Mittwoch, 22. Mai 2019

[Rezension] Die Stadt der Symbionten – James A. Sullivan

[Rezension] Die Stadt der Symbionten – James A. Sullivan
zum Verlag

Titel: Die Stadt der Symbionten
Autor: James A. Sullivan
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 02. April 2019
Einband: eBook
Seiten: 720
ISBN: 978-3-492704-19-9
Preis: 12,99 € [D]

Klappentext
Nach einer Alien-Invasion ist die Erde verseucht. Der letzte Rest der Menschheit lebt in einer ›Oase im Winter‹: in Jaskandris, einer von Künstlichen Intelligenzen gesteuerten Kuppelstadt in der Antarktis. Als Symbiont, ein durch Computerinterfaces erweiterter Mensch, kann Gamil Dellbridge mit den Maschinen der Stadt per Gedanken kommunizieren. Eines Tages fängt er über seine Interfaces ein Flüstern auf, das sich unter die Signale der Stadt mischt. Voller Neugier folgt er dem mysteriösen Ruf und ahnt nicht, dass ihn die Spur geradewegs zu einem Geheimnis führt, das nicht nur sein Leben in Gefahr bringt, sondern auch alles, woran er glaubt, mit einem Mal infrage stellt.


Einordnung
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Erster Satz
'Kaum hatte Yarden die Anweisung in Gedanken formuliert, spürte er, wie der Befehl durch das Interface in seinem Hinterkopf strömte und dabei alle Durchgangssignale auslöste, dann nach außen drang und ins Steuersystem hineinstrahlte.'
(Seite 1)

Rezension
Science Fiction ist nicht unbedingt immer mein Genre, weil ich oftmals Schwierigkeiten habe, mich in der großen, teils abstrakten Welt zurechtzufinden. Ich nehme die Dinge nicht einfach hin, sondern möchte gerne die Zusammenhänge und die Logik verstehen. In Die Stadt der Symbionten fiel es mir von Anfang an leicht, der Geschichte zu folgen, weil das dystopische Setting ebenso wie die Cyberpunk-Aspekte früh in der Geschichte eingeführt und erläutert werden. Ich konnte mich dadurch ganz auf die Handlung konzentrieren. Das Rätseln über die Funktionsweise und die Zusammenhänge der futuristischen Begebenheiten des Buches blieb mir erspart. Die Welt überstieg auch nicht meine Vorstellungskraft. Zwar wurden neue Begriffe nicht immer im gleichen Kapitel erläutert, aber ich habe auch nie das Gefühl gehabt, überhaupt nicht verstehen, was um die Erzähler herum vorgeht. Das war entspannend, weil ich weder verwirrt noch orientierungslos durch die Seiten gestolpert bin. Ich konnte die Geschichte flüssig lesen, weil ich nicht über grundlegende Dinge nachdenken musste, die ich nicht sofort verstanden habe.

Zeit für genauere Erläuterungen hat das Buch auf jeden Fall genug, denn es wird aus unzähligen Perspektiven geschildert, die reihum auf den neusten Stand gebracht werden. Mir haben diese vielen Erzähler gut gefallen und sie waren problemlos auseinanderzuhalten. Da die Charaktere alle immer wieder miteinander interagieren, konnte ich sie auch dann weiter kennenlernen, wenn sie gerade nicht der Erzähler waren. Schon nach den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, die Figuren gut zu kennen. Zudem sind die Kapitel lang genug, dass die Wechsel in der Erzählperspektive nickt hektisch wirken. Allerdings machen die vielen Perspektiven das Buch sehr langsam. Nach 200 Seiten befand sich immer noch alles im Aufbau und außer „interessante Geschichte“ wusste ich zu dem Zeitpunkt kaum etwas zum Buch zu sagen. Tatsächlich hat sich die Geschwindigkeit auch bis zum Schluss kaum verändert. Das Buch ist langsam, detailliert, intensiv und ausführlich erzählt und war durchaus fesselnd. Wer aber auf Actionszenen und rasenden Puls hofft, der wird enttäuscht werden. Eine Grundspannung, dank derer ich kaum aufhören konnte zu lesen, war immer vorhanden; wirkliche Höhepunkte hatte das Buch aber nicht.

Insgesamt war die Geschichte trotz mangelnder Höhepunkte aber unterhaltsam. Ich bin gerne mit Gamil und den anderen Figuren unterwegs gewesen, um die Ursache des Flüsterns zu finden und die Verschwörung aufzudecken. Zwischenzeitlich wurde es etwas vorhersehbar, als, meiner Meinung nach, lange angedeutete Entwicklungen endlich aufgegriffen wurden. Doch insbesondere das Ende hat mich vollkommen überrascht. Damit habe ich wirklich gar nicht gerechnet. Das Buch führt alle Fäden sinnvoll zusammen und beantwortet noch offene Fragen, sodass diese interessante Geschichte zu einem zufriedenstellenden Ende gebracht wird, das ich so definitiv nicht erwartet habe.

Fazit
Das Buch hat mich gut unterhalten. Es gab von Anfang an genug Erläuterungen, um der Geschichte problemlos folgen zu können. Zwar gab es keine Spannungshöhepunkte und durch viele Perspektiven ist das Erzähltempo ziemlich langsam, aber dennoch konnte mich die Handlung fesseln. Ich habe das Buch, dessen absolut gelungenes Ende mich vollkommen überrascht hat, wirklich gern gelesen. „Die Stadt der Symbionten“ war eine interessante Lektüre und bekommt dafür vier Schreibfedern.

4 Federn

Ich bedanke mich beim Piper Verlag und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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