Dienstag, 8. Oktober 2019

[Rezension] Neun – Zach Hines

[Rezension] Neun – Zach Hines
zum Verlag

Titel: Neun
Autor: Zach Hines
Verlag: Heyne fliegt
Erscheinungsdatum: 16. September 2019
Einband: Softcover
Seiten: 363
ISBN: 978-3-453272-35-4
Preis: 14,00 € [D]

Klappentext
In Julians Welt hat jeder neun Leben. Eine riesige Chance, denn mit jedem neuen Leben wird man schöner, klüger, fitter und einfach besser als der, der man vorher war. Für Wagemutige ist es ein richtiger Sport, Leben zu verbrennen. Aber Julian ist misstrauisch und fängt mit seinen Freunden an, die richtigen Fragen zu stellen. Und plötzlich schweben sie in höchster Gefahr ...


Einordnung
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Erster Satz
'Im Sommer des Jahres 1808 kam es in einer Welt wie der unseren zu einer Sonneneruption.'
(Seite 9)

Rezension
Es hat so gut angefangen! Von der ersten Seite an war die Geschichte richtig spannend. Ich war so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Zum einen, weil ich die Welt unheimlich interessant fand, in der der Tod nichts Endgültiges mehr ist. Zum anderen, weil ich fasziniert war in den Auslöschern, einem illegalen Suizid-Club an Julians Schule. Es wird immer wieder aus verschiedenen Perspektiven berichtet, sodass es Einblicke in die Pläne der Anführer gibt, die immer verwegener werden. Diese Machenschaften und Intrigen, so morbide sie auch sein mögen, tragen einen Großteil der Spannung des Buches. Teilweise hatte ich wirklich Angst um Julian, obwohl ich wusste, dass selbst der Tod ihm nicht gefährlich werden kann. Außerdem lange Zeit gerätselt, auf welches Geheimnis Julian stoßen würde. Die Auflösung war dann tatsächlich ungeheuerlich. Ich möchte nichts vorwegnehmen, daher an dieser Stelle nur der Hinweis, dass mich diese Enthüllung wirklich überrascht hat, auch wenn ich im Nachhinein denke, dass ich darauf hätte kommen können.

Leider hat das Buch am Ende aber nicht gehalten, was es am Anfang versprochen hat. Dafür hat der Autor einfach viel zu wenig aufgelöst. Nicht nur bezüglich der Handlungsstränge und losen Fäden, sondern auch bezüglich der grundlegenden Konzeption. Es ist eine Sache, die neun Leben und die mysteriösen Wiedergeburten als Grundidee der Welt einfach hinnehmen zu müssen. Aber wenn innerhalb der Geschichte immer wieder betont wird, dass etwas mit den Seen, in denen die Menschen wiedergeboren werden, nicht stimmt, dann erwarte ich am Ende eine Erklärung, was denn nun nicht stimmt und warum. Stattdessen behilft der Autor sich damit, die Wissenschaftler im Buch ratlos sein zu lassen und darum keine Erklärung liefern zu können. Für mich baute das Buch einfach auf zu vielen Prämissen auf, auf die dann nicht weiter eingegangen wurde.

Noch viel mehr gestört haben mich jedoch die offenen Handlungsstränge, die nie zu Ende gebracht werden. Zum Beispiel tauchen immer wieder Katzen auf, die analysiert werden, vor Julian fliehen oder ihn heimsuchen und so weiter, aber bis zum Schluss wird keine Erklärung dafür geliefert, was die Katzen eigentlich sollen. Sie werden als unheimlich wichtig dargestellt, aber abgesehen von einem toten Exemplar, das ein einziges Mal eine sehr zweifelhafte Rolle spielt, sind sie völlig irrelevant. Sie lenken einfach nur von der Haupthandlung ab. Das eine Mal, dass eine Katze wirklich eine Rolle spielt, hilft sie Julian dabei, seine Superkräfte zu entdecken. Superkräfte, für die es keine Erklärung gibt, die danach nie wieder eine Rolle spielen und über die sich auch niemand zu wundern scheint, obwohl dies eine Welt ohne Gaben, Magie und ähnliches ist. Bis auf die Tatsache, dass sie alle neun Leben haben, sind die Bewohner ganz normale Menschen. Möglicherweise hat der Autor versucht, darüber noch ein wenig ins Mystery-Genre hineinzuschnuppern, aber so völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist das leider eindeutig misslungen. So spannend wie der Anfang auch war, das Ende hat mir gar nicht gefallen.

Fazit
Das Buch hat sehr vielversprechend angefangen, gegen Ende aber extrem abgebaut. Anfangs war ich gefesselt von der interessanten Welt, fasziniert von den manipulativen Charakteren und begeistert von der spannenden Handlung. Am Ende wurde es jedoch mit Halluzinationen von toten Katzen und mysteriösen Superkräften dann aber einfach zu absurd. Zudem gab es fast gar keine Erklärungen für die Hintergründe und viele Handlungsstränge sind nach wie vor offen. „Neun“ hat mich am Anfang begeistert und am Ende enttäuscht, sodass ich in Summe drei Schreibfedern vergebe.

3 Federn

Ich bedanke mich beim Verlag Heyne fliegt für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Hallo Jenny, :)
    das Konzept des Buches klingt ja sehr spannend, nur schade, dass es so stark nachgelassen hat. Ich finde es auch schade, wenn keine Erklärungen kommen. Die Enthüllung hat dich ja zumindest überrascht, was mich schon neugierig macht.^^ Aber ich denke, das Buch wäre eher nichts für mich, gerade, wenn so viel offen gelassen wird.
    Schöne Rezension! :)

    Liebe Grüße
    Marina

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    1. Nochmals hey Marina (ich sollte Kommentare zeitnaher beantworten),

      ich fand die Idee auch richtig interessant. Deshalb habe ich es als Rezensionsexemplar angefragt, obwohl ich eigentlich erst mal keine neuen Jugendbücher mehr einziehen lassen will. Leider hat's dann echt nachgelassen. Sehr viele mysteriöse, unerklärliche Dinge wurden eingeführt, um die Handlung vorwärts zu bringen, aber niemand wundert sich darüber und es gibt keine Erklärungen. Das fand ich echt schade...

      Liebe Grüße zurück
      Jenny

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  2. Hallo liebe Jenny,

    das klingt echt nach sehr viel verschenktem Potenzial und ich finde deine Kritikpunkte absolut nachvollziehbar - tolle Rezension auf jeden Fall! Es ist immer schade, wenn keine Erklärungen kommen und Dinge nur random geschehen, ich schätze, das hätte mich auch gestört. ^^

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Liebe Dana,

      vielen Dank! :) Und ja, da wurde wirklich viel Potenzial verschenkt. Es hätte ein richtig gutes Buch werden können, aber der Autor hat einfach keine Erklärungen parat für die mysteriösen Vorkommnisse...

      Liebe Grüße zurück
      Jenny

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