Freitag, 13. April 2018

[Rezension] Magic Academy 1: Das erste Jahr – Rachel E. Carter



Titel: Magic Academy – Das erste Jahr
Autor: Rachel E. Carter
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 12. März 2018
Einband: Softcover
Seiten: 412
ISBN: 978-3-570311-70-7
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext
Ryiah hat nur ein Ziel vor Augen: die Akademie, Jerars angesehenste Ausbildungsstätte für Magier. Doch der Wettkampf um die begehrten Plätze dort ist brutal. Zumal Ryiah sich gleich am ersten Tag einen mächtigen Feind schafft: Prinz Darren, der keine Gelegenheit auslässt, ihr das Leben zur Hölle zu machen. Erst durch einen Zufall werden die Rivalen langsam Freunde. Aber kann Ryiah dem Prinzen wirklich trauen?

Einordnung
- Das erste Jahr (Teil 1)
- Die Prüfung (Teil 2)
- Die Kandidatin (Teil 3)

Erster Satz
Nicht umdrehen“, flüsterte ich und hoffte, dass ich nicht allzu panisch klang.
(Seite 5)

Rezension
Bücher mit Akademien für begabte Jugendliche interessieren mich immer sehr. Deshalb habe ich mich auch auf „Magic Academy“ sehr gefreut. Nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich allerdings leider sagen, dass es mir an allen Ecken und Enden aufstößt. In seinen freundlichen Momenten konnte ich Prinz Darren ganz gut leiden, ansonsten habe ich nichts gefunden, woran ich mich erfreuen konnte. Schon im ersten Kapitel wusste ich, dass ich mit den Charakteren meine Schwierigkeiten haben würde. Protagonistin und Erzählerin Ry wirkte von Anfang an aufgesetzt und dramatisch und ihr Bruder Alex ist eine so inkonsistente Figur, dass ich bis jetzt nicht weiß, was ich von ihm halten soll. Ry beschreibt ihn als selbstsicheren Mädchenschwarm und hin und wieder benimmt er sich auch so, aber unter anderem im ersten Kapitel war er so kindlich, ängstlich, unreflektiert, abhängig und quengelig, dass ich ihn für ihren höchstens zehnjährigen Bruder gehalten habe – bis Ry erklärt hat, dass sie Zwillinge und beide fünfzehn Jahre alt sind.
Die übrigen Charaktere entsprechen den Stereotypen: Darren ist der gut aussehende, unnahbare, ambivalent handelnde Prinz. Seine Freundin ist bildhübsch, unfassbar arrogant und hasst Ry von der ersten Sekunde an. Eine Freundin, die Ry innerhalb der ersten halben Minute findet, ist durch und durch liebenswürdig und hängt ihre noble Herkunft nicht an die große Glocke. Dem gleichen Schema entspricht auch die Liebesgeschichte, die zu allem Überfluss auch noch erzählt wird mit stereotypen Sätzen wie: „Ich hatte immer gedacht, seine Augen wären (...)“.

In der Handlung habe ich leider auch nicht gefunden, was ich bei den Charakteren vermisst habe. Im Grunde hat das Buch nämlich gar keine Handlung. Es wird nur 400 Seiten lang beschrieben, wie Ry trainiert, um an der Akademie aufgenommen zu werden. Das gesamte Buch läuft tatsächlich einzig und allein auf die Frage hinaus, ob sie es schafft, für die Ausbildung auserwählt zu werden. Ich glaube nicht, dass jemand das Buch lesen muss, um die Antwort darauf zu finden, schließlich ist sie die Protagonistin und einzige Erzählerin. Bis diese Offensichtlichkeit ganz am Ende geklärt wird, gibt es tatsächlich nur Training, Training und noch mehr Training zu lesen. Ich konnte nicht einmal einen Nebenhandlungsstrang finden, um ein bisschen Abwechslung in den drögen Trainingsalltag zu bringen.

Außerdem entzieht sich mir teilweise die Logik der Geschichte. Erst wird erzählt, dass die Armee zu wenig Magier hat, weil die Gabe im Land zu selten vorkommt. Und dann wird in der gleichen Argumentationskette angebracht, dass deshalb nur fünfzehn Lehrlinge an der Akademie aufgenommen werden – von den 121 magisch begabten Jugendlichen, die am ersten Tag vor der Tür stehen. Dieser Logik kann ich nicht so ganz folgen, wie ich es auch drehe und wende.
Möglicherweise liegt das auch daran, dass ansonsten überhaupt gar nichts bezüglich der genaueren Umstände und des Settings verraten wird. Im Laufe des Buches erfährt der Leser, dass das Land, in dem die Geschichte spielt, Jerar heißt, und dass es dort offensichtlich Magier gibt. Das war alles. Keine Beschreibung des Landes, keine Nennung der Nachbarnstaaten, keine Erläuterung des offenbar herrschenden Krieges, keine Vorstellung der Gesellschaft, keine Einführung in die Traditionen, nichts. Es findet absolut null Worldbuilding statt. Natürlich handelt es sich um eine Reihe, sodass nicht schon im ersten Teil alle Informationen geliefert werden, aber wenn ich schon einem unsympathischen Mädchen 400 Seiten lang beim Training zuschaue, dann wüsste ich wenigstens gerne, warum und gegen wen sie am Ende der Ausbildung kämpfen soll.

Fazit
Das Buch hat mich auf ganzer Linie enttäuscht. Die Protagonistin Ry ist unsympathisch, ihr Bruder eine komplett inkonsistente Figur und alle anderen Charaktere sowie die Liebesgeschichte entsprechen den gängigen Stereotypen. Es gibt gar keine Handlung, die über den drögen Trainingsalltag hinausgeht. Ob die einzige Erzählerin nach 400 Seiten ununterbrochenem Training die Aufnahmeprüfung besteht, kann wohl jeder schon vor dem ersten Kapitel beantworten. Für Worldbuilding ist kein Platz, sodass ich abgesehen von dem Namen des Landes schlicht gar nichts über die Welt und ihre Bewohner erfahren habe. Nach 400 Seiten Training weiß ich nicht einmal, gegen wen die Protagonistin eigentlich kämpfen soll. Da sich mir zudem manchmal auch noch die Logik der Geschichte entzogen hat, kann ich an „Magic Academy – Das erste Jahr“ nicht mehr als eine Schreibfeder vergeben.


Ich bedanke mich trotzdem beim cbt Verlag und beim Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

1 Kommentar:

  1. Hallo liebe Jennifer!!

    Ohjeh wie schade!! :( Ich lese das Büchlein gerade...bisher bin ich noch nicht sehr weit, aber die ersten 50 Seiten haben mir eigentlich sehr gut gefallen. Schade, dass es dann so unspannend weiter geht. Na mal sehen...ich gebe die Hoffnung nicht auf!

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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