Mittwoch, 8. Mai 2019

[Rezension] Die Verratenen (1) – Ursula Poznanski

[Rezension] Die Verratenen (1) – Ursula Poznanski
zum Verlag

Titel: Die Verratenen
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 09. Oktober 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 461
ISBN: 978-3-785575-46-8
Preis: 18,95 € [D]

Klappentext
Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein.
Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.
Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.


Einordnung
- Die Verratenen (Teil 1)
- Die Verschworenen (Teil 2)
- Die Vernichteten (Teil 3)

Erster Satz
'Ich weiß, dass etwas Furchtbares passiert sein muss, als Tomma den Raum betritt.'
(Seite 7)

Rezension
Mit den ersten Kapiteln habe ich mich schwer getan. Das Buch beginnt gleich mit einer für Protagonistin Ria sehr emotionalen Szene, die mich jedoch gar nicht mitnehmen konnte, weil ich die relevanten Charaktere auf der ersten Seite des ersten Teils der Reihe natürlich noch gar nicht kannte. Ria ist zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal namentlich vorgestellt worden. Kurz war ich mir sogar unsicher, ob es sich überhaupt um den ersten Band der Reihe handelt. Die holprige Anfangsszene hat ihre Aufgabe, mich neugierig zu machen, damit eher nicht erfüllt. Außerdem habe ich einige Kapitel gebraucht, um mich an die vielen verschiedenen Charaktere, das mir unbekannte, spärlich erläuterte Setting und den Präsens-Erzählstil zu gewöhnen.

Nach diesen Anfangsschwierigkeiten hat mir das Buch aber richtig gut gefallen. Die Charaktere sind zwar nicht gerade umwerfend, aber die Geschichte holt das eindeutig wieder heraus. Das Buch konnte mich immer wieder überraschen. Ich habe ziemlich oft zu wissen geglaubt, worauf es hinauslaufen würde. Tatsächlich kam es dann allerdings meist anders als erwartet. Die Geschichte war nicht so einfach zu durchschauen, wie ich befürchtet habe. Im Grunde weiß ich immer noch nicht genau, wie es dazu kommen konnte, dass Rias Leben plötzlich auf dem Kopf steht. Hauptsächlich machen diese unklaren Hintergründe die Spannung des Buches aus. Für Fehlverhalten oder Rebellion vom System gejagt zu werden, ist in Dystopien keine neue Erfindung. Vom System gejagt zu werden, ohne zu wissen, weshalb, hat dem Buch jedoch noch eine ganz Menge zusätzliche Dramatik gegeben. Ich möchte genauso dringend wie die Charaktere wissen, worum es eigentlich geht. Deshalb habe ich den ersten Band auch in kürzester Zeit verschlungen.

Neben der ständigen unterschwelligen Spannung durch die undurchschaubaren Hintergründe gab es aber auch spannende Action- oder schlichtweg interessante Szenen. Ich fand es gleichermaßen faszinierend, vom Leben in den geschützten, privilegierten, gut versorgten Sphären zu erfahren wie vom harten Überlebenskampf der Clans in der eisigen Außenwelt. Zwar ist im System nie alles so rosig wie es scheint, aber welche Abgründe sich da im Laufe der Geschichte aufgetan haben, hat mich wirklich überrascht. Außerdem fand ich es nervenaufreibend, jeden Tag mit den Charakteren darauf zu warten, ob sie entdeckt und getötet werden würden. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen, die packend zu lesen waren. Als sie sich dann auch noch Gedanken um einen Verräter machen mussten, konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Fazit
Nachdem ich die Anfangsschwierigkeiten überwunden hatte, hat mir das Buch richtig gut gefallen. Die Geschichte war spannend und konnte mich immer wieder überraschen. Dass weder die Charaktere noch ich wissen, weshalb sie gejagt werden, hat dem Buch eine ganz eigene Dramatik verliehen. Außerdem fand ich das Setting interessant und die Handlung teilweise wirklich nervenaufreibend. „Die Verratenen“ habe ich in kürzester Zeit verschlungen und da ich jetzt wirklich neugierig auf die Fortsetzung bin, bekommt das Buch vier Schreibfedern.

4 Federn

Kommentare:

  1. Hallo Jenny,

    schön, dass es dir insgesamt gefallen hat. Neu erfunden ist das Genre nicht, aber ich finde die Trilogie im Ganzen recht gut geschrieben und fesselnd erzählt.

    Viel Spaß mit den weiteren Bänden!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hey Nicole,

      in der heutigen Zeit ist es aber vermutlich auch schwierig, noch etwas neu zu erfinden. Komplett neu, meine ich. Die Bandbreite ist schon so groß... Ich hoffe, dass mich die folgenden Teile auch noch überzeugen können. :)

      Liebe Grüße zurück
      Jenny

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    2. Hallo Jenny,

      stimmt, im Grunde sind sich die Geschichten alle ähnlich, und trotzdem kann ich von bestimmten Handlungsmustern nicht genug bekommen. Autoren arbeiten das Grundsetting dennoch immer neu auf, lassen ihre Persönlichkeit und eine andere Perspektive darauf einfließen.

      Den zweiten Teil habe ich anfangs etwas zäh empfunden, aber der hat dann noch die Kurve gekriegt. Und beim Abschlussband wird eben alles aufgeklärt. Das fand ich recht interessant.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hallo Jenny,

    die Reihe ist mir schon von einigen ans Herz gelegt worden, aber bisher habe ich sie mir noch nicht zugelegt.

    Momentan ist sie wahrscheinlich auch eher nichts für mich. Ich stecke wohl in meiner ersten Leseflaute und brauche daher eher Bücher, die mich von der ersten Seite packen.

    Nichtsdestotrotz machst du mich sehr neugierig auf die Reihe und ich werde sie weiter im Blick halten.

    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Hey Julia,

      oh je, das klingt aber nicht gut. Ich drücke dir die Daumen, dass du da ganz schnell wieder raus kommst! Vielleicht helfen Rereads von Lieblingsbüchern? Die Reihe von Ursula Poznanski kann ich dir zwar empfehlen, zumindest bislang, aber für die Situation wohl tatsächlich eher nicht. Aber sie läuft ja nicht weg. :)

      Liebe Grüße zurück
      Jenny

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