Dienstag, 17. April 2018

[Rezension] Call me by your name – André Aciman


Titel: Call me by your name
Autor: André Aciman
Verlag: Picador
Erscheinungsdatum: 03. Oktober 2017
Einband: Softcover
Seiten: 248
ISBN: 978-1-250169-44-0
Preis: 5,99 € [D]

Klappentext
Call me by your name is the story of a sudden and powerful romance that blossoms between an adolescent boy and a summer guest at his parents' cliffside mansion on the Italian Riviera. Each is unprepared for the consequences of their attraction, when, during the restless summer weeks, unrelenting currents of obsession, fascination, and desire intensify their passion and test the charged ground between them. Recklessly, the two verge toward the one thing both fear they may never truly find again: total intimacy.

Einordnung
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Erster Satz
Later!“

Rezension
Die Geschichte zwischen Elio und Oliver beginn als Katz-und-Maus-Spiel. Sie nähern sich und entfernen sich wieder, testen Grenzen und ignorieren sich gegenseitig. Das hat mich von Anfang an mitgerissen. Das Warten darauf, dass endlich etwas zwischen ihnen passiert, hat mich ganz wuschig gemacht. Es ist ein sehr ruhiges, sehr langsames, aber dafür intensives Buch. Elio, der Protagonist, schweift in seinen Erzählungen immer wieder ab oder verlässt die chronologische Reihenfolge der Geschichte, wenn bestimmte Ereignisse oder Erlebnisse zu einem anderen Zeitpunkt passender erscheinen. Dadurch erschafft er aber eine lebendige Atmosphäre in der Villa. Diese Lebendigkeit wird auch gefördert durch den detailverliebten Schreibstil des Autors. Er verwendet eine blumige, adjektivreiche, metaphorische Sprache, die mich einerseits tief in die Geschichte hat eintauchen lassen, andererseits aber auch an die Grenze meiner Englischkenntnisse gebracht hat.

Obwohl es insgesamt ein sehr ruhiges Buch ist, hat es mir trotzdem gefallen. Nur gegen Ende war dann langsam die Luft raus. Sie Spannung zwischen Elio und Oliver, die mich am Anfang noch mitgerissen und mir insgesamt an dieser Geschichte am besten gefallen hat, war weg. Das Buch driftete unaufhaltsam in melancholische, philosophische Dispute ab, für die ich leider gar nichts übrig habe. An der Stelle habe ich mich tatsächlich gefreut, dass ich nicht mehr viel zu lesen hatte. Und als die Geschichte für mich eigentlich abgeschlossen war, ging es dann doch noch mit Ausblicken auf die Zukunft weiter, die 15, 20, 30 Jahre später spielen. Also dem Ende habe ich mich eher entgegen geschleppt, aber das trifft zum Glück nur auf die letzten Seiten zu.

Es gibt in diesem Buch nur eine einzige Szene, die mir überhaupt nicht gefallen und die mich aus dem ruhigen, intensiven Lesefluss gerissen hat, weil ich sie echt ekelig fand. Der Autor hat es gut verstanden, die Dinge subtil zu vermitteln. Er musste nicht alles beim Namen nennen und es wurde trotzdem bis ins letzte Detail deutlich, worum es geht. Die Beschreibungen kann ich selbst in den Sexszenen nur als schön bezeichnen. Bis auf in der einen Szene, da weicht plötzlich von diesem Muster ab und liefert einen leicht anrüchig bis mittelgradig ekelhaften Porno in Buchform. Anders weiß ich es nicht zu beschreiben. Die Szene hat mich völlig aus dem Konzept gebracht und das leider nicht im positiven Sinne.

Fazit
Das Buch lebt von der detailverliebten, adjektivreichen Erzählweise des Autors. Dadurch wird die Atmosphäre lebendig und die Geschichte ruhig und intensiv. Das Katz-und-Maus-Spiel ziemlich Elio und Oliver hat mich von Anfang an mitgerissen. Lediglich gegen Ende war die Luft langsam raus, als die Schilderungen immer melancholischer und philosophischer wurden. Richtig gestört hat mich aber nur eine einzige, in meinen Augen ekelige Szene, die mich aus dem Lesefluss gerissen hat, weil sie für mich überhaupt nicht in die Art und den Fluss der Geschichte gepasst hat. „Call me by your name“ bekommt daher insgesamt vier Schreibfedern von mir.


1 Kommentar:

  1. Ich hab mir genau diese Ausgabe letzten Monat gekauft und bin schon so gespannt auf die Story - ich erwarte mir was sehr gefühlvolles und außergewöhnliches.
    Ich hoffe die Stelle, die du genannt hast wird mich nicht so verschrecken wie dich.
    LG

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