Dienstag, 16. Oktober 2018

[Rezension] Die Farben des Blutes 4: Wütender Sturm – Victoria Aveyard

Die Farben des Blutes 4: Wütender Sturm – Victoria Aveyard
zum Verlag

Titel: Die Farben des Blutes – Wütender Sturm
Autor: Victoria Aveyard
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2018
Einband: Hardcover
Seiten: 778
ISBN: 978-3-551583-81-9
Preis: 24,99 € [D]

Klappentext
Siege haben ihren Preis! Das weiß die rote Blitzwerferin Mare nur allzu gut seit dem Verrat durch Prinz Cal. Umso klarer ist ihr Ziel: Sie wird das Königreich umstürzen und den versklavten Roten und verfolgten Neublütern ein Leben in Freiheit sichern. Die Silber-Herrschaft muss enden!
Doch König Maven hält mit aller Gewalt an der Krone fest. Um sie ihm zu entreißen, braucht es ein neues Bündnis: Rebellen der Scharlachroten Garde, Armeen aus dem Nachbarland – und die abtrünnigen Silber-Häuser unter Cals Führung. Aber kann Mare mit einem Prinzen kämpfen, der eigene Ziele verfolgt? Und wird der Sturm, den sie beide entfesseln, mehr zerbrechen als die alte Ordnung? Ihre Liebe, ihr Land – ihr Leben?


Einordnung
- Die rote Königin (Teil 1) 
- Gläsernes Schwert (Teil 2) 
- Goldener Käfig (Teil 3) 
- Wütender Sturm (Teil 4)

Erster Satz
Wir schweigen einen langen Moment.
(Seite 9)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!

Der letzte Teil der Reihe ist mit fast 800 Seiten noch einmal ein ziemlicher Brocken. Allerdings musste ich nur einen Bruchteil davon lesen, bevor ich schon überzeugt war. Auf Seite 40 wusste ich, dass ich das Buch lieben würde. Das dramatische Ende des dritten Teils hat bei mir einige Hoffnungen für den finalen Band entstehen lassen, insbesondere bezüglich einer uns wohlbekannten silbernen Prinzessin sowie Mares Beziehung zu Cal. Dieser letzte Teil fängt genau dort an, wo der dritte Band endete, sodass ich schon nach nur zwei Kapiteln wusste, dass diese Hoffnungen sämtlich erfüllt werden würden. Das ist dann auch tatsächlich der Fall gewesen. Dieses Buch ist alles, was ich mir erhofft hatte.

Wie auch schon im vorherigen Band spielen hier die politischen Ränkespiele eine große Rolle. Nicht nur die verschiedenen Silber-Häuser und die Scharlachrote Garde sind darin verwickelt, sondern auch das abgespaltene Königreich und einige Nachbarländer. Diese vollkommen verschiedenen Parteien müssen Bündnisse miteinander eingehen und es war sehr spannend zu beobachten, welche Angebote sie sich gegenseitig unterbreiten. Dabei werden durch die Perspektiven von Mare, Evangelina und Iris die Ziele und Motive verschiedener Splittergruppen beleuchtet. Es war richtig interessant zu verfolgen, wer welche Intrigen geplant hat, teilweise ohne die Bündnispartner und sogar die Mitglieder der eigenen Gruppe zu informieren. Das alles führte zu einem ständigen Wechsel der Loyalitäten innerhalb und zwischen den Bündnissen, der wirklich nervenaufreibend war. Bis zum Schluss war offen, welche Splittergruppe ihre Ziele am Ende würde durchsetzen können – Cal, Maven, König Samos, die Scharlachrote Garde, Montfort, die Lakelands, Piedmont, die Plünderer oder doch jemand ganz anderes. Jeder wollte am Ende über Nortas Zukunft bestimmen und durch Intrigen, Verrat, Bestechung, Manipulation oder schlicht gut ausgerüstete Armeen hätte auch jeder am Ende der letzte Spieler auf dem Brett sein können. Ich musste mich zusammen reißen, um nicht zum Epilog zu blättern.

Neben den Teilen, die regelrechte Politthriller waren, haben mir auch viele andere Aspekte des Buches gut gefallen. Es war sehr interessant, mit Montfort ein Land kennenzulernen, in dem Rote, Silberne und Neublüter friedlich miteinander leben und das außerhalb einer Monarchie. Die gesamte Gesellschaft dort war überraschend anders. Nicht nur dies hat zu einigen Charakterentwicklungen beigetragen. Wie schon im vorherigen Teil ist mir besonders Evangelina aufgefallen, doch auch andere Charaktere enthüllen bislang verborgene Geheimnisse. Insbesondere Mare hat mich in diesem Buch auch sehr glücklich gemacht, denn sie ist eine sehr starke, selbstständige und unabhängige Protagonistin geworden. Das hat die Autorin wunderbar mit der Romanze verbunden, die mir in ihrer Ausführung und Auflösung wahnsinnig gut gefallen hat – gerade weil ich Jugendbücher nicht wegen, sondern trotz der Liebesgeschichten lese. Damit ist das Buch ein für mich rundum gelungener Abschluss der Reihe.

Fazit
Dieses Buch war alles, was ich mir davon erhofft habe. Nach zwei Kapiteln war ich schon glücklich und wusste, dass ich das Buch lieben würde. Und das habe ich auch getan. Die politischen Ränkespiele waren nervenaufreibend, die Splittergruppen mit ihren Motiven interessant und die Geschichte durch ständige Wechsel der Loyalitäten spannend. Mare ist eine starke und unabhängige Protagonistin, die mich mit ihren Entscheidungen begeistert hat. Sogar die Romanze fand ich wunderbar. „Wütender Sturm“ ist ein perfekter Abschluss der Reihe und bekommt fünf Schreibfedern.


