Dienstag, 22. Mai 2018

[Rezension] Palace of Glass: Die Wächterin – C. E. Bernard


Titel: Palace of Glass – Die Wächterin
Autor: C. E. Bernard
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsdatum: 19. März 2018
Einband: Softcover
Seiten: 410
ISBN: 978-3-764531-95-9
Preis: 14,00 € [D]

Klappentext
Rea Emris sündigt. Wenn sie denkt, wenn sie fühlt, wenn sie jemanden berührt. Das hat man versucht ihr weiszumachen. Denn Rea wuchs in einer Gesellschaft auf, in der Berührung illegal ist. Nur nachts streift Rea ihre Handschuhe ab, um in den Ring zu steigen. Dort besiegt die zierliche Frau im Faustkampf einen übermächtigen Gegner nach dem anderen. Ihr Talent bleibt allerdings nicht unentdeckt: Als der britische Geheimdienst Rea aufspürt, wird sie an den einen Ort entführt, von dem sie um jeden Preis flüchten will, aber nicht kann: an den Hof des Königs, in den gläsernen Buckingham Palace. Dort erhält die unauffällige Kämpferin einen gefährlichen Auftrag: Als Leibwächterin muss sie das Leben des Thronfolgers beschützen. Prinz Robin ist allerdings unnahbar, arrogant und hütet seine eigenen Geheimnisse. Doch was er am Wenigsten ahnt: Rea selbst ist Robins größter Feind ...

Einordnung
- Palace of Glass: Die Wächterin (Teil 1)
- Palace of Silk: Die Verräterin (Teil 2)
- Palace of Fire: Die Kämpferin (Teil 3)

Erster Satz
Keinerlei Berührung.
(Seite 9)

Rezension
Normalerweise bin ich keine Person, die nach Parallelen in Büchern sucht. Während des Lesens der ersten 200 Seiten hatte ich allerdings so oft ein Déjà-vu, dass ich es an dieser Stelle gerne trotzdem erwähnen würde. Das Buch erinnert sehr an „Die rote Königin“ von Victoria Aveyard. Die Charaktere, die Beziehungen, der Handlungsablauf, die Grundidee – die Parallelen waren wirklich deutlich, nur in „Palace of Glass“ in kleinerem, weniger anspruchsvollem Umfang umgesetzt, sodass es mich weniger überzeugt hat. Schlussendlich erzählt das Buch schon eine eigene Geschichte und in der zweiten Hälfte weicht auch die Handlung ab, aber so deutliche Gemeinsamkeiten zwischen zwei Büchern sind mir schon lange nicht mehr über den Weg gelaufen.

Nichtsdestotrotz gab es das ganze Buch über eine gewisse Grundspannung, die insbesondere in der zweite Hälfte dann stark zugenommen hat. Je weiter sich die Handlung entwickelt hat, desto weniger sicher war ich, wer auf wessen Seite steht. Die Geschichte hat einige interessante Charaktere zu bieten, deren Motive ich lange Zeit nicht durchschaut habe. Deshalb gab es immer wieder überraschende Wendungen, wenn eine Figur ihre wahren Absichten offenbart hat. Außerdem ist auch Reas Leben als Leibwächterin nicht gerade langweilig, da immer wieder Anschläge auf den Prinzen verübt werden. Diese Szenen waren zum Teil wirklich dramatisch, auch wenn ein Teil der Spannung dadurch verloren ging, dass Ich-Erzählerin Rea meist tiefenentspannt bleibt.

Positiv erwähnenswert finde ich darüber hinaus insbesondere die Figur von Prinz Robin und Reas Beziehung zu ihm. Prinzen sind sehr häufig mit Klischees verknüpft, wie auch der Klappentext sie auflistet: unnahbar, arrogant, aber natürlich umwerfend attraktiv mit einer wunderhübschen Zicke als Freundin. Diese Klischees treffen in diesem Buch aber entweder gar nicht erst zu oder sie sind so untergebracht, dass sie nicht stören. Statt sich in Eifersucht zu suhlen wegen des (sehr netten!) Mädchens, das dem Prinzen offensichtlich sehr nahe steht, spricht Rea das Thema einfach an und klärt es. Attraktiv ist Robin durchaus, aber da Rea nicht bei jeder Gelegenheit seine Augen beschreibt, habe ich das einfach nur als ein Attribut unter vielen wahrgenommen. Unnahbar und arrogant erschien mir der Prinz dagegen gar nicht, eher im Gegenteil. Er war überraschend tiefgründig, sanft und voller liebenswerter Geheimnisse. Obwohl das Buch eine Menge interessante Charaktere zu bieten hat, hat mich damit vor allem der Prinz für sich eingenommen.

Fazit
Das Buch hat viele interessante Charaktere zu bieten. Besonders der Prinz entspricht nicht der klischeebelasteten Rolle, die ich erwartet habe. Aber auch andere Figuren sorgen für überraschende Wendungen, wenn sie ihre wahren Motive enthüllen. Spannung entsteht auch durch Reas Arbeit als Leibwächterin des Prinzen, denn ihr beider Leben ist nicht gerade selten in Gefahr. Mein einziger Kritikpunkt sind die deutlichen Parallelen zur Geschichte von Victoria Aveyard insbesondere in der ersten Hälfte des Buches, die weniger gut umgesetzt und zudem vorhersehbar waren. „Palace of Glass: Die Wächterin“ hat mir trotz der vielen Déjà-vus gut gefallen und bekommt dafür vier Schreibfedern.



Ich bedanke mich beim Penhaligon Verlag und beim Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

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