Dienstag, 13. August 2019

[Rezension] Pretty (2): Erkenne dein Gesicht – Scott Westerfeld

[Rezension] Pretty (2): Erkenne dein Gesicht – Scott Westerfeld
zum Verlag

Titel: Pretty – Erkenne dein Gesicht
Autor: Scott Westerfeld
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 22. Februar 2011
Einband: Softcover
Seiten: 390
ISBN: 978-3-551310-07-1
Preis: 8,95 € [D]

Klappentext
Tally ist eine Pretty geworden. Sie sieht umwerfend aus, trägt coole Kleider, hat einen tollen Freund und ist ungeheuer beliebt. Ihr Leben verläuft endlich so, wie sie es sich immer gewünscht hat. Aber trotz allem Spaß – den Dauerpartys, dem Hightech-Luxus, den vielen Freiheiten – wird Tally von dem unbestimmten Gefühl geplagt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Etwas Wichtiges.
Dann erhält sie eine Botschaft aus ihrer Ugly-Vergangenheit. Und plötzlich weiß sie wieder, was mit den Pretties nicht stimmt. Damit ist der Spaß vorei und Tally muss kämpfen – um ihre Erinnerungen und um ihr Leben. Denn die Behörden haben nicht vor, jemanden mit diesem Wissen davonkommen zu lassen.


Einordnung
- Ugly (Teil 1)
- Pretty (Teil 2)
- Special (Teil 3)
- Extra (Teil 4)

Erster Satz
'Sich anzuziehen war immer der schwierigste Teil des Nachmittags.'
(Seite 7)

Rezension
Dieses Buch war wirklich nicht prickelnd zu lesen, weil die Handlung spannungsfern war und die Charaktere einen hohen Nervtöt-Faktor hatten.“ Wer sich über diesen komischen Satz wundert: Das ist Pretty-Sprache. Da Tally nun eine Pretty ist, schildert sie den zweite Teil der Reihe mit dieser Ausdrucksweise, insbesondere in den Dialogen, aber auch in ihren Beschreibungen. Das war einfach unfassbar anstrengend zu lesen. Ich meine, ich verstehe, wozu diese Sprache dient. Pretties sind durch die an ihrem Hirn vorgenommenen Läsionen oberflächlich und dumm. Genau so wirken sie durch diese Sprache auch. Leider ging mir diese Ausdrucksweise, die so oft es irgendwie geht eingebaut wurde, dermaßen auf die Nerven, dass ich schon nach 20 Seiten keine Lust mehr hatte. Schlechte Voraussetzungen für ein Buch mit 390 Seiten. Tatsächlich habe ich es dann auch nicht bis zum Ende durchgehalten. Ungefähr ab der Mitte habe ich angefangen, die Seiten nur noch zu überfliegen.

Besonders enttäuscht hat mich das, weil mir der erste Band der Reihe noch richtig gut gefallen hat. Ich fand die Idee faszinierend, einige Charaktere waren mir sympathisch und die Handlung spannend. Davon hat sich in dieser Fortsetzung leider gar nichts wiedergefunden. Die Handlung fand ich vorhersehbar, obwohl ich schon gar nicht mehr bis ins Details gelesen habe. Teilweise wiederholen sich sogar Handlungsmuster aus dem vorherigen Band. Dadurch kam keinerlei Spannung auf. Für Tally mit ihren Hirnschäden mag vieles überraschend gewesen sein; ich habe mich aber leider eher gelangweilt. Damit konnte mich auch die Handlung nicht bei der Stange halten.

Darüber hinaus konnte ich mich auch nicht mehr mit den Charakteren anfreunden. Besonders Tally verändert sich enorm. Das mag zwar durch die Hirnschäden verursacht sein, aber ich fand sie, die einzige Erzählerin, so fürchterlich, dass ich meine Sympathien plötzlich deutlich auf der Seite ihrer Gegner lagen. Ihre Ausdrucksweise, ihre Entscheidungen, ihre sich ständig im Kreis drehenden Gedanken, wie sie ihren Freund aus dem ersten Band fallen lässt wie eine heiße Kartoffel, um sich dem nächsten Kerl an den Hals zu werfen – alles in mir hat sich dagegen gesträubt, ihre Geschichte weiter zu verfolgen. Sie ist zu einer unfassbar unsympathischen Figur geworden. Daher werde ich die Folgebände nicht mehr lesen und die Begegnung mit Tally Youngblood hoffentlich bald vergessen.

Fazit
Nachdem mir der erste Band der Reihe überraschend gut gefallen hat, war ich von dieser Fortsetzung bitter enttäuscht. Die Ausdrucksweise, die Tally als Pretty verwendet, ging mir schon nach 20 Seiten so auf die Nerven, dass ich das Buch ab der Hälfte nur noch überflogen habe. Außerdem habe ich mich ziemlich gelangweilt, weil die Handlung vorhersehbar war und keinerlei Spannung aufkam. Tally wurde zudem zu einer so unsympathischen Figur, dass ich mich nicht länger mit ihr beschäftigen will. „Pretty – Erkenne dein Gesicht“ war daher für mich der letzte Band der Reihe und bekommt nur eine Schreibfeder.

1 Feder

1 Kommentar:

  1. "Für Tally mit ihren Hirnschäden mag vieles überraschend gewesen sein; ich habe mich aber leider eher gelangweilt." Ich habe gerade laut loslachen müssen über den Satz :'D hahaha <3

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