Freitag, 13. September 2019

[Rezension] Unter einem Banner – Elea Brandt

[Rezension] Unter einem Banner – Elea Brandt
zum Verlag

Titel: Unter einem Banner
Autor: Elea Brandt
Verlag: Dead Soft
Erscheinungsdatum: 02. Februar 2018
Einband: Softcover
Seiten: 434
ISBN: 978-3-960891-77-2
Preis: 13,95 € [D]

Klappentext
Blutroter Schnee. Brennende Zelte. Sterbende Kameraden.
Jede Nacht durchleidet Reykan erneut die Schrecken des Krieges, in dem er mehr verloren hat als nur eine Schlacht. Reykan sehnt sich nach Frieden, aber sein Pflichtgefühl kettet ihn an den Königshof und zwingt ihn mitten in die Unruhen, welche die Hauptstadt in Atem halten. Als feindliche Truppen die Mauern stürmen und der König vor Reykans Augen stirbt, fällt ihm die undankbare Aufgabe zu, den verwöhnten Kronprinzen Benrik in Sicherheit zu bringen. Gejagt von skrupellosen Gegnern geraten die beiden ungleichen Männer immer wieder aneinander, bis Reykan beginnt, hinter Benriks Fassade zu blicken. Doch ihre Verfolger kommen näher und Reykan muss sich fragen, wie viel er wirklich für Benrik empfindet und was er bereit ist, für ihn zu opfern.


Einordnung
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Erster Satz
'Die Welt versank in drückendem Grau.'
(Seite 3)

Rezension
Dieses Buch beinhaltet viele Aspekte, die momentan genau nach meinem Geschmack sind: Intrigen und Verrat, Schwertkämpfe, eine mittelalterliche Welt, unverbrüchliche Loyalität, einen störrischen Prinzen und einen kampferprobten Soldaten. Daher habe ich von Anfang an vermutet, dass mir die Geschichte gefallen würde. Und ich hatte Recht. Die Autorin hat, insbesondere am Anfang, ganz genau meinen Geschmack getroffen, sodass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Die Handlung war außerdem durchweg spannend, denn am Ende jeder Atempause wartete das nächste Desaster.

Tatsächlich hatte das Buch auch mehr Handlung und entsprechend weniger Sex als ich erwartet habe. Bei Gay Romances weiß man vorher ja nie genau, worauf man sich da nun eingelassen hat. In diesem Fall hat es für mich aber wunderbar funktioniert, denn obwohl sie manchmal etwas triebgesteuert sind, hält das die Handlung nicht auf. Auch die Gefühle kommen zwar schnell, aber nicht aus dem Nichts. Es mag nicht die beste Liebesgeschichte sein, die ich jemals gelesen habe, aber sie hat mir gefallen. Außerdem mochte ich sowohl Reykan als auch Benrik so gern, dass ich mir einfach nur ein Happy End für sie gewünscht habe.

Besonders hervorheben möchte ich zudem, wie wunderbar die Autorin mit Reykans Kriegserfahrungen umgegangen ist. Er hat Schreckliches durchlebt und infolgedessen eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt. Nicht, dass es in der mittelalterlichen Welt, in der das Buch spielt, einen Begriff dafür geben würde, aber die Symptome wurden immer wieder aufgegriffen. Reykan hat Albträumen, kämpft mit Schuldgefühlen und leidet unter Panikattacken. Trigger wie brennende Feuer lösen Flashbacks aus und führen manchmal dazu, dass er die Kontrolle über sich verliert. Das sind sehr authentische Reaktionen auf das Gemetzel, das er durchlebt hat, und die Autorin wird bis zum Ende des Buches nicht müde, dies an passenden Stellen wieder einzubringen. Zwar lässt Reykan sein Leben nicht davon bestimmen, aber einfach abhaken kann er dieses Kapitel seines Lebens auch nicht. Dementsprechend fungiert die Liebe hier zum Glück ausnahmsweise nicht als Allheilmittel. Für diese realistische, sorgfältige Darstellung der psychischen Belastungen, auf die die Autorin sichtlich viel Wert gelegt hat, verdient das Buch eine ganze Menge Pluspunkte.

Fazit
Das Buch war genau nach meinem Geschmack. Von den Eigenschaften der Charaktere über die mittelalterliche Welt bis zur Handlung voller Intrigen passt das Buch genau in mein Beuteschema und hat mir dementsprechend gut gefallen. Es war spannend, beinhaltete wenig Sex und die Liebesgeschichte hat die Handlung nicht aufgehalten. Außerdem hat die Autorin sehr viel Wert auf eine authentische, sorgfältige Darstellung der psychischen Belastungen durch Kriegserfahrungen gelegt und dies das gesamte Buch über durchgehalten. „Unter einem Banner“ ist ein tolles Buch und bekommt vier Schreibfedern von mir.

4 Federn

Kommentare:

  1. Hey Jenny :)

    Das Buch habe ich vor kurzem auf meine Geburtstagswunschliste gesetzt, jetzt liegt es an anderen, ob ich es auch bekommen werde^^
    Aber du hast meine Neugierde auf die Geschichte gerade nochmal bestärkt. Ich hab jetzt zwar nur das Fazit gelesen, aber ich bin trotzdem angefixt :)
    Und sollte ich es nicht bekommen, dann werde ich es mir sicher selbst holen :)

    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Hey Andrea,

      wow, meine Antwort kommt so spät, dass du das Buch inzwischen schon fast durch hast. xD Oh man. Aber besser spät als nie! Freut mich, dass es dir bisher gefällt, auch wenn es kein überragendes Highlight ist. Aber das war es für mich ja auch nicht. Ich wünsche dir auf jeden Fall noch viel Spaß mit dem Rest! :)

      Liebe Grüße zurück
      Jenny

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    2. Ja, inzwischen habe ich das Buch durchgelesen und auch meine Rezi eben schon geschrieben ;)
      Das Buch hat mir gut gefallen, ich mochte die beiden Protas total. Die Handlung fand ich okay, aber hatte da das Gefühl, so eine schon in anderen Büchern gelesen zu haben und da war irgendwie die Spannung ein bisschen weg.

      Falls du mal in meine Rezi reinschauen magst: Klick

      Liebe Grüße
      Andrea

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    3. Freut mich, dass dir das Buch auch gefallen hat. :) Und ja, die Handlung war tatsächlich nicht wirklich überraschend. Aber umso besser, wenn das Buch dann grundsätzlich trotzdem gefällt. Es gibt ja auch Bücher, die wärmen alte Geschichten wieder auf und sind dadurch so langweilig, dass man sie am liebsten abbrechen würde. :D

      Liebe Grüße zurück
      Jenny

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