Donnerstag, 17. Januar 2019

[Rezension] H.O.M.E. 1: Das Erwachen – Eva Siegmund

'HOME 1: Das Erwachen' von Eva Siegmund
zum Verlag
Titel: H.O.M.E. - Das Erwachen
Autor: Eva Siegmund
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 10. Dezember 2018
Einband: Softcover
Seiten: 446
ISBN: 978-3-570312-30-8
Preis: 13,00 € [D]

Klappentext
Die siebzehnjährige Zoë hat ein perfektes Leben: Sie besucht eine Eliteakademie, gemeinsam mit ihrer großen Liebe Jonah. Doch plötzlich findet sie sich in einem heruntergekommenen Krankenhaus wieder. Angeblich lag sie zwölf Jahre im Koma und fragt sich nun verzweifelt: War alles nur ein Traum? Gemeinsam mit Kip, dessen Brüder Ähnliches durchlebt hat, deckt Zoë ein atemberaubendes Geheimnis auf. Sie muss sich entscheiden, auf weiter Seite sie steht und ob sie ihr perfektes Leben wirklich zurückhaben will ...

Einordnung
- Das Erwachen (Teil 1)
- Die Mission (Teil 2, erscheint am 11. März 2019)
- evtl. folgen noch weitere Bände

Erster Satz
'Das kleine Mädchen stand im Regen auf der Wiese und schrie sich die Seele aus dem Leib.'
(Seite 7)

Rezension
Ich hatte nach dem Lesen des Klappentexts eine ziemlich genaue Idee, worum es in diesem Buch gehen würde und welches 'atemberaubende Geheimnis' Zoë aufdecken würde. Zugegeben, ich wusste nicht, welchen dystopischen Aspekt sich die Autorin ausgesucht hat, aber auch ohne dieses Detail hatte ich eine ziemlich präzise Vorstellung. Aber manchmal überraschen mich Bücher ja doch und an irgendeinem Punkt ist die im Klappentext getriggerte Handlung dann ja auch vorbei und sie entwickelt sich in unbekannte Gefilde. Nicht so in diesem Buch. Bis auf das Detail, welcher Aspekt unserer Welt dystopisch verändert wurde, konnte ich die gesamte Handlung des Buches mit allen 'überraschenden Enthüllungen' und 'dramatischen Wendungen' vorhersagen, ohne mehr als den Klappentext gelesen zu haben. Deshalb war das Buch für mich sehr langweilig.
Natürlich ist mir bewusst, dass Protagonistin Zoë den Klappentext nicht kennt. Sie muss also erst nach und nach herausfinden, was geschehen ist. Hätte das die erste Hälfte des Buches gedauert – geschenkt. Leider braucht sie aber das gesamte Buch dafür, sodass für mich als Leserin absolut gar nichts Überraschendes bei diesen 446 Seiten herumgekommen ist. Zoë selbst fasst dieses Problem gut zusammen: „Vielleicht wollte mir mein Gehirn aber auch etwas sagen, weil ich so grässlich langsam kapierte.“ (S. 416) Nach diesem Zitat folgen nur noch 30 Seiten, aber hätten andere Charaktere ihr nicht die Wahrheit ins Gesicht gesagt, wäre sie wohl bis zum Schluss ahnungslos geblieben.

Doch nicht nur die Gesamtgeschichte, auch viele Details innerhalb der Handlung waren für mich vorhersehbar. Das liegt vor allem anderen, dass die Autorin sich jeder Menge Klischees bedient. Sich persönlich für spät am Abend mit einem Informanten zu verabreden, beispielsweise, geht schließlich nie gut für den Informanten aus. Hinzu kommt die obligatorische Instant-Liebesgeschichte. Meine Hoffnung war, das diesmal umgehen zu können, da Zoë eigentlich bereits einen Freund hat. Leider bedeutet das wohl gar nichts. Hin und wieder hat sie zumindest ein schlechtes Gewissen, aber das hindert sie nicht daran, ab der ersten Begegnung den perfekten Kip anzuhimmeln. Im nächsten Band treffen die beiden Kontrahenten dann das erste Mal aufeinander, sodass sich dafür schon ein ausführliches Liebesdreieck andeutet. Das erhöht meine Motivation, es mit dem zweiten Teil noch einmal zu versuchen, nicht gerade.

Ich muss aber sagen, dass der gute Kip einer der ganz wenigen Charaktere ist, die mir sympathisch sind. Er ist ein ausgeglichener Ruhepol, der nicht auf seiner dramatischen Vergangenheit herumreitet. Im Gegensatz zu ihm ist Zoë aufbrausend, widersprüchlich und sprunghaft wie eine typische Siebzehnjährige. Zwar hat sie mich nicht direkt genervt, aber wirklich warm geworden bin ich mit ihr auch nicht. Daran hat ihre Jammerei wohl genauso großen Anteil wie ihre Begriffsstutzigkeit. Die meisten anderen Charaktere sind relativ flach geblieben, insbesondere Zoës Eltern, aber auch die 'Bösen', aus deren Perspektive ebenfalls Kapitel geschildert werden. Den vermeintlichen Anführer fand ich interessant, weil er mit seiner brutalen Kaltherzigkeit das Geschehen weiter getrieben hat, während seine rechte Hand mit jedem Auftritt immer unfähiger wirkte. Ich weiß, dass die Szenen Zoës herausragendes Talent darstellen sollten, aber die plumpen Angriffsversuche waren für mich einfach nur immer wieder Zeichen für die Inkompetenz der Frau. Möglicherweise waren mir zu dem Zeitpunkt aber auch schon so viele Kritikpunkte ins Auge gefallen, dass der Gesamttenor meiner Beurteilung einfach nur noch in negative Richtung ging.

Fazit
Nach den vielen begeisterten Stimmen hatte ich große Hoffnungen für dieses Buch. Leider sind diese vollständig enttäuscht worden. Ich konnte die gesamte Handlung vorhersagen, ohne eine Seite gelesen zu haben. Die da Protagonistin ziemlich begriffsstutzig ist, kommt das Buch über die Erläuterung des Gesamtkonzepts nicht hinaus. Außerdem bedient sich die Autorin einiger Klischees. Hinzu kommen noch eine Instant-Liebesgeschichte und kaum mehr als zwei Charaktere, die ich sympathisch oder zumindest interessant fand. Da für das nächste Buch auch noch ein Liebesdreieck eingeführt wird, wird „Die Mission“ ohne mich stattfinden, da mich schon „Das Erwachen“ nicht überzeugen konnte und nur zwei Schreibfedern bekommt.


2 Schreibfedern

Ich bedanke mich beim cbt Verlag und beim Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

0 Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Hinweise zum Datenschutz: Mit dem Verfassen eines Kommentars sowie dem Abonnement weiterer Kommentare stimmst du der Erhebung und Speicherung personenbezogener Daten (z. B. IP-Adresse) zu. Weitere Hinweise finden sich in der Datenschutzerklärung sowie der Datenschutzerklärung von Google.