Dienstag, 10. Dezember 2019

[Rezension] Das verbotene Eden 1: David und Juna – Thomas Thiemeyer

[Rezension] Das verbotene Eden 1: David und Juna – Thomas Thiemeyer
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Titel: Das verbotene Eden – David und Juna
Autor: Thomas Thiemeyer
Verlag: PAN
Erscheinungsdatum: 22. August 2011
Einband: Hardcover
Seiten: 460
ISBN: 978-3-426283-60-8
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext
Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den „dunklen Jahren“ leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer ...


Einordnung
- David und Juna (in Neuauflage „Erwachen“; Teil 1)
- Logan und Gwen (in Neuauflage „Erkenntnis“; Teil 2)
- Magda und Ben (in Neuauflage „Entscheidung“; Teil 3)

Erster Satz
'Wenn unsere Welt zusammenbricht, dann schneller, als wir uns das im Moment ausmalen können.'
(Seite 9)

Rezension
Dieses Buch ist vom Konzept her ein ganz typisches, klassisches Jugendbuch. Im Klartext heißt das: Das Buch war unfassbar vorhersehbar. Der Autor verwendet die gleichen Tricks und Kniffe, die auch in unzähligen anderen Büchern verwendet werden, um dramatische Wendungen zu fabrizieren. Hätte ich noch nie ein Jugendbuch gelesen, hätten mich sowohl die Handlung als auch die Herkunft und die Schicksale vieler Charaktere vielleicht tatsächlich überraschen können. Aber jedem, der schon mehr als eine Handvoll Bücher gelesen hat, sollte klar sein, dass Figuren nicht tot sind, wenn es keine Leiche gibt. Und dass der Satz „Er ist dein-“ wohl kaum mit „Gärtner“ beendet werden wird. Und so weiter. Wenn aber einfach nur alle hinlänglich bekannten Tricks aneinander gehängt werden, und das nicht einmal sonderlich subtil, dann wundert es nicht, wenn das Buch alles andere als packend ist. Besonders schade ist es, dass die Spannungsbögen hier oftmals eine solche Wendung als Höhepunkt haben sollten, sodass diesem Buch die Spannung im Grunde komplett abgeht.

Ein weiterer Aspekt, der mir gar nicht gefallen hat, obwohl ich schon sehr geringe Erwartungen daran hatte, war die Liebesgeschichte. Sowohl der Titel als auch der Klappentext machen bereits deutlich, dass sich das Buch hauptsächlich darum dreht. Das ist absolut nicht mein Ding, aber ich hatte mich darauf eingerichtet. Tatsächlich wurde ich dann aber immer noch enttäuscht. Die Liebesgeschichte an sich hat überraschend wenig Platz eingenommen, weil zunächst aus dem Leben von Juna und David berichtet wird und sie sich erst nach knapp der Hälfte der Seiten treffen. Dafür muss dann anschließend alles umso schneller gehen. Juna ist sofort bereit, ihre Leute für David zu verraten. Und nach zwei Tagen beschließen sie, miteinander durchzubrennen. Nach zwei Tagen. Beim besten Willen, das treibt die Instant-Liebe auf die Spitze und war einfach nur unglaubwürdig.

In gewisser Hinsicht hat mir das Buch trotzdem gefallen. Es ließ sich locker lesen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Das ist vermutlich meiner Erwartungshaltung geschuldet: Ich hatte mit leichter, anspruchsloser Lektüre, mit relativ oberflächlichen Charakteren und mit einer rund um die ausführliche Liebesgeschichte aufgebauten Handlung gerechnet. Genau das habe ich auch bekommen, daher konnte ich das Buch gut nebenbei weglesen. Um es wirklich zu mögen, bin ich aber wohl inzwischen zu alt. Nichtsdestotrotz hat mir insbesondere die Idee sehr gut gefallen. Ich finde es sehr innovativ, die Gesellschaft nicht basierend auf dem individuellen Reichtum, sondern basierend auf dem Geschlecht auseinander brechen zu lassen. Diese binäre Denkweise mag in unserer Welt zwar nicht mehr zeitgemäß sein, aber in der dystopischen Welt des Buches passt es durchaus. Unter den dortigen Bedingungen verstehe ich auch, wie sich sowohl die Männer- als auch die Frauengemeinschaft rund um den jeweiligen Glauben neu formiert hat. Die grundlegenden Ideen in diesem Buch fand ich also durchaus interessant.

