Montag, 30. April 2018

[Rezension] Luzifer Junior 1: Zu gut für die Hölle – Jochen Till


Titel: Luzifer Junior – Zu gut für die Hölle
Autor: Jochen Till
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 218
ISBN: 978-3-785583-66-1
Preis: 12,95 € [D]

Klappentext
Luzifer Junior lebt als Sohn des Teufels in der Hölle und soll den „Laden“ einmal übernehmen. Pech nur, dass sein Papa findet, Luzie sei für den Job noch viel zu lieb. Prompt schickt er ihn zum Praktikum auf die Erde. Denn wo bitte schön kann man das Bösesein besser lernen als bei den Menschen? So landet Luzie im Sankt-Fidibus-Internat für Knaben. Da soll er sich bei Torben und seiner Bande abgucken, wie man so richtig fies und gemein sein kann. Die Frage ist nur, ob Luzie das überhaupt will!

Einordnung
- Zu gut für die Hölle (Teil 1)
- Ein teuflisch gutes Team (Teil 2)
- Einmal Hölle und zurück (Teil 3)

Erster Satz
HUNDERTTAUSEND HEULENDE HÖLLENHUNDE!“
(Seite 11)

Rezension
Das Buch lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Es gab viele Dinge, die mir gefallen haben, beispielsweise die Charaktere, die Neugierde und einige Wortwitze. Gleichzeitig hatte ich aber manchmal das Gefühl, schon zu alt für dieses Buch zu sein. Obwohl man eigentlich für kein Buch jemals zu alt sein sollte. In „Luzifer Junior“ hat mir unter anderem die Spannung gefehlt. Die Handlung plätschert vor sich hin, hin und wieder gibt es milde Auseinandersetzungen und Luzie lernt nach und nach die Menschenwelt kennen, aber es gibt keine Konfrontation, kein Ultimatum und keine Entscheidung, auf die das Buch tatsächlich hinaus läuft. Selbst die Frage, ob sich Luzie ein paar Gemeinheiten aneignen kann, stellt sich eigentlich gar nicht, denn er ist der un-böseste, un-gemeinste, un-fieseste Junge, der mir jemals begegnet ist. Überhaupt neugierig auf die folgende Handlung hat mich nur die Erwähnung eines Dämons in der Schule gebracht, dessen Identität ich unbedingt herausfinden wollte. Dieser Enthüllung habe ich wirklich entgegen gefiebert – vergeblich zwar, aber dadurch möchte ich den folgenden Band jetzt auch noch lesen.

Ebenfalls zwiegespalten sehe ich den Humor des Buches. Immer wieder wurden lustige Wortwitze eingebracht, beispielsweise nennt Luzifer Senior seinen Sohn einmal „Teufelsbraten“. Auch Luzies absolute Naivität hat mich immer wieder zum Lachen gebracht, denn er hat vom Menschsein überhaupt keine Ahnung. Als er das erste Mal weint, bekommt er Panik, weil er glaubt, sein Gesicht würde schmelzen. Duschen und Unterwäsche sind ihm völlig fremd. Und Sarkasmus und Ironie gehen vollkommen an ihm vorbei, sodass er alle Aussagen wortwörtlich nimmt. Das hat mich manchmal wirklich zum Lachen gebracht. An anderen Stellen ist das Buch aber so sehr auf größtmögliche Lustigkeit ausgelegt, dass es völlig überzogen war. Das trifft insbesondere auf die Abteilungen in der Hölle zu, in der die Verstorbenen je nach Verbrechen landen und bis in alle Ewigkeit bestraft werden. Beispielsweise müssen die Heavy-Metal-Fans rund um die Uhr bayrische Volksmusik hören. Alle Abteilungen sind so sehr auf für den Leser lustige Strafen ausgelegt, dass mir der Humor dabei abhanden kam.

Sehr gut gefallen haben mir dagegen die Charaktere. Natürlich sind sie relativ flach und stereotyp, aber sie konnten mich trotzdem begeistern. Luzies Hausdämon Cornibus fand ich von Anfang an unglaublich niedlich. Er ist ein guter, loyaler Freund. Illustrationen im Buch zeigen die verschiedenen Tiere, in die er sich im Laufe der Geschichte verwandelt – alle mit zwei kleinen Hörnern. Über sein Auftauchen habe ich mich immer gefreut. Doch auch die anderen Freunde, die Luzie findet, haben mir gut gefallen. Lilly ist ein starkes Mädchen, das sich nicht unterkriegen lässt, Gustav wirkte sehr reif und hat Ruhe in die Gruppe gebracht und den süßen, zwanghaften Nerd Aaron hätte ich die ganze Zeit knuddeln können. Sie alle haben mich gut unterhalten können und ich freue mich darauf, sie im nächsten Band wiedersehen zu können.

Fazit
Das Buch hat mir nicht so gut gefallen wie erwartet. Nur ein einziger Aspekt hat zeitweise Spannung aufkommen lassen, sonst plätscherte es einfach vor sich hin. Außerdem hat mir auch der Humor nicht immer zugesagt. Es gab lustige Wortwitze und Luzies Naivität hat mich zum Lachen gebracht, an anderen Stellen war es aber überzogen und gekünstelt und damit überhaupt nicht mehr witzig. Durchgängig gefallen haben mir die Charaktere, die sehr liebenswert und niedlich sind. Auf sie freue ich mich schon im zweiten Teil. Insgesamt war „Luzifer Junior – Zu gut für die Hölle“ ein ganz nettes Buch und bekommt dafür drei Schreibfedern.

Kommentare:

  1. Huhu,

    das steht ja eigentlich auch auf meiner WuLi weil ich Dämonen und Co immer ziemlich cool finde. ^^ Deine Kritik kann man aber verstehen. Gerade wenn manche Situationen so arg gekünstelt wirken nur um eben noch einen witz unterzubringen ... das kann schon mal ein Buch kaputt machen.

    Tintengrüße von der Ruby

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    1. Hey Ruby,

      normalerweise würde ich sagen, beim Humor bin ich eine schlechte Ratgeberin, weil ich tatsächlich nur wenige Dinge wirklich lustig finde. Aber ich habe das Buch mit einer Freundin zusammen gelesen, die im Grunde über alles lachen kann - und auch sie fand die Witz-Versuche überzogen und nicht lustig. Aber probieren kannst du es auf jeden Fall trotzdem, nette Unterhaltung ist es nämlich. Und die Charaktere sind zum Teil auch ziemlich süß. ;)

      Liebe Grüße,
      Jenny

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