Samstag, 22. Dezember 2018

[Rezension] Ich und der Weihnachtsmann – Matt Haig

Ich und der Weihnachtsmann von Matt Haig
zum Verlag

Titel: Ich und der Weihnachtsmann
Autor: Matt Haig
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 21. September 2018
Einband: Hardcover
Seiten: 283
ISBN: 978-3-423289-65-8
Preis: 17,00 € [D]

Klappentext
Aus ist es mit der Ruhe in Wichtelgrund – eine finstere Intrige wird geschmiedet, und zwar ausgerechnet vom Osterhasen. Das Wichtelreich soll untergebuttert und Weihnachten zu einem zweitrangigen Fest zurückgestuft werden! Das können Amelia, das einstige Kaminkehrermädchen, und der Weihnachtsmann nicht zulassen. Sie kämpfen mit allen Mitteln der Fantasie darum, Wichtelgrund und Weihnachten zu erhalten.


Einordnung
- Ein Junge Namens Weihnacht (Teil 1)
- Das Mädchen, das Weihnachten rettete (Teil 2)
- Ich und der Weihnachtsmann (Teil 3)

Erster Satz
Womöglich denkst du, du wüsstest schon ziemlich gut Bescheid über den Weihnachtsmann.
(Seite 7)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Das ganze Jahr schon habe ich mich auf den letzten Band der Reihe gefreut, die mich letztes Jahr zur Weihnachtszeit so begeistert hat. Der Einstieg in das Buch ist mir dann auch sofort problemlos gelungen. Nicht nur, weil Amelia, die dieses Buch erzählt, einen Rückblick auf die bisherigen Ereignisse gibt, sondern auch, weil die Geschichte in den ersten zwei Teilen so ungewöhnlich war, dass mir selbst viele Details immer noch im Gedächtnis gewesen sind. Damit kam schon auf der ersten Seite wieder Weihnachtsstimmung auf und es war als hätte ich nie aufgehört zu lesen. Mein Plan, in die ersten Kapitel hineinzulesen, hat sich damit schnell in Luft aufgelöst: Kaum hatte ich mich versehen, hatte ich das ganze Buch verschlungen.

Wie auch schon in den letzten Bänden haben mich vor allem die Emotionen mitgerissen. Der Autor hat wirklich ein Händchen dafür, die Gefühle der Charaktere zu vermitteln. Das gelingt ihm insbesondere bei negativen Emotionen sehr gut. Als Amelia, das einzige Menschenkind in einer verrückten Wichtelklasse, sich als unfähige Außenseiterin fühlt, hat es mir die Tränen in die Augen getrieben. Amelias Gedanken und Gefühle sind so intensiv erzählt, dass sie mich nicht nur gepackt, sondern manchmal sogar trauriger und verzweifelter als Amelia selbst gemacht haben.
Doch auch wenn ich die negativen Emotionen gerade so hervorgehoben habe, hat das Buch natürlich auch viele witzige Stellen. Die Wichtel sind ein lustiges Volk. Außerdem hat der Autor sich wieder skurrile Erklärungen für Aspekte unserer Kultur ausgedacht. In diesem Buch geht es unter anderem darum, woher der Osterhase seinen Namen hat und warum es Ostereiersuchen gibt. Diese vollkommen logischen Erläuterungen sind einfach grandios und lassen mich nicht nur Weihnachten, sondern auch Ostern mit ganz anderen Augen betrachten.

Insgesamt führt dieses Buch die Reihe zu einem runden Ende. Die Charaktere finden ihr Glück und ihre Bestimmung und alle möglichen Konfliktherde werden ausgemerzt. Allerdings ging mir das für dieses Buch spezifische Ende deutlich zu schnell. Der Autor nimmt sich viel Zeit, um das Leben in Wichtelgrund zu beschreiben und die Auseinandersetzung zwischen dem Weihnachtsmann und dem Osterhasen einzuführen. Der Konflikt selbst wird dann aber kurz und knapp abgehandelt, damit dann alle noch offenen Handlungsfäden der gesamten Reihe zu einem Ende gebracht werden können. Das fand ich wirklich schade. Nichtsdestotrotz sind die Entwicklungen stimmig und es hat Spaß gemacht, sie zu lesen.

Fazit
Der Einstieg in dieses Buch ist mir so problemlos gelungen als hätte ich die vorherigen Bände gerade erst gelesen gehabt. Außerdem konnte ich dann gar nicht mehr aufhören, sodass ich gleich das ganze Buch verschlungen habe. Es hat mir wieder gut gefallen. Insbesondere die Emotionen waren mitreißend und berührend. Die Dinge, die der Autor sich rund um Ostern ausgedacht hat, waren grandios und skurril. Leider ist der Konflikt sehr knapp abgehandelt worden. Insgesamt bringt „Ich und der Weihnachtsmann“ die Reihe zu einem runden Ende und bekommt dafür vier Schreibfedern.


(Auch wenn ich mich immer noch darüber ärgere, dass das Buch 'Ich und der Weihnachtsmann' heißt, wenn es im Englischen 'Father Christmas and Me' ist und die letzten Wörter des Buches 'Der Weihnachtsmann. Und ich.' (S. 275) lauten. Aber der Autor kann ja nichts dafür, dass diese geniale Brücke zwischen Titel und Schluss im Deutschen scheinbar übersehen wurde. [Mal ganz abgesehen von 'Der Esel nennt sich selbst zuerst' und so.])

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