Fazit
Ich denke, ich bin zu alt und zu leseerfahren für dieses Buch. Ich fand es unfassbar vorhersehbar, weil es dieselben Wendungen verwendet wie die meisten anderen Jugendbücher auch. Außerdem ging die Liebesgeschichte noch schneller vonstatten als erwartet und war daher absolut unglaubwürdig. Dank meiner sehr niedrigen Erwartungen hat das Buch mich trotzdem ganz gut unterhalten und die grundlegende Idee hat mir sogar gefallen. „Das verbotene Eden – David und Juna“ war eine leichte, absolut durchschnittliche Lektüre, sodass ich drei Schreibfedern vergebe.

3 Federn

Kommentare:

  1. Hi Jenny,

    ich hab das Buch schon vor einiger Zeit gelesen und ich war leider auch nicht so wirklich überzeugt davon. Hab auch die Fortsetzungen dann nicht mehr gelesen...

    Ich hatte dann noch Die Chronik der Weltensucher des Autors probiert, aber auch da konnte mich Band 1 leider nicht wirklich überzeugen.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hey Aleshanee,

      wenn ich die Fortsetzungen nicht schon auf dem SuB hätte, würde ich sie wohl auch nicht lesen. Aber da das Buch dann doch ganz nette Unterhaltung nebenbei war, werde ich sie dieses Jahr lesen und nicht aussortieren.

      Ich habe "Evolution" ausprobiert von dem Autor und es hat mir auch nicht gefallen - da habe ich nach Band 1 abgebrochen. Es war mir einfach viel zu kindlich erzählt und stellenweise echt überdramatisiert. Na ja, mit manchen Autoren soll es wohl einfach nicht sein.

      Liebe Grüße zurück
      Jenny

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  2. Hallo Jenny, :)
    ich habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Da war ich noch nicht so kritisch wie heute, aber ich kann mir gut vorstellen, dass ich es heute ähnlich vorhersehbar fände wie du. Gerade das, was du über die Toten ohne Leichen schreibst, habe ich erst bei einem anderen Jugendbuch genau so erlebt und war am Ende überhaupt nicht überrascht, als der vermeintlich Tote wieder auftauchte. :D

    Trotzdem fand ich das Buch auch damals schon eher mittelmäßig, was bei mir aber an zu wenigen Erklärungen lag.

    Weil ich in deinem Kommentar oben gesehen habe, dass du die Folgebände noch lesen möchtest: Mir hat der zweite Band besser gefallen als der erste und den dritten Band fand ich von allen am besten und war sogar richtig begeistert.^^ Ich hoffe, dass das bei dir auch der Fall sein wird und dir die folgenden Bände mehr zusagen. :)

    Übrigens ging es mir mit Evolution auch so, dass es nicht so ganz mein Fall war. :D

    Liebe Grüße
    Marina

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    1. Hey Marina,

      irgendwie ist es schon schade, dass solche Tricks so vorhersehbar geworden sind. Es wäre eine richtige Überraschung, wenn man dann irgendwann später doch mal eine Leiche finden und sich herausstellen würde, dass die Person tatsächlich tot ist. xD

      Deine Meiung zu den Folgebänden macht auf jeden Fall Mut. :) Im September und Oktober sind sie für die SuB-Leichen-Challenge dran. Vielleicht ziehe ich sie aber auch vor, damit ich nicht alles vom ersten Band vergessen habe bis dahin. :D

      Liebe Grüße zurück
      Jenny

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    2. Hallo Jenny, :)
      ja, das wäre mal sehr originell. :D

      Diese Entscheidung kann ich gut nachvollziehen.^^ Ich bin gespannt und wünsche viel Spaß beim Lesen. :)

      Liebe Grüße
      Marina

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    3. Huhu ;)

      Danke, danke. Ich bin auch gespannt. :D

      Liebe Grüße
      Jenny

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