Freitag, 30. März 2018

[Rezension] Die Chroniken der Verbliebenen 1: Der Kuss der Lüge – Mary E. Pearson



Titel: Die Chroniken der Verbliebenen – Der Kuss der Lüge
Autor: Mary E. Pearson
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 16. Februar 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 556
ISBN: 978-3-846600-36-8
Preis: 18,00 € [D]

Klappentext
Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen ...

Einordnung
- Der Kuss der Lüge (Teil 1)
- Das Herz des Verräters (Teil 2)
- Die Gabe der Auserwählten (Teil 3)
- Der Glanz der Dunkelheit (Teil 4)

Erster Satz
Heute war der Tag, an dem tausend Träume sterben mussten und ein einziger geboren wurde.
(Seite 9)

Rezension
An das Buch bin ich mit einer gewissen Zurückhaltung heran gegangen, weil der Klappentext für mich sehr nach einem ausführlichen Liebesdreieck klang. Ganz überzeugt hat mich das Buch tatsächlich nicht, allerdings lag das hauptsächlich daran, dass der Großteil des Buches schlichtweg langweilig war. Außer, dass das Liebesdreieck direkt in den ersten Kapiteln auf Hochtouren läuft, passiert nichts. Lia flüchtet mit ihrer Zofe vor der Hochzeit in ein kleines Küstenstädtchen und arbeitet dort in einer Schenke. Und arbeitet. Und arbeitet. Und arbeitet. Sie schneidet Gemüse, putzt Zimmer und sammelt Beeren. Und bandelt mit zwei jungen Männern gleichzeitig an, wobei die Zofe und alle anderen in der Schenke arbeitenden Frauen sie auch noch ermuntern. Mehr Handlung hat das Buch für eine sehr, sehr lange Zeit nicht. Es las sich wie das Tagebuch eines Mädchens, in dessen Leben nichts passiert.

Bei der Stange gehalten haben mich in dieser Zeit zwei Dinge: Die Tatsache, dass ich die Folgebände schon auf dem SuB liegen habe, und die beiden Perspektiven der jungen Männern. Bei ihnen handelt es sich um den Prinzen, den Lia eigentlich hätte heiraten sollen, und einen Attentäter, der Lia töten soll. Das erfährt der Leser direkt am Anfang, als aus den beiden Perspektiven berichtet wird. Ihre Perspektiven sind mit „Der Prinz“ und „Der Attentäter“ überschrieben. Sie stellen sich Lia als Kaden und Rafe vor und im Folgenden kommen auch Kapitel hinzu, die mit „Kaden“ und „Rafe“ überschrieben sind. Der Clou an der Geschichte ist, dass lange Zeit offen bleibt, welchen Namen der Prinz trägt und auf welchen Namen der Attentäter hört. In den Prinz/Attentäter-Kapiteln werden nie Namen genannt und in den Kaden/Rafe-Kapiteln finden sich höchstens ganz unterschwellige Hinweise darauf, mit welcher Motivation sie in das Küstenstädtchen gereist sind. Ich hatte zwar schon relativ früh eine Vermutung, bestätigt wurde sie aber erst viel später.

In der zweiten Hälfte wurde das Buch dann ein wenig spannender. Indem Lia das Küstenstädtchen und ihr mehr als bequemes Leben verlässt, stößt sie langsam die Handlung an. Außerdem wird die High Fantasy Welt, die bis dahin vollkommen irrelevant war, genauer vorgestellt. Es gab mehr Informationen zu der mysteriösen Gabe, über die Lia als Erste Tochter angeblich verfügen soll. Und ihre zweite Reise wurde nicht einfach übersprungen, sondern ausführlicher geschildert, wodurch es mehrfach Einblicke in die Landschaft und die dort lebenden Völker gab. Dadurch war das Buch am Ende zwar immer noch seichte Lektüre, aber durchaus ganz gut lesbar.

Fazit
Der Großteil des Buches war ziemlich langweilig. Die Protagonistin baut sich nach der Flucht vor ihrer Hochzeit ein sicheres, bequemes Leben auf. Mehr als 300 Seiten wird nur aus ihrem ereignislosen Alltag berichtet, in dem sie arbeitet und mit zwei jungen Männern anbandelt. Interessant war daran nur, dass sehr lange verschwiegen wird, welcher der Männer der Prinz und welcher der Attentäter ist. Gegen Ende des Buches fing dann langsam die Handlung an, die auch durchaus spannend war. Es wurden mehr Informationen geliefert und das Setting wurde auch endlich näher vorgestellt. „Der Kuss der Lüge“ war sehr seichte Lektüre, aber ganz nett und bekommt dafür drei Schreibfedern.

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