Sonntag, 14. Januar 2018

[Rezension] Masterminds 3: Im Angesicht der Wahrheit – Gordon Korman


Titel: Masterminds – Im Angesicht der Wahrheit
Autor: Gordon Korman
Verlag: Beltz & Gelberg
Erscheinungsdatum: 02. September 2017
Einband: eBook
Seiten: 243
ISBN: 978-3-407749-12-3
Preis: 11,99 € [D]

Klappentext
Bevor Eli und seine Freunde, die Klone des Projekts Osiris, sich im aufreibenden Finale endlich ihre Freiheit erkämpfen können, erfahren sie Niederschmetterndes über sich und ihre Identität. Malik gerät in den Bann seines DNA-Spenders, dem berüchtigten Mafiaboss Gus Alabaster. Er fühlt sich wohl in der Rolle als Gangster und bringt Amber – und auch sich – in große Gefahr. Eli und Tori versuchen derweil herauszufinden, wer der DNA-Spender von Eli ist – und entdecken eine bittere Wahrheit.

Einordnung
- Im Auge der Macht (Teil 1)
- Im Sog des Verbrechens (Teil 2)
- Im Angesicht der Wahrheit (Teil 3)

Erster Satz
Der Ast kommt wie aus dem Nichts.
(Seite 1)

Rezension
Kann Spoiler zu den ersten beiden Teilen enthalten!

Der finale Band der Masterminds-Reihe war, abgesehen von einem relativ offensichtlichen Punkt, wieder so spannend, dass ich ihn einfach weggeatmet habe. Ich habe das ganze Buch in einem Rutsch gelesen und nicht einmal daran gedacht, mir Notizen zu machen. Nachdem sich die Handlung im letzten Teil etwas im Kreis drehte, spitzt sie sich in diesem Teil wieder zu, denn es läuft alles der großen Konfrontation entgegen. Besonders spannend daran fand ich, dass ich mir jeden möglichen Ausgang gut vorstellen konnte. Projekt Osiris hat enorme Macht und da niemand den Kindern glaubt, bestand die Möglichkeit, dass sie tatsächlich wieder eingefangen werden. Auf der anderen Seite habe ich schon ein positives Ende für Eli und seine Freunde erwartet, in dem sie die Öffentlichkeit von ihrer Geschichte überzeugen und die Wissenschaftler festgenommen werden. Während des Buches wird aber mehrfach angebracht, dass sie in diesem Fall wohl auch keine selbstbestimmte Zukunft hätten, weil sich die Wissenschaft erneut auf sie stürzen würde. Es nicht öffentlich zu machen hieße aber auch, sich für immer vor Osiris verstecken zu müssen, sofern keine Alternative gefunden wird, um die Organisation auszuschalten. Zwischen all diesen möglichen Enden schwappt die Geschichte immer hin und her, sodass ich bis zum Ende nicht wusste, wie das Dilemma aufgelöst werden würde.

Darüber hinaus hatte das Buch auch sehr viele realistische Momente, die die Charaktere vor Schwierigkeiten gestellt haben. Denn abgesehen von der Tatsache, dass sie Klone auf der Flucht sind, sind sie immer noch zwölf- und dreizehnjährige Kinder. Sie können keine Autos mieten, nur schlecht allein weit reisen, nicht allein leben und ständig müssen ihre Erziehungsberechtigten kontaktiert werden. Es hat mir gut gefallen, dass die Charaktere immer wieder vor diesen Schwierigkeiten stehen.

Faszinierend fand ich auch wieder die Weiterführung des Experiments. Denn obwohl Eli und seine Freunde Projekt Osiris entkommen sind, stellt sich ihnen sowie mir natürlich bei jedem Gedanken und jeder Handlung weiter die Frage, welcher Aspekt sich nun durchsetzen würde: Gene oder Umwelt. Nachdem sie im letzten Band immer wieder gezwungen waren, Dinge zu stehlen, zu lügen und Gesetze zu brechen, hebt dieser Band die Beobachtungen auf eine ganz neue Stufe, denn es geht nicht mehr immer um ihr Überleben. Die Charaktere können frei Entscheidungen treffen und sich entfalten. Ich fand es sehr interessant zu beobachten, wie Malik immer weiter in die Mafia abrutscht und sich dort sogar wohl fühlt, während Amber mit allen Mitteln versucht, Gutes zu tun, um seine schlechten Handlungen auszugleichen. Der Autor hat erst ganz am Schluss durchblicken lassen, für welche (natürlich wissenschaftlich nicht belegte) Beantwortung der Fragestellung er sich denn nun entschieden hat: Gene oder Umwelt?

Fazit
Der finale Band der Reihe war wieder sehr spannend. Bis zum Schluss war unklar, wie die Auseinandersetzung zwischen den Klonen und den Wissenschaftlern enden würde. Das wurde unter anderem durch viele realistische Szenen unterstützt, denn die Klone sind und bleiben Kinder, die selbst im Fall eines Sieges über Projekt Osiris Erziehungsberechtigte brauchen, die sich um sie kümmern. Außerdem fand ich die Beobachtungen bezüglich des Experiments unglaublich faszinierend, da die Charaktere sich nun endlich ohne Druck frei entscheiden konnten. Der Autor hat seine Auflösung der Frage „Gene oder Umwelt“ erst ganz am Schluss mitgeteilt. „Im Angesicht der Wahrheit“ war ein spannender Abschluss, der mir richtig gut gefallen hat und dafür fünf Schreibfedern bekommt.




Vielen Dank an den Beltz Verlag und  für das Rezensionsexemplar.

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