Dienstag, 30. April 2019

[Rezension] Die Beschwörer 1: Tag der Geister – Alexey Pehov, Elena Bychkova & Natalya Turchaninova

[Rezension] Die Beschwörer 1: Tag der Geister – Alexey Pehov, Elena Bychkova & Natalya Turchaninova
zum Verlag

Titel: Die Beschwörer 1 – Tag der Geister
Autor: Alexey Pehov, Elena Bychkova & Natalya Turchaninova
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 02. April 2019
Einband: eBook
Seiten: 512
ISBN: 978-3-492993-89-0
Preis: 14,99 € [D]

Klappentext
Am Tag der Geister ziehen finstere Wesen in die Welt hinaus, während sich die Menschen in ihren Häusern verschanzen. Doch um die Aufnahmeprüfung in den Orden der Geisterbeschwörer zu bestehen, muss Ray den Gefahren dieses Tages trotzen und in den Ordenspalast vordringen. Als seine Gefährten ihm nicht folgen, wird er unruhig. Endlich trifft seine Mitschülerin Nara ein. Sie bringt düstere Nachrichten: Ein Schüler ist bei der Prüfung gestorben, ein weiterer wurde von Geistern besessen und ein dritter von Ordensmitgliedern verbannt. Ray macht sich auf die Suche nach seinen Freunden, die sich noch außerhalb der Palastmauern befinden. Doch seine Entscheidung bringt ungeahnte Folgen mit sich ...


Einordnung
- Tag der Geister (Teil 1)
- Turm des Ordens (Teil 2)
- weitere Teile sind geplant

Erster Satz
Wenn ihr mich fragt, werden wir Beschwörer bald gar nicht mehr nötig sein“, sagte Kazumi, der auf einer Schilfmatte hockte und ein Räucherstäbchen langsam von links nach rechts schwenkte.
(Seite 5)

Rezension
Auf den ersten Seiten dachte ich noch, das würde eine anstrengende Lektüre werden. Gleich zu Beginn interagiert Protagonist Ray mit seinen fünf Mitschülern, die allesamt merkwürdige Namen hatten, die ich mir kaum merken konnte. Ich habe mich im ersten Kapitel wirklich schwer damit getan, die Figuren auseinander zu halten. Aber die Anzahl der relevanten Charaktere hat sich zum Glück schnell reduziert. Das Gespann, das übrig bleibt, besteht aus Ray und seinen Beschwörer-Kollegen Grizzly und Sayunaro. Die leichte Rivalität, die anfangs zwischen ihnen herrscht, da Beschwörer-Lehrlingen beigebracht wird, sie seien nur für sich selbst verantwortlich und dürften nur sich selbst vertrauen, entwickelt sich schnell zu einer Freundschaft. Diese Freundschaft ist es, die mir im Laufe des Buches am meisten Freude bereitet hat. Obwohl zu Alleingängen ausgebildet, entwickeln die drei sich bald zu einem unschlagbaren Team. Die Dynamik zwischen ihnen hat mich begeistert und ihre unverbrüchliche Loyalität hat mich berührt. Schon als Einzelfiguren mochte ich sie alle drei wirklich sehr gern, aber gemeinsam waren sie einfach genial.

Aber nicht nur die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, sondern auch die Welt. Zwar wusste ich lange zu wenig über die Welt und ihre Geister, um mit den Figuren rätseln zu können, welcher Geist hinter welchem Unglück oder welchem Ereignis steckt, das tat meiner Begeisterung aber keinen Abbruch. Es stört auch nicht, weil es ebenso spannend war, mich davon überraschen zu lassen, ob nun ein friedlicher oder ein rachsüchtiger Geist für die Vorkommnisse verantwortlich war und über welche Fähigkeiten dieser verfügte. In dieser Hinsicht haben sich die Autoren wirklich eine sehr reichhaltige Welt ausgedacht. Es gibt einen Geist der Brennnesseln, einen Geist in Katzengestalt, der Albträume abwehrt, böse Geister, die Menschen verwandeln, Geister, die dort wachsen, wo sie Streit und Zwietracht finden und so weiter. Die ganze Welt war faszinierend. Die Menschen fangen Schutzgeister, um sich die bösen Geister vom Hals zu halten. Die Beschwörer können mithilfe ihrer Magie jeden Geist vernichten. Und es gibt sogar eine Hierarchie der Geisterrassen. Ich fand es wahnsinnig interessant, immer mehr über diese Welt zu lernen.

Mir persönlich sind Geister als Wesen noch nie unter gekommen. Dementsprechend weiß ich nicht einmal, ob die Autoren sich an Mythologien und Legenden verschiedener Kulturen bedient oder sich die Geister tatsächlich selbst ausgedacht haben. Aber gerade deshalb gab es unfassbar viel zu lernen für mich. Wo andere Fantasy-Welten Zwerge, Elfen und Drachen haben, hat dieses Buch die komplette Bandbreite an Geistern. Das war erfrischend neu. Besonders gefallen hat mir auch, dass einige Geister im Laufe des Buches wiederholt auftauchen und deshalb tatsächlich als Charaktere eine eigene Persönlichkeit bekommen und über Mord und Totschlag hinaus mit den Beschwörern interagieren. Denn über die Begegnungen mit den diversen Geisterrassen hinaus verfolgt das Buch auch einen Haupthandlungsstrang. Die Figuren nähern sich Schritt für Schritt ihrem Ziel an. Zunächst noch mäßig spannend, wird die Handlung gegen Ende dann regelrecht dramatisch. Ich kann den zweiten Teil kaum erwarten.

Fazit
Das Buch hat mich sehr begeistert. Ich mochte die Charaktere sehr gerne. Ihre Dynamik war großartig und ihre Loyalität hat mich berührt. Außerdem war die Welt sehr reichhaltig, interessant und faszinierend. Es gab unfassbar viel über die diversen Geisterrassen zu lernen. Eingebaut war dies in eine spannende Handlung, die am Ende besonders dramatisch wurde. Nach „Die Beschwörer 1: Tag der Geister“ kann ich die Fortsetzung kaum erwarten und vergebe dafür fünf Schreibfedern.

5 Federn

Ich bedanke mich beim Piper Verlag und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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