Freitag, 25. Oktober 2019

[Rezension] Die Anderen 1: Das Dämonenmal – Chris P. Rolls

[Rezension] Die Anderen 1: Das Dämonenmal – Chris P. Rolls
zum Verlag

Titel: Die Anderen – Das Dämonenmal
Autor: Chris P. Rolls
Verlag: MAIN
Erscheinungsdatum: 20. November 2015
Einband: Softcover
Seiten: 408
ISBN: 978-3-959490-14-6
Preis: 17,00 € [D]

Klappentext
Der schüchterne Student Finn glaubt weder an Übersinnliches noch an glitzernde Vampire. Sein Verstand gerät jedoch in arge Erklärungsnot, als ihn ein Wesen mit rotglühenden Augen überfällt und mit einer Narbe zurücklässt. Fortan haben Verstand und innere Stimme reichlich Gelegenheit zu diskutieren, denn der Dämon verfolgt Finn bis nach Lüneburg.
Dämon Dave spielt ein äußert riskantes Spiel, als er sich Finn abermals nähert und ihn Dinge erleben lässt, die Finn sich bisher nur in seinen geheimsten erotischen Träumen vorstellen konnte. Denn tief in Finn schlummert ein Erbe, welches allen Dämonen gefährlich werden kann. Dave weiß, dass er Finn töten sollte, ehe es voll erwacht und er sich in einen der gefürchteten Dämonenjäger wandelt. Wenn da nur nicht dieses seltsam fremde Gefühl wäre, dass ihn verwirrt und immer mehr verändert.


Einordnung
- Das Dämonenmal (Teil 1)
- Das Erbe erwacht (Teil 2)
- Der Wegaus der Dunkelheit (Teil 3)
- mindestens ein weiterer Teil ist in Arbeit

Erster Satz
'Nebel schob seine vielfingrigen Klauen über den sorgfältig gestutzten Rasen und durch die Büsche, die entlang des Weges gepflanzt worden waren.'
(Seite 7)

Rezension
Mittlerweile habe ich genug Bücher von Autorin Chris P. Rolls gelesen, um einschätzen zu können, was mich erwartet. Ihre reinen Liebesromane sind in der Regel sehr sexlastig und von Protagonisten mit Dauererektion erzählt; die Fantasy-Romane sind meist etwas handlungsstärker und werden darüber hinaus von interessanten bis faszinierenden Ideen getragen. Daher habe ich mit einem soliden drei-Sterne-Buch gerechnet: Anfangs spannende Fantasy, am Ende nur noch Sex. Tatsächlich hat das Buch meine Erwartungen dann auch auf den Punkt getroffen, auch wenn die erwarteten Teile ein wenig ineinander über gegangen sind: In die spannende Fantasy des Anfangs mischte sich die Dauererektion, zwischen dem Dauersex am Ende erzählen andere Charaktere weiterhin Handlung. Insgesamt war es aber genau die drei-Sterne-Unterhaltung, die ich erwartet habe.

Gefallen haben mir an diesem Buch die Idee, die Fantasy-Handlung und viele Charaktere. Es gibt viele Geschichten über Hexen, Vampire, Werwölfe und Feen, ich kann mich aber nicht daran erinnern, schon einmal ein Buch gelesen zu haben, in dem Dämonen die Erzähler sind. Die Idee fand ich von Anfang an interessant, ebenso wie kleine Änderungen zur üblichen Geschichte, beispielsweise die erfolgreiche Ausrottung von Vampiren durch Jäger. Ich freue mich schon sehr darauf, in den folgenden Bänden mehr über die Rasse der Dämonen und ihre gesellschaftliche Ordnung herauszufinden.
Besonders gefreut habe ich mich darüber hinaus über die viele Handlung, die das Buch hat. Das kommt vor allem dadurch zustande, dass nicht nur Finn und Dave erzählen, sondern auch diverse andere Charaktere. Es war sehr spannend, Einblicke auch in die Gedanken, Ziele und Pläne der Gegenspieler zu bekommen. Dass sowohl die Absichten eines Jägers als auch die eines anderen Dämons unmissverständlich mitgeteilt wurden, hat die Spannung enorm in die Höhe getrieben. Gerade am Anfang war das Buch so fesselnd, dass ich es bis um halb drei nachts nicht aus der Hand legen konnte. Ich weiß jetzt schon, dass die Fortsetzungen nicht lange warten müssen.

Umso mehr hat mich enttäuscht, dass auch dieses Buch es mit den sexuellen Aspekten übertreibt. Es beginnt damit, dass Protagonist Finn in Gegenwart jedes anderen Mannes nur noch herumstottert. Dabei sammelt sich das Blut abwechselnd in seinem Gesicht und in seinen Lenden. Er findet sehr viele Männer sehr attraktiv und läuft dementsprechend mit einer Dauererektion herum und denkt ständig nur an Sex. Immerhin dauert es aber 270 Seiten, bis aus der schüchternen Jungfrau ein Sex-Monster wird. Ab da ist er allerdings dermaßen notgeil und triebgesteuert, dass es ihm dann auch gleichgültig ist, dass er seine Befriedigung von einem Dämon bekommt, der eindeutig nicht menschlich ist und ihn töten will. Insgesamt war Finns Perspektive damit für mich am wenigsten erbaulich. Von Dave habe ich zumindest weiterführende Informationen über Dämonen bekommen, während er sich an Finns Lust und Angst gleichermaßen aufgegeilt hat. Bleibt zu hoffen, dass Finns verborgenes Erbe im nächsten Teil deutlicher zu Tage tritt und mir informative Abwechslung zu seinem triebgesteuerten Denken und Handeln liefert.

Fazit
Das Buch war genau so wie erwartet. Der Fantasy-Teil hat mir gefallen, die Liebesgeschichte, die eher eine Sexgeschichte ist, nicht. Insbesondere am Anfang war das Buch so fesselnd, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Durch die Perspektiven der Gegenspieler kam viel Spannung auf. Außerdem haben diese erfrischende Abwechslung zum triebgesteuerten Protagonisten Finn mit seiner Dauererektion geliefert. Gegen Ende ist das Buch dann leider in den erwarteten Dauersex ausgeartet. Insgesamt hat „Die Anderen – Das Dämonenmal“ mich gut unterhalten, wenn ich die übermäßigen sexuellen Handlungen mal ignoriere, daher bekommt das Buch drei Schreibfedern.

3 Federn

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