Montag, 26. August 2019

[Rezension] Fence Volume 1, 2 und 3 – C. S. Pacat & Johanna the Mad

[Rezension] Fence Volume 1, 2 und 3 – C. S. Pacat & Johanna the Mad
zum Verlag

Titel: Fence Volume One, Two, Three
Autor: C. S. Pacat & Johanna the Mad
Verlag: Boom Box
Erscheinungsdatum: 31. Juli 2018, 15. Januar 2019, 20. August 2019
Einband: Softcover
Seiten: 128, 112, 112
ISBN [Bd. 1]: 978-1-684151-92-9
Preis [Bd. 1]: 9,00 € [D]

Klappentext [Bd. 1]
Nicholas, the illegitimate son of a retired fencing champion, is a scrappy fencing wunderkind, and dreams of getting the chance and the training to actually compete. After getting accepted to the prodigious Kings Row private school, Nicholas is thrust into a cut-throat world, and finds himself facing not only his golden-boy half-brother, but the unbeatable, mysterious Seiji Katayama ... Through clashes, rivalries, and romance between teammates, Nicholas and the boys of Kings Row will discover there's much more to fencing than just foils and lunges.


Einordnung
- Volume One (Issue #1 - #4)
- Volume Two (Issue #5 - #8)
- Volume Three (Issues #9 - #12)
- Volume Four (Issues #13 - #16)
- weitere Ausgaben sind in Arbeit

Erster Satz
'They say the tip of a fencer's blade is the fastest thing at the Olympics, other than the marksman's bullet.'
(Seite 1)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der Ausgaben 1 bis 11 (bzw. Band 1 und 2) enthalten!

Ursprünglich hatte ich geplant, zu jedem Sammelband der „Fence“-Ausgaben eine eigene Rezension zu schreiben, aber dann habe ich sie so schnell hintereinander gelesen, dass ich mich nicht mehr erinnern kann, welches Ereignis in welchem Band geschildert wurde. Deshalb gibt es an dieser Stelle eine Sammelrezension aller bisher erschienen Ausgaben. Ziemlich verrückt dafür, dass ich bis vor ein paar Tagen noch dachte, Bücher mit mehr Bildern als Text seien nicht mein Ding. Mit dieser Graphic Novel habe ich es überhaupt nur versucht, weil C. S. Pacat meine Lieblingsautorin ist. Ich habe es nicht bereut, im Gegenteil. Ich kann die nächste Ausgabe kaum erwarten.

Die Autorin kann einfach spannende Geschichten mit tollen Figuren erzählen, egal ob sie dafür Text oder Bilder verwendet. Anfangs habe ich mich ein wenig schwer mit dem Graphic Novel Format getan, aber ich war schnell mitgerissen. Sowohl der Privatkrieg des Protagonisten Nicholas gegen seinen auserkorenen Erzfeind Seiji als auch der Konkurrenzkampf der Schüler untereinander war packend erzählt. Nebenbei habe ich viel über das Fechten gelernt. Die Informationen sind meist gut in die Handlung integriert, sodass sie die Geschichte nicht aufhalten. Grundsätzlich fand ich Fechten ja schon immer cool, aber schon nachdem ich den ersten Sammelband gelesen hatte, hatte ich Lust, das auch mal selbst auszuprobieren. Wer dieser Sportart gegenüber nicht abgeneigt ist, findet hier eine spannende Geschichte.

Außerdem hat die C. S. Pacat ein unheimliches Talent dafür, ihre Antagonisten nach außen als arrogante Mistkerle darzustellen, sie aber zeitgleich so menschlich und sympathisch zu machen, dass ich mich bald genauso wie die anderen Figuren frage, wer denn nun eigentlich der Feind ist. Dabei versteht die Autorin es sehr geschickt, Seiji bei allen anecken und überheblich wirken zu lassen, während sein Verhalten aber nie aus dem vertretbaren Rahmen fällt. In Zeiten, in denen sich immer häufiger darüber ereifert wird, wie sexistisch und chauvinistisch sich angehimmelte männliche Charaktere insbesondere in Young und New Adult Büchern gegenüber der Protagonistin bzw. ihrem weiblichen Love Interest verhalten, finde ich das explizit erwähnenswert. Seiji ist wenig empathisch und ziemlich unfreundlich, aber schlussendlich sind seine Aussagen einfach nur brutal ehrlich. Er mobbt oder schikaniert niemanden und ein Teil seiner Überheblichkeit wird dadurch relativiert, dass er tatsächlich einfach der beste Fechter der Schule ist. Irgendwie habe ich ihn trotz seiner patzigen, unfreundlichen Art sofort ins Herz geschlossen, genau wie Laurent aus „Captive Prince“. Ob in Worten oder Bildern, C. S. Pacat schafft das bei mir einfach immer.

Aber auch die anderen Charaktere haben mir richtig gut gefallen und ich habe mein Herz schon an einige Nebencharaktere gehängt. Die Figuren sind sehr vielfältig und ich verfolge ihre Entwicklungen gerne. Da die Autorin bekannt für ihre slow burn romances ist, bleibt viel Platz, auch die Nebenfiguren mit ihrer Geschichte ausführlich zu betrachten. Tatsächlich bin ich kein Fan von ausufernden Liebesgeschichten, aber es gibt jetzt schon zwei „Paare“, bei denen ich Spannungen spüre und denen ich fest die Daumen drücke. Ich fiebere mehr mit den Charakteren mit als ich es bei einer Graphic Novel je erwartet hätte. Allerdings muss ich an dieser Stelle wohl auch erwähnen, dass es in dieser Geschichte, so wie es momentan aussieht, eine unrealistische Abwesenheit von Heterosexualität gibt. In dieser Hinsicht darf man diese Geschichte also nicht zu ernst nehmen.

Fazit
Ich hätte nie gedacht, dass mich eine Graphic Novel so begeistern kann. Schon nach wenigen Seiten war ich mitgerissen von der packenden Geschichte, dem Fechtsport und den Interaktionen und Beziehungen der Charaktere. Mein Herz hängt nicht nur am Protagonisten, sondern auch an vielen liebenswerten Nebenfiguren und sogar am vermeintlichen Antagonisten. Ich mag sie alle, aber gerade der arrogante, unfreundliche Seiji ist mir einfach sympathisch. Ich habe keine Ahnung, wie die Autorin das macht. Die ersten drei Sammelbände von „Fence“ haben mir richtig gut gefallen und ich kann die Fortsetzung kaum erwartet, sodass ich fünf Schreibfedern vergebe.

5 Federn

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