Montag, 11. November 2019

[Rezension] Die Anderen 2: Das Erbe erwacht – Chris P. Rolls

[Rezension] Die Anderen 2: Das Erbe erwacht – Chris P. Rolls
zum Verlag

Titel: Die Anderen – Das Erbe erwacht
Autor: Chris P. Rolls
Verlag: MAIN
Erscheinungsdatum: 15. Februar 2017
Einband: Softcover
Seiten: 356
ISBN: 978-3-959491-14-3
Preis: 14,90 € [D]

Klappentext
Unweigerlich erwacht Finns Erbe, das schicksalhafte Blut der Mirjahns, das ihn zum Todfeind aller Dämonen machen wird. Der Dämon Dave weiß das nur zu gut, dennoch ist dieses neue Gefühl in ihm zu stark, um Finn zu töten und die Bedrohung zu eliminieren. Ein Bann? Schicksal? Thomas und die Schwarzen Dämonenjäger haben Daves Spur aufgenommen. Die Lage spitzt sich zu, als auch die anderen Dämonen von Finns Existenz erfahren und Jagd auf ihn machen.


Einordnung
- Das Dämonenmal (Teil 1)
- Das Erbe erwacht (Teil 2)
- Der Weg aus der Dunkelheit (Teil 3)
- Die neue Welt (Teil 4)
- ggf. erscheinen weitere Teile

Erster Satz
'Finn blinzelte aus brennenden Augen.'
(Seite 7)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Mein Verhältnis zu diesem Buch könnte nicht ambivalenter sein. Es gab spannende Szenen, interessante Erklärungen, faszinierende Charaktere und coole neue Fähigkeiten. Aber gleichzeitig auch Sex en masse, jede Menge Jammerlappen, selbstmitleidiges Herumgeheule und offensichtliche Vorhersehbarkeiten. So sehr mir die Idee dieser Reihe auch gefällt, mit der Umsetzung habe ich nach wie vor meine Schwierigkeiten. In gewisser Weise war die Geschichte trotzdem fesselnd, denn ich konnte trotz aller Kritik nicht aufhören zu lesen.

Mein größtes Problem mit diesem zweiten Teil war Protagonist Finn. Nicht, dass ich ihn im ersten Band sonderlich gemocht hätte, aber diesmal war ich stellenweise doch wirklich enttäuscht. Es gibt kurze Momente, in denen er ein wirklich cooler Charakter ist. Seine neuen Fähigkeiten haben mir imponiert und ich fand es faszinierend zu beobachten, wie sein Erbe erwacht ist. Er hätte ein wirklich beeindruckender, furchteinflößender Jäger sein können. Wenn er aufgehört hätte, ständig herumzuheulen, zu jammern und Dave hinterher zu sabbern. Insbesondere die ersten Seiten dieses Buchs waren so durchtränkt von selbstmitleidigem Liebeskummer, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, die Augen zu verdrehen.
Eine Person, die es mir deutlich mehr angetan hat, ist der Schwarze Jäger Thomas. Er ist eine richtig interessante, vielschichtige, düstere Figur, die von der Konzeption her meinem Geschmack genau entspricht. Leider waren all seine Geheimnisse, die enthüllt wurden, für mich schon bei seinem ersten Auftauchen im ersten Band offensichtlich. Dass er für mich so durchschaubar war, hat ihm seine mysteriöse Aura genommen. Das Potenzial, das er hatte, ist eindeutig nicht genutzt worden.

Ein weiterer Punkt, den ich schon in meiner Rezension zum vorherigen Teil kritisch erwähnt habe, ist der viele Sex. In diesem Buch wird erklärt, warum Finn und Dave mit so enormer Erregung aufeinander reagieren und die Finger überhaupt nicht voneinander lassen können. Das hat mir gut gefallen, weil ich positiv überrascht war, dass tatsächlich etwas dahinter steckt. Nichtsdestotrotz ändert es nichts daran, dass es mir die ständigen Sexszenen bzw. die Gedanken, die sich unaufhörlich nur darum gedreht haben, so zum Hals heraushingen, dass ich sie einfach übersprungen habe. Hätte die Autorin irgendwann angefangen, einfach aus der Szene herauszublenden und den Rest der Fantasie des Lesers überlassen, hätte ich es richtig gelungen gefunden. Aber dass jeder Akt aus beiden Perspektiven bis zum bitteren Ende ausgeschrieben ist, war nervtötend bis ermüdend.

Als letztes bleibt mir noch die Handlung zu erwähnen. Wenn es sie gab, hat sie mir gefallen. Die Aufeinandertreffen von Dämonen und Jägern waren immer spannend. Sowohl Verrat als auch Loyalität habe ich interessiert verfolgt. Leider wird aber nur ein sehr kleiner Teil des Buches von Russell und Michael geschildert. Den Großteil wird erzählt von Finn mit Liebeskummer und von Dave mit Liebeskummer und von Roger mit Liebeskummer und von Max mit Liebeskummer und so weiter. Die ewigen Wiederholungen von Sehnsucht und unerwiderter Liebe haben mich echt gelangweilt. Vor allem, weil ich dadurch auch dann ständig über Finn und sein Liebesdrama lesen musste, wenn er nicht der Erzähler war. Denn, wie Max gegen Ende so schön sagt: „Und mal ehrlich: Wer ist – verdammt noch mal – eigentlich hier noch nicht in Finn verknallt?“ (S. 340) Ganz ehrlich, lieber Max, das habe ich mich auch gefragt.

Fazit
Jeder Aspekt in diesem Buch hat mir auf der einen Seite gefallen, auf der anderen aber auch nicht. Finns neue Fähigkeiten haben mich beeindruckt und mir imponiert, leider hat er unfassbar viel herumgejammert. Thomas ist eine faszinierende Figur, aber seine Geheimnisse hätten offensichtlicher kaum sein können. Es wird eine schlüssige Erklärung für die enorme Anziehung zwischen Finn und Dave geliefert, die vielen Sexszenen waren deshalb trotzdem nicht weniger nervtötend. Die Handlung war spannend und interessant, leider gab es davon aber nur wenig vor lauter Liebesdramen. „Die Anderen – Das Erbe erwacht“ hätte sehr viel mehr aus seinem Potenzial machen können, hat mich aber irgendwo trotzdem gefesselt und bekommt dafür drei Schreibfedern.

3 Federn

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