Dienstag, 18. Dezember 2018

[Rezension] Das Erbe der Macht. Schattenchronik 1: Das Erwachen – Andreas Suchanek

Das Erbe der Macht - Schattenchronik 1 - Das Erwachen von Andreas Suchanek
zum Verlag

Titel: Das Erbe der Macht. Schattenchronik – Das Erwachen
Autor: Andreas Suchanek
Verlag: Greenlight Press
Erscheinungsdatum: 16. November 2016
Einband: eBook
Seiten: 334
ISBN: 978-3-958342-26-2
Preis: 19,90 € [D]

Klappentext
Die Welt, wie du sie kennst, ist eine Lüge! Seit über einem Jahrhundert verbirgt der Wall die magische Gesellschaft vor Menschenaugen, garantiert Friede und Gleichheit zwischen Menschen und Magiern. Doch in den Schatten tobt ein Krieg um die Vorherrschaft.
Jennifer Danvers ist eine Lichtkämpferin. Als ihr Freund und Kampfgefährte stirbt, erwacht mit Alexander Kent ein neuer Erbe der Macht, der von ihr in die Welt der Magie eingeführt werden muss. Keiner von beiden ahnt, dass das Gleichgewicht der Kräfte außer Kontrolle geraten ist. Das Böse holt zum großen Schlag aus, um den Wall endgültig zu zerschmettern.
Machtvolle Zauber, gefährliche Artefakte, uralte Katakomben und geheime Archive: Kämpfe mit den Lichtkämpfern und dem Rat des Lichts – Johanna von Orleans, Leonardo da Vinci, und weiteren Größen der Menschheitsgeschichte – gegen die Macht des Bösen.


Einordnung
- Das Erwachen (Sammelband 1: Aurafeuer, Essenzstab und Wechselbalg)
- Feuerblut (Sammelband 2: Feuerblut, Silberregen und Schattenfrau)
- Ascheatem (Sammelband 3: Schattenzeit, Opfergang und Silberknochen)
- Allmacht (Sammelband 4: Ascheatem, Zwillingsfluch und Allmacht)

Erster Satz
Ich habe versagt.
(Seite 7)

Rezension
An diesem Buch haben mich mehrere Dinge neugierig gemacht: Zum einen war ich gespannt darauf, wie eine Buchserie funktionieren würde, zum anderen fand ich die Idee faszinierend, historische Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci und Albert Einstein eine Rolle in einer Fantasy-Welt spielen zu lassen. Nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich allerdings immer noch etwas unschlüssig. Die grundsätzliche Idee der Geschichte finde ich sehr interessant, ebenso wie die Überführung der historischen Personen in die Gegenwart. Besonders angesprochen hat mich, dass die Aufmachung Zauberergeschichten gleicht, die Charaktere aber immer wieder darauf hinweisen, dass Begriffe wie 'Zauberstab' der Fantasie der Menschen entsprungen sind, die nicht zu magischen Gemeinschaft gehören. Damit sind es hauptsächlich die kleinen Details und Easter Eggs, die mir an dem Buch gefallen haben.

Probleme hatte ich dagegen mit der Geschwindigkeit der Handlung, die sehr hoch ist. Da die Perspektive oft zwischen diversen Charakteren hin und her wechselt, wurde die Handlung enorm schnell vorangetrieben. Es handelt sich bei der Geschichte zwar um eine Serie zusammenhängender Kurzgeschichten, die zunächst einzeln veröffentlicht werden, sodass schon in jedem Teil etwas Essenzielles geschehen muss, trotzdem war es mir oftmals zu sprunghaft. Insbesondere, da sich die Geschwindigkeit und Sprunghaftigkeit nicht nur auf die Handlung beziehen, sondern auch auf die Wahrnehmungen der Charaktere. Stellenweise wechselten die Emotionen der Figuren satzweise. Ich war nicht in der Lage, diesem rasanten Wechsel der Gedanken und Gefühle zu folgen, sodass mich das Buch emotional trotz objektiv dramatischer Szenen nicht erreicht hat. Ebenso fehlte mir in den Beschreibungen die Tiefe, da Orte, Personen und Situationen auf handlungsrelevante Details zusammen gekürzt wirkten. Insgesamt sind die 334 Seiten des Buches fast reine Handlungsseiten, während mir Stimmung und Gedanken häufig zu kurz kamen.

Trotzdem war das Buch an vielen Stellen spannend, da die Handlung sich zwar sehr schnell entwickelt, der Autor seine Geheimnisse aber nur umso länger für sich behalten hat. Von Anfang an ist mir aufgefallen, dass er sehr gut darin ist, Namen von Personen nicht zu nennen, ohne dass dabei das Gefühl von künstlich eingebauten Synonymen entsteht. Dadurch kann er aus den Perspektiven von Tätern und Opfern berichten, spannende Details einfügen und trotzdem weiß der Leser nicht mehr als die anderen Charaktere. Es werden wichtige Figuren eingeführt, die erst viele Kapitel später einen Namen und eine Verbindung zu den anderen Ereignissen bekommen, sodass ich lange bezüglich der Identitäten rätseln konnte. Das betreibt der sowohl im kleinen Stil zwischendurch für einige Kapitel, um noch neugieriger darauf zu machen, welche anderen historischen Persönlichkeiten im Rat sitzen, als auch in einem großen Spannungsbogen über das gesamte Buch, da ein Verräter gesucht wird, der mehrfach aktiv auftritt, aber fast bis zum Schluss namenlos bleibt.

Fazit
Meine Meinung zu diesem Buch ist zwiegespalten. Auf der einen Seite fand ich es faszinierend, wie historische Persönlichkeiten dort eine Rolle bekommen haben und wie kleine Details die Geschichte einzigartig machen. Oft war es spannend, da der Autor Identitäten selbst von handelnden Figuren manchmal geheim gehalten und damit Raum zum Rätseln gegeben hat. Auf der anderen Seite ist das Erzähltempo durch das Kurzgeschichtenformat extrem hoch, sodass nicht unmittelbar relevante Aspekte, Beschreibungen und vor allem die Gedanken und Gefühle der Charaktere zu kurz kommen. „Das Erbe der Macht. Schattenchronik 1 – Das Erwachen“ hat mir in der Idee gut gefallen, war mir in der Umsetzung aber zu hektisch, sodass ich drei Schreibfedern vergebe.


Ich bedanke mich bei der Greenlight Press und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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