5 Federn

Kommentare:

  1. Also kommen Mare und Cal zusammen!?! Tolle rezi;)

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    1. Zu verraten, was mit Mare und Cal passiert, wäre ein ziemlicher Spoiler. ;) Von daher kann ich die Frage jetzt nicht beantworten - nicht mal, wenn sie einfach zu beantworten wäre. :D

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  2. Hallo!
    Das Buch habe ich letztens auch gelesen, aber mir hat es nicht ganz so gut gefallen wie dir. Aber freut mich eine Rezension aus einer anderen Perspektive zu lesen. Es hatte definitiv seine guten Seiten, fand ich!
    Liebe Grüße, Aurora von Papiermosaik

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    1. Hey Aurora,

      vielen hat die Reihe ja spätestens ab dem dritten Teil nicht mehr so gut gefallen, weil es da so politisch wurde. :D Aber ich liebe Politthriller und das im Verbund mit Fantasy ist dann für mich einfach unschlagbar. Ich verstehe aber gut, dass die Fans typischer Jugendbücher, die Freude an Liebesgeschichten haben, da einfach nicht mehr auf ihre Kosten gekommen sind.

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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  3. Hallo Jenny,

    ich kann dir nur zustimmen: ein toller Abschluss. Die verschiedenen Intrigen waren einfach mega interessant und ich wusste bis zum Ende nicht, wie es ausgehen wird. Ein zwei kleine Kritikpunkte habe ich (z.B. das offene Ende oder Iris Perspektiven), aber ansonsten war das ein absolut krönender Abschluss.

    Ich habe deine Rezension unter meiner verlinkt. Falls das nicht okay für dich ist, meld dich einfach :)

    Liebe Grüße
    Jacki von Liebe dein Buch

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    1. Liebe Jacki,

      ah, das freut mich aber, dass es noch jemanden gibt, der das Buch mochte. :D Irgendwie habe ich ja das Gefühl, dass die meisten Leser die Reihe mit jedem Buch weniger mochten...

      Da muss ich dann gleich mal bei dir vorbeischauen. ;)

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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    2. Hey Jenny, leider habe ich auch schon von ein paar Leuten gehört, die die Reihe oder den Abschluss gar nicht gut fanden. Aber zum Glück habe ich das Buch mit einer Freundin gelesen und die hat es genauso empfunden wie ich :D
      Ich mochte tatsächlich auch Band 2 + 3 etwas weniger, aber 4 war zum Glück wieder toll :) Aber viele stehen ja auch nicht auf düstere "Kriegsgeschichten". Ich fand aber (besonders als Gesamtwerkt betrachtet) war das alles super durchdacht und miteinander verknüpft - einfach toll gemacht!
      Liebe Grüße, Jacki ♥

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    3. Hey Jacki,

      ich glaube, das Problem der meisten Leser war, dass sie ein typisches Jugendbuch mit Liebesgeschichte lesen wollten. So wie die Millionen anderen Jugendbücher, die es so gibt. Stattdessen ist "Die Farben des Blutes" aber mehr und mehr ein Politthriller geworden und damit kamen die meisten nicht zurecht. Also ja, ich stimme dir zu, dass diese Kriegsgeschichten vermutlich das Problem sind. :D Aber da ich Politthriller total gerne lese und mir die typischen Jugendbücher mit ihren Instant-Liebesdreiecken momentan echt zum Hals heraushängen, fand ich das super. xD

      Grüße zurück,
      Jenny

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  4. Hallo Jenny!

    Bei mir liegt die Reihe seit dem zweiten Band irgendwie auf Eis. Der Auftakt hatte mir richtig gut gefallen, doch die Fortsetzung hat mich so enttäuscht, dass ich mich seitdem nicht mehr an die Bücher herangetraut habe. Deine tolle Bewertung des letzten Bandes lässt mich jetzt allerdings wieder ein bisschen Hoffnung schöpfen. Vielleicht sollte ich der Geschichte doch noch einmal eine Chance geben?! ;)

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Facebook)

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    1. Hey Lisa,

      das geht ja vielen so wie dir. Die Reihe ist eben keine typische Jugendbuchreihe. Ich fand sie für Jugendbücher überraschend komplex und durchdacht. Gerade die späteren Teile werden richtige Politthriller. Also wenn du so was magst, dann würde ich dir empfehlen, tatsächlich noch mal weiter zu lesen. Wenn du lieber leichtere Jugendbücher magst mit großer Liebe und so, dann wirst du wohl nicht mehr auf deine Kosten kommen mit den Fortsetzungen...

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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  5. Interessant dass ausgerechnet band 2 und 3 bei den meisten so schlecht ankam. Bei mir waren es sogar mit die Lieblingsteile. Ich fande wirklich dass Victoria eine Talent dazu hatte die psychischen schäden, die nach und nach bei den Charakteren eingesetzt haben, zu beschreiben. Auch im vierten Band war ich fasziniert von Maven als Protagonist. Die Beschreibungen seiner zersplitterten Psyche waren wirklich eon Highlight für mich

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    1. Mir haben die späteren Bände auch besser gefallen. Aber ich mag auch Politthriller. Wenn ich überlege, was typisch für Jugendbücher ist, dann findet sich davon in den späteren Bänden der Reihe kaum noch etwas wieder. Von daher kann ich schon verstehen, wenn Lesern die späteren Teile nicht mehr gefallen, weil sie mit der Erwartung an die Reihe herangegangen sind, ein typisches Jugendbuch zu lesen. Dafür ist es in meinen Augen zu komplex...

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  6. Kann es bitte noch einen Teil geben?!

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  7. Gibt es noch einen Teil?


    Bitte seid ehrlich!

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