Donnerstag, 10. Mai 2018

[Rezension] Third Blinded Date – Chris P. Rolls


Titel: Third Blinded Date
Autor: Chris P. Rolls
Verlag: Self-Publishing
Erscheinungsdatum: 04. März 2018
Einband: Softcover
Seiten: 280
ISBN: 978-1-980375-67-8
Preis: 12,50 € [D]

Klappentext
Ein Aushilfsjob als Wäschelieferant führt Benny in den Club „Blinded Date“, mitten im Hamburger Vergnügungsviertel. Der Besitzer, Jules Moreau, hat hier einen Ort geschaffen, an dem schwule Männer ihre speziellen Vorliegen anonym und in exklusiver Umgebung ausleben können. Benny kann sein Glück kaum fassen, als ihm spontan eine Stelle als Reinigungskraft angeboten wird. Die Bezahlung ist großzügig und als Bonus gibt es noch den Blick ins BDSM-Paradies dazu. Schon länger weiß Benny um seine dominante Veranlagung, die er in den bisherigen Beziehungen jedoch nie zufriedenstellend ausleben konnte. Mit seiner verlässlichen und zupackenden Art macht er sich innerhalb kürzester Zeit unentbehrlich im Club. Als unerfahrener Dom rechnet er sich hingegen wenig Chancen aus, dem selbstbeherrschten, kühlen, indes submissiv veranlagten Jules je näher zu kommen. Bald schon bringt Benny Ordnung in die Wäschekammer, wirbelt dafür jedoch in einer emotionalen Sturmflut Jules' sorgsam geordnetes Leben durcheinander. Kann es ihm gelingen, zum unerschütterlichen Fels in der Brandung oder gar zu Jules' Rettungsanker zu werden?

Einordnung
- First Blinded Date (Teil 1)
- Second Blinded Date (Teil 2)
- Third Blinded Date (Teil 3)
Die Teile können alle unabhängig voneinander gelesen werden.

Erster Satz
Blinded Date.
(Seite 7)

Rezension
Diese Reihe von Chris P. Rolls wollte ich eigentlich nicht lesen, weil die Bücher relativ dünn sind und gleichzeitig klingen als gäbe es eine Menge Sexszenen. Da ich ein Fan von tatsächlicher Handlung bin, sind das keine optimalen Voraussetzungen. Dann habe ich allerdings auf Facebook immer wieder kleine Zitate und Ausschnitte aus dem Buch gelesen und bin so neugierig geworden, dass ich diesen dritten Band nun trotzdem gelesen habe. Größtenteils entsprach er dann aber doch meinen ursprünglichen Erwartungen. Dadurch, dass Protagonist Benny in einem Club arbeitet, in seiner Freizeit andere Clubs besucht, seine Vorlieben auslebt und auch noch lebhafte Fantasien mit Jules in der Hauptrolle hat, bleibt kaum Platz für Handlung. Außerdem musste ich wieder feststellen, dass ich mit BDSM einfach nichts anfangen kann. Das spricht mich überhaupt nicht an, sodass mich das Buch dementsprechend auch nicht mitreißen konnte.

Nichtsdestotrotz bin ich froh darüber, dass das Thema BDSM in diesem Buch eine so große Rolle spielt, da ich viel über diese spezielle Vorliebe lernen konnte. Chris P. Rolls recherchiert ihre Bücher immer gut, um zutreffende, realitätsgetreue Informationen zu vermitteln. Dementsprechend hat dieses Buch bei mir mit einigen Vorurteilen aufgeräumt. Es hat mir geholfen, die Anreize von BDSM und die Hintergründe von Master-Sklave-Beziehungen zu verstehen. Für mich ist es nach wie vor absolut gar nichts, aber ich kann verstehen und akzeptieren, weshalb andere Menschen Gefallen daran finden. Damit hat das Buch für mich auf der Informationsebene großen Wert, auch wenn ich mit der Geschichte nicht viel anfangen konnte.

Neben den inhaltlichen Gesichtspunkten hat es mir auch der Stil schwer gemacht, mich richtig auf die Geschichte einzulassen. In den anderen Büchern, die ich von der Autorin kenne, wird eine fiebrige Spannung aufgebaut, die Formulierungen sind packend und es rutscht glatt herunter. Das war diesmal nicht der Fall. Mehrfach habe ich mich gefragt, was aus der überragenden Erzählweise geworden ist. Auch der Schreibstil war oft holprig und klang beinahe unausgereift. Die erzählerische Kunst konnte hier nichts herausholen, obwohl Chris P. Rolls in dieser Hinsicht normalerweise eine Bank ist.

Fazit
Als Geschichte konnte ich mit diesem Buch leider nicht so viel anfangen. Es gibt kaum Handlung; die sexuellen Inhalte haben deutlich überwogen. Dabei geht es dann fast ausschließlich um BDSM, womit ich persönlich überhaupt nichts anfangen kann. Damit hat mich die Geschichte inhaltlich nicht mitreißen können. Auch stilistisch gehört das Buch sicher nicht zu den Highlights der Autorin. Als Informationsquelle ist das Buch aber sehr gut geeignet. Ich habe eine Menge über die BDSM-Gemeinschaft, Master und Sklaven gelernt, einige Vorurteile abgebaut und kann diese Neigungen jetzt nicht nur akzeptieren, sondern auch verstehen. „Third Blinded Date“ bekommt für diese Leistung drei Schreibfedern von mir.

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