Freitag, 14. Februar 2020

[Rezension] Heartstopper Volume 3 – Alice Oseman

[Rezension] Heartstopper Volume 3 – Alice Oseman
zum Verlag

Titel: Heartstopper Volume 3
Autor: Alice Oseman
Verlag: Hodder
Erscheinungsdatum: 06. Februar 2020
Einband: Softcover
Seiten: 350
ISBN: 978-1-444952-78-0
Preis: 10,99 € [D]

Klappentext
Charlie didn’t think Nick could ever like him back, but now they’re officially boyfriends. Nick’s even found the courage to come out to his mum.
But coming out isn’t just something that happens once – there’s Nick’s older brother, and a school trip to Paris, not to mention all the other friends and family – and life can be hard, even with someone who loves you by your side. As their feelings get more serious, Charlie and Nick will need each other more than ever before.


Einordnung
- Volume 1
- Volume 2
- Volume 3
- Volume 4 (ET unbekannt)
- Volume 5 (ET unbekannt)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Ich muss gestehen, dass ich den dritten Band dieses wunderbaren Comics so wenig erwarten konnte, dass ich ihn schon online auf Alice Osemans Tumblr-Seite gelesen habe – dreimal im Monat, immer wenn sie ein paar neue Seiten gepostet hat. Ich konnte mich einfach nicht beherrschen. Dort wurde dann auch angekündigt, dass signierte Bücher bei Waterstones vorbestellt werden konnten. Tja, jetzt habe ich für 24 Euro (Versand war teurer als das Buch) eine aus Großbritannien importierte, signierte Ausgabe des dritten Bands im Regal stehen. Und ich bereue nichts! Auch beim wiederholten Lesen war das Buch einfach genial.

Der Schultrip nach Paris, bei dem diverse Sehenswürdigkeiten besichtigt und Regeln gebrochen werden, bietet wieder eine unterhaltsame Grundgeschichte. Da die Charaktere im Zuge dessen im Grunde ununterbrochen Zeit miteinander verbringen, gibt es zudem einiges über die Figuren zu lernen. Ein wichtiger Aspekt, wie könnte es auch anders sein in der Stadt der Liebe, ist die sexuelle