Sonntag, 27. Januar 2019

[Rezension] Die Drachenkämpferin 1: Im Land des Windes – Licia Troisi

'Die Drachenkämpferin 1: Im Land des Windes' von Licia Troisi
zum Verlag
Titel: Die Drachenkämpferin – Im Land des Windes
Autor: Licia Troisi
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 01. April 2008
Einband: Softcover
Seiten: 383
ISBN: 978-3-453532-69-4
Preis: 8,95 € [D]

Klappentext
Sie hat violette Augen, nachtblaue Haare und spitze Ohren. Seit ihrer Geburt weiß sie, dass sie eine Kriegerin ist. Sie träumt davon, den Drachenrittern anzugehören und die Fammin zu schlagen, ein Monstervolk, das der Tyrann erschaffen hat, um ihre Welt zu zerstören. Nihal, die bei den Menschen aufwuchs, ist die letzte Überlebende der Halbelfen, einem Volk, das der Tyrann bereits ausgerottet hat. Nihal trägt den Schmerz ihres Volkes in sich, das sie nie kennen gelernt hat, von dem sie aber in ihren Träumen angefleht wird, Vergeltung zu üben. Nur zwei Verbündete stehen ihr zur Seite: der junge Magier Sennar und ihr unfehlbares Schwert aus schwarzem Kristall. Wird es Nihal gelingen, das Schicksal einer Welt abzuwenden, die vom Untergang bedroht ist?

Einordnung
- Im Land des Windes (Teil 1)
- Der Auftrag des Magiers (Teil 2)
- Der Talisman der Macht (Teil 3)

Erster Satz
'Die Sonne überflutete die Ebene.'
(Seite 7)

Rezension
Dieses Buch zu lesen, war seltsam. Es gab einige Dinge, von denen ich während des Lesens genau wusste, dass sie eigentlich nicht meinem Geschmack entsprechen, aber sie waren so passend und unterhaltsam umgesetzt, dass es mich überhaupt nicht gestört hat. Einer dieser Aspekte war die Mischung aus detaillierten Szenen und groben Zusammenfassungen. Die Autorin hat jedoch mit viel Feingefühl an den richtigen Stellen gewechselt, denn mich hat das Erzähltempo mitgerissen und gleichzeitig hat mir die Tiefe ausgereicht. Grundsätzlich hat das Buch ein sehr hohes Tempo und schnelle Entwicklungen. Bereits auf den ersten Seiten wird sehr viel erzählt, ohne dass die Geschichte dabei oberflächlich wird. Es sind genug Informationen, um einen Überblick zu haben und sich zurechtzufinden, ohne dass sich die Geschichte in detaillierten Beschreibungen verliert. Für meinen Geschmack umfasst das Buch eine viel zu große Zeitspanne und hat viel zu viel Handlung – normalerweise. Aus einem Grund, den ich nicht genau benennen kann, hat die Konzeption hier aber wunderbar funktioniert.

Gleiches gilt für den Ton der Erzählung. Es gab einige Stellen, an denen ich das Buch nicht zu ernst nehmen dürfte, denn dann wäre es lächerlich geworden. Es ist mit so viel Leichtigkeit und Lockerheit erzählt, dass es sich manchmal eher ironisch las. Normalerweise kann ich damit nichts anfangen, weil dieser Ton oftmals an meinem Humor vorbei geht. Hier passte es jedoch meist zur Stimmung, in die mich das Buch versetzt hat. Die impulsiven, schnellen und heftigen emotionalen Ausbrüche der Charaktere haben mich nicht selten erheitert. Ich bin nicht sicher, ob das so gedacht war, aber mich hat es Gefallen am Buch finden lassen. Gegen Ende wurde es ein bisschen extrem, als erwachsene Figuren Wutausbrüche hatten wie kleine Kindern, aber die meiste Zeit kam ich mit der Unbeschwertheit wunderbar zurecht.

Die wohl größte Überraschung für mich war aber, wie sehr mir die Protagonistin gefallen hat. Nihal ist auf unterhaltsame Weise aufmüpfig. Ich mochte ihren Dickkopf, ihre Stärke und sogar ihre Unbelehrbarkeit. Ich bin mir sicher, hätte es sich um irgendeinen anderen Aspekt gehandelt, dann wäre mir ihre Starrköpfigkeit wahnsinnig auf die Nerven gegangen, aber die Dinge, an denen Nihal so knallhart festhält, sind ihr Hass und ihre Wut. Zorn ist die Emotion, über die ich am leichtesten Verbindungen zu Charakteren herstellen kann, sodass mich Nihal wirklich mitgerissen hat. In ihr brodelt so viel Hass, dass das Buch in mir regelrechte Aggressionen ausgelöst hat – nicht auf die Geschichte, sondern immer parallel zu Nihals Mordlust.

Fazit
Das Buch hat viele Aspekte, die mir normalerweise nicht gefallen, so umgesetzt, dass sie mich begeistert haben. Das Tempo ist durch eine Mischung aus detaillierten Szenen und groben Zusammenfassungen sehr hoch, aber es wird immer an der richtigen Stelle gewechselt. Außerdem ist das Buch mit einer erheiternden Unbeschwertheit erzählt, sodass es zu meiner Stimmung passte, dass ich einige Dinge nicht ganz ernst nehmen konnte. Begeistert hat mich auch die Protagonistin, die mich insbesondere über ihren brodelnden Hass und ihre starrköpfige Wut absolut mitgerissen und mitleiden lassen hat. „Die Drachenkämpferin – Im Land des Windes“ hat mir wirklich gut gefallen und bekommt dafür vier Schreibfedern.

4 Schreibfedern

Kommentare:

  1. Huhu,

    omg ... ich und das Buch sind so gar keine Freunde geworden XD Band 2 habe ich damals auch noch gelesen und mich einfach unglaublich darüber aufgeregt. Bei dem Titel erwartet man immerhin Drachen! Und nicht das die zu den Nebenfiguren der Nebenfiguren gehören. Das fand ich absolut nervig. Genauso wie ihren Charakter. Mal sehen ob ich Band 3 noch eine Chance geben werde.

    Tintengrüße von der Ruby

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    1. Liebe Ruby,

      ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dir das Buch nicht gefallen hat. :D Ich glaube, ich hatte das Glück, das Buch in der absolut richtigen Stimmung gelesen zu haben. Da waren so viele Dinge, die ich normalerweise nicht ausstehen kann, aber irgendwie hat's mir diesmal überhaupt nichts ausgemacht. :D Statt mich über die Instant-Liebe und ihr Geschmachte aufzuregen, habe ich das einfach nicht ernst genommen und mir gesagt, es soll eine humoristische Darstellung sein. Aber ich verstehe dich nur zu gut. An 364 von 365 Tagen hätte ich es auch fürchterlich gefunden. :D Jetzt bin ich trotzdem gespannt, wie es weiter geht. Dir viel Spaß mit dem dritten Band, falls du ihn echt noch lesen willst. ;)

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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