Montag, 28. Mai 2018

[Rezension] Helden des Olymp 2: Der Sohn des Neptun – Rick Riordan



Titel: Helden des Olymp – Der Sohn des Neptun
Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 19. Dezember 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 534
ISBN: 978-3-551556-02-8
Preis: 17,90 € [D]

Klappentext
Auf die beiden römischen Halbgötter Hazel und Frank wartet ein wahnsinnig gefährliches Abenteuer: Sie müssen in die Eiswüste von Alaska reisen und Thanatos, den Totengott, aus seiner Gefangenschaft befreien. Nur dann kann die Grenze zwischen Tod und Leben wieder stabilisiert werden. Und es wird sie noch ein dritter Halbgott begleiten, der ganz neu im römischen Camp ist und sein Gedächtnis verloren hat. Angeblich ist er der Sohn des Neptun – den er aber bei seinem griechischen Namen nennt: Poseidon. Und er heißt Percy Jackson ...

Einordnung
- Der verschwundene Halbgott (Teil 1)
- Der Sohn des Neptun (Teil 2)
- Das Zeichen der Athene (Teil 3)
- Das Haus des Hades (Teil 4)
- Das Blut des Olymp (Teil 5)
Die Reihe spielt nach den Ereignissen aus „Percy Jackson“ und vor den Reihen „Magnus Chase“ und „Die Abenteuer des Apollo“.

Erster Satz
Die Damen mit den Schlangenhaaren gingen Percy langsam auf den Geist.
(Seite 9)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Die magischen Worte lauten: „Percy Jackson“. Oder vielleicht auch „Rick Riordan“. Schon nachdem ich die erste Seite gelesen habe, war ich absolut glücklich. Der Zauber der Halbgötter-Geschichten wirkt einfach immer wieder. Da ist es beinahe gleichgültig, was in diesem Buch passiert. Beinahe. Denn obwohl ich die Geschichte wieder geliebt habe und die Handlung spannend war, konnten mich die Erzähler dieses Buches nicht so sehr begeistern wie die des vorherigen Bandes. Percy Jackson war genial, sarkastisch und leicht verpeilt wie immer, aber Hazel und Frank fand ich mitunter etwas anstrengend. Von ihrer nicht ganz so heimlichen Zuneigung zueinander war ich nicht sonderlich angetan. Aber auch als Einzelpersonen haben sie mich trotz faszinierender Fähigkeiten und geheimnisvoller Geschichte nicht so richtig begeistern können.

Rundum gefallen hat mir dagegen die Handlung. Dieser Band thematisiert eine spannende, in sich abgeschlossene Einzelmission, treibt aber gleichzeitig den komplexen, übergreifenden Handlungsstrang weiter. Es zeigen sich erste Verbindungen zwischen diesem und dem vorherigen Teil, während Percy, Frank und Hazel unter enormem Zeitdruck nach Alaska reisen, um den Totengott zu befreien und seinen unbesiegbaren Gefängniswächter zu besiegen. Besondere Spannung kommt dadurch auf, dass auch einige dem Leser bekannte Halbgötter die offene Grenze genutzt haben, um aus dem Totenreich zurück zu kommen. Und wenn der Totengott befreit wird, muss er alle entflohenen Seelen wieder einsammeln. Trotz des Zeitdrucks, unter dem die Charaktere stehen, finden sich Momente, um die Emotionalität dieses Zwiespalts zu erläutern. Damit verlässt sich das Buch bezüglich Spannung und Dramatik nicht nur auf die Kämpfe gegen verschiedene Monster, sondern erweitert sie auf moralische Aspekte und persönliche Schicksale. Das zeigt wieder, wie viel reifer dieser Reihe ist.

Nach wie vor findet der Autor aber auch immer wieder Möglichkeiten, weitere Gestalten, Legenden und Monster der griechischen und römischen Mythologie vorzustellen. Bei diesen Büchern hört man nie auf zu lernen. Ganz besonders gefreut habe ich mich darüber, dass in diesem Buch Camp Jupiter vorgestellt wird, das römische Äquivalent zu Camp Half-Blood. Die gleichzeitig extremen Unterschiede und exakten Gemeinsamkeiten zwischen den Camps fand ich unglaublich faszinierend. Es wird auf interessante und nachvollziehbare Weise verdeutlicht, wie griechische und römische Götter und Halbgötter gleichzeitig existieren können, obwohl die Römer die Götter der Griechen ursprünglich nur übernommen und umbenannt haben. Die römische Seite aus erster Hand kennen zu lernen, hat mich sehr gefreut, auch wenn mir die Griechen sympathischer sind.

Fazit
Dieser Teil der Reihe stellt das römische Camp und seine Gepflogenheiten genauer vor. Die Dualität zwischen Römern und Griechen ist interessant und nachvollziehbar dargestellt. Wie immer gibt es auch in diesem Buch viel zu lernen. Der Autor hat die Dramatik aber auch auf moralische Aspekte und persönliche Schicksale ausgeweitet. Die spannende Einzelmission führt dabei den reihenübergreifenden Handlungsstrang weiter und stellt erste Verbindungen her. Der gute Percy Jackson erzählt genial wie immer, nur die anderen beiden Erzähler haben es mir nicht so sehr angetan. „Helden des Olymp – Der Sohn des Neptun“ konnte mich daher etwas weniger begeistern als der vorhergehende Teil und bekommt dafür vier Schreibfedern.


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