Mittwoch, 23. Oktober 2019

[Rezension] Das Lied der Wächter 3: Das Gesetz – Thomas Erle

[Rezension] Das Lied der Wächter 3: Das Gesetz – Thomas Erle
zum Verlag

Titel: Das Lied der Wächter – Das Gesetz
Autor: Thomas Erle
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsdatum: 09. Oktober 2019
Einband: Softcover
Seiten: 408
ISBN: 978-3-839223-60-4
Preis: 15,00 € [D]

Klappentext
Nach vielen Irrwegen glaubt sich Felix endlich am Ziel seiner abenteuerlichen Reise – er hat seine Eltern gefunden, die vor 16 Jahren bei einer Atomkatastrophe verschwunden sind. Doch was hat es mit der unsichtbaren Kraft auf sich, die alles Leben im Sperrgebiet bedroht? Felix will auch dieses Rätsel lösen. Was er unterwegs erlebt, erschüttert ihn derart, dass er kurz davor ist aufzugeben und über den Sperrzaun in die nahe Schweiz zu flüchten. Aber eine unerwartete Begegnung zwingt ihn, seine Pläne zu ändern. Felix weiß jetzt, dass sein Weg noch nicht zu Ende ist …


Einordnung
- Das Erwachen (Teil 1)
- Der Gesang (Teil 2)
- Das Gesetz (Teil 3)

Erster Satz
'Das Gestrüpp aus Stechpalmen, Efeu und Schlingpflanzen wurde immer undurchdringlicher.'
(Seite 9)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Die ersten beiden Bände um Felix und die mysteriösen Vorkommnisse im Schwarzwald haben mir gut gefallen. Entsprechend habe ich mich auf den finalen Teil gefreut, insbesondere um endlich eine Erklärung für die merkwürdigen Gegebenheiten im Schwarzwald zu erhalten. Leider hat das Buch nicht gehalten, was es versprochen hat. Nicht nur, dass so viele Handlungsstränge offen bleiben, dass ich mich mehrfach informiert habe, ob das wirklich der letzte Teil der Reihe ist. Auch fehlte mir eindeutig die Auflösung und die übrige Handlung konnte mich aufgrund vielfacher Wiederholungen nur stellenweise fesseln.

Diese vielen Wiederholungen von Ereignissen und Kopien von Personen aus den letzten beiden Bänden hat mir insbesondere den Anfang des Buches ziemlich verleidet. Wieder läuft Felix, abgesehen von seinem Hund, einsam und allein sehr viel herum, muss weite Umwege auf seiner Route in Kauf nehmen und sich Gefahren wie der Spinne erwehren. Dabei trifft er auf verschiedene Personen oder Personengruppen, die mehr oder minder redundant zu den bisher aufgetretenen Figuren sind. Die Einzelkämpfer haben fast alle eine ähnliche Einstellung. Die Gemeinschaften leben beinahe alle unter den gleichen Bedingungen auf gleich aussehenden Höfen, werden gleich geführt und nehmen Felix mit dem gleichen Wohlwollen und der gleichen Hilfsbereitschaft auf. Fast alles ist irgendwie schon mindestens einmal dagewesen in der Reihe. Von den neu eingeführten Figuren ist mir nur ein Professor nachhaltig im Gedächtnis geblieben, während ich die anderen Charaktere schon kaum noch von denen aus den bisherigen Bänden unterscheiden kann. Und die Handlung hat mich, bis auf den Teil, in dem es um neu eingeführte Camps für im Schwarzwald gefangene Menschen ging, leider eher gelangweilt.

Am meisten enttäuscht hat mich aber wohl, dass die Mysterien nicht aufgelöst werden. Das heißt, es werden durchaus Informationen geliefert, diese sind allerdings alles andere als vollständig und mehr als kryptisch. Von der ersten Seite des ersten Buches an wollte ich wissen, was damals bei dem vermeintlichen Atomunfall wirklich geschehen ist und welches Geheimnis den Schwarzwald nun zum Sperrgebiet macht. Richtig beantworten kann ich diese Fragen jetzt immer noch nicht. Zwar werden Hintergründe angerissen, zumindest soweit die Charaktere sie sich zusammen reimen konnten, aber greifbare Erklärungen gibt es nicht. Die Auflösung ist genauso mystisch wie die Mysterien selbst. Dieses Buch hat mich mit dem Eindruck zurückgelassen, dass da noch ein Teil fehlt, in dem die Erklärungen folgen werden. Und in dem die zahlreichen offenen Handlungsstränge noch miteinander verbunden und zu Ende gebracht werden. Tatsächlich ist dieses Buch aber wirklich der letzte Band und ich werde die mir fehlenden Informationen wohl niemals erhalten.

Fazit
Ich hatte mich sehr auf diesen letzten Band und die Auflösung der Geheimnisse gefreut. Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt. Es gab bezüglich der Handlung viele Wiederholungen aus den letzten beiden Bänden. Die neuen Charaktere wirkten wie Kopien der bisherigen Figuren. Die neuen Lebensgemeinschaften waren redundant zu denen aus den vorherigen Teilen. Außerdem blieben am Ende viele Handlungsstränge offen und die Mysterien wurden nur unzureichend und äußerst kryptisch aufgelöst. „Das Gesetz“ wirkt aufgrund der fehlenden Informationen und lediglich angerissenen Erklärungen nicht wie der letzte Teil, der er ist, und bekommt daher und auch wegen der Redundanzen als enttäuschendes Ende leider nur zwei Schreibfedern.

2 Federn

Ich bedanke mich beim Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

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