht nur ein fantastisches, zum Brüllen komisches Abenteuer, sondern auch, was es heißt, den Wünschen seines Herzens zu folgen.


Das Buch ist kein Teil einer Reihe.


Diese Geschichte beginnt, wie alle guten Geschichten, vor langer Zeit.
(Seite 13)


Normalerweise bin ich kein Fan von Weihnachtsbüchern. Die Geschichte über William und den Weihnachtosaurus hat mich jedoch sofort angesprochen, gerade auch über das niedliche Cover. Nach dem Lesen bin ich absolut begeistert. Erzählt wird die Geschichte sowohl aus der Perspektive des kleinen William, der ein riesiger Fan von Weihnachten und Dinosauriern ist, als auch aus Sicht des Weihnachtosaurus, des letzten Dinosauriers auf der Welt. Beide Erzähler habe ich sofort in mein Herz geschlossen, sodass mich die Geschichte sehr berührt hat. Es gab lustige Momente, in denen ich laut lachen musste, aber auch sehr traurige, emotionale Momente, in denen ich tatsächlich Tränen vergossen habe. Verstärkt wurde das noch durch die wunderschönen Zeichnungen, die sich überall im Buch finden. Die Zeichnungen fangen die Emotionen so gut ein, dass sowohl William als auch dem Weihnachtosaurus die Gefühle am Gesicht abzulesen sind. Es war schon traurig, über einen todunglücklichen Dinosaurier zu lesen, aber dazu auch noch eine Illustration zu sehen, hat mich mehrfach in Tränen ausbrechen lassen. Wie eine Freundin so schön gesagt hat: Dinos sollten nicht weinen müssen!

Seite 313

Berührt hat mich aber auch die Wortwahl. Das Buch ist wunderbar geschrieben. Für mich las es sich durch die Formulierungen wie Heimat. Jedes Mal, wenn Worte wie „zuppelte“ oder „verhedderte“ im Text vorkamen, hatte ich ein Bild von meiner Mutter vor Augen, wie sie genau diese Worte sagt. Das Buch ist so erzählt wie wir uns familienintern miteinander unterhalten. Dadurch hatte ich noch mehr Spaß am Lesen.


Seite 145

Zusätzlich dazu konnte mich das Buch aber auch inhaltlich überraschen. Die Handlung verlief an einigen Stellen anders als ich es erwartet hatte, weil das Buch realistischer war als Kinderbücher es häufiger sind. Es ist schließlich nicht ohne Weiteres machbar, einen Dinosaurier zu beherbergen. Gegen Ende ist die Geschichte außerdem noch spannend geworden, denn ein echter, lebender Dinosaurier ist natürlich eine Sensation, die sofort skrupellose, geldgierige Menschen auf den Plan ruft. Die Wendung, die das Buch durch genommen hat, habe ich tatsächlich lange nicht vorhergesehen. Mit seinen Ideen, Erklärungen und dem Handlungsverlauf hat der Autor noch mehr meinen Respekt gewonnen, denn obwohl es sich um ein Kinderbuch handelt, folgt die Geschichte einer Logik. Die Kinder werden ernst genommen, auch wenn ihnen logische und inhaltliche Lücken vermutlich gar nicht aufgefallen wären. Das machte das Buch auch für mich als Erwachsene schön zu lesen.


Dieses Weihnachtsbuch hat mich so überzeugt, dass ich es als Tradition jedes Jahr wieder lesen möchte. Sowohl den kleinen Jungen William als auch den Weihnachtosaurus, die abwechselnd die Geschichte erzählen, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Dadurch hat mich das Buch so berührt, dass ich mehrfach gelacht und auch geweint habe. Die wunderschönen Illustrationen haben diese Emotionen nur noch verstärkt. Auch der Schreibstil hat mich absolut überzeugt, weil sich die Geschichte wie Heimat liest. Außerdem war das Buch an einigen Stellen überraschend und spannend. „Der Weihnachtosaurus“ hat mich auf ganzer Linie überzeugt und bekommt dafür fünf Schreibfedern.

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