Samstag, 28. September 2019

[Rezension] Die Chronik des Eisernen Druiden 1: Gehetzt – Kevin Hearne

[Rezension] Die Chronik des Eisernen Druiden 1: Gehetzt – Kevin Hearne
zum Verlag

Titel: Die Chronik des Eisernen Druiden - Gehetzt
Autor: Kevin Hearne
Verlag: Hobbit Presse
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2018
Einband: Softcover
Seiten: 345
ISBN: 978-3-608939-30-9
Preis: 16,95 € [D]

Klappentext
Atticus O’Sullivan führt ein scheinbar friedliches Dasein in Arizona. In seinem Laden bekommt man alles, was man eben so brauchen kann. Nachbarn und Kunden halten ihn für einen netten, tätowierten jungen Mann. Tatsächlich ist Atticus aber nicht 21, sondern über 2100 Jahre alt: Er ist der letzte lebende Druide. Seine übermenschlichen Kräfte zieht er direkt aus der Erde und außerdem besitzt er ein unsagbar scharfes magisches Schwert namens Fragarach. Zu Atticus’ Unglück aber ist eine überaus erzürnte keltische Gottheit hinter genau diesem Schwert her. Und sie hat es auf Atticus’ Leben abgesehen ...


Einordnung
- Gehetzt (Teil 1)
- Verhext (Teil 2)
- Gehämmert (Teil 3)
- Getrickst (Teil 4)
- Erwischt (Teil 5)
- Gejagt (Teil 6)
- Erschüttert (Teil 7)
- Aufgespießt (Teil 8)
- Zerschmettert (Teil 9)

Erster Satz
'Es hat viele Vorzüge, einundzwanzig Jahrhunderte alt zu werden, aber das mit Abstand Beste daran ist, dass man Zeuge der seltenen Geburt echter Genialität wird.'
(Seite 7)

Rezension
Die Reihe um den Druiden Atticus ist mir in letzter Zeit mehrfach ans Herz gelegt worden, sodass ich wirklich gespannt auf den ersten Band war. Schon auf den ersten Seiten habe ich festgestellt, dass das Buch viel humorvoller erzählt wird als ich erwartet habe. Das hätte leicht ein Problem werden können, weil ich mit humoristischen Erzählungen oftmals nicht zurechtkomme, aber Kevin Hearne hat meinen Humor gut getroffen, nicht nur stilistisch, sondern auch inhaltlich. Dass Werwölfe und Vampire zusammenarbeiten, weil sie alle Thor so hassen, beispielsweise, habe ich kichernd zur Kenntnis genommen. Nicht, weil es lächerlich wirkte, sondern weil es einfach mit viel Witz erklärt wurde. Insgesamt ist dieser erste Teil leichte, lockere Lektüre, bietet aber trotzdem spannende Unterhaltung und eine durchaus ernsthafte Fantasy-Geschichte.

Neben dem Humor haben es mir auch die Charaktere angetan. Besonders an Atticus habe ich einen Narren gefressen. Seit längerer Zeit ist er mal wieder ein Protagonist, den ich wirklich richtig mag. Seine enorme Macht hat mich beeindruckt und seine unverblümte Frechheit ist ein wunderbarer Ausgleich zu seiner sanften Naturverbundenheit. Da kann ich sogar beinahe darüber hinwegsehen, dass ihm in Gegenwart fast jeder weiblichen Figur die Augen aus dem Kopf oder ein bestimmtes Körperteil aus der Hose fällt.
Auch viele Nebencharaktere sind mir ans Herz gewachsen. Ich kann es kaum erwarten, mehr über sie zu erfahren. Und das gilt im Grunde für alle Figuren. Die alte, verwitwete Irin, die Atticus eine Leiche in ihrem Garten vergraben lässt, nachdem er ihr erzählt, es sei ein Brite, hat mich genauso begeistert wie der Werwolf-Anwalt, der mit Atticus Hund streitet, und der Eisen-Elementargeist, der sich für den Snack bedankt, nachdem Atticus ihn gerufen hat, damit er die Elfen frisst, die ihn bedrohen.

Darüber hinaus fand ich es sehr interessant, Einblicke in die keltische bzw. irische Mythologie zu bekommen. Davon hatte ich bislang wirklich gar keine Ahnung, obwohl ich begeisterte Rick Riordan Leserin bin. Auf dem Niveau absoluten Unwissens erklärt das Buch glücklicherweise auch die Gegebenheiten, sodass ich dem Auftauchen der verschiedenen Gottheiten problemlos folgen konnte. Bei der Aussprache der irischen Namen hilft eine Erläuterung im Anhang. Ich freue mich schon sehr darauf, weitere Legenden und Figuren dieser Mythologie kennenzulernen, denn neben der inzwischen allgegenwärtigen nordischen Mythologie und den altbekannten Römern und Griechen ist es wirklich erfrischend, mal einen anderen Kulturkreis zu betrachten.

Fazit
Das Buch war überraschend humorvoll erzählt und dadurch eher lockere Lektüre, hat mir aber sehr gut gefallen. Es war nicht nur witzig, sondern auch spannend und beinhaltet viele tolle Charaktere. Protagonist Atticus mag ich wirklich sehr, aber auch viele Nebencharaktere sind mir ans Herz gewachsen. Ich kann es kaum erwarten, mehr über sie zu erfahren. Gleiches gilt für die irische Mythologie, die sehr interessant auf Anfängerniveau erläutert wird. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzungen von „Gehetzt“ und vergebe dafür vier Schreibfedern.

4 Federn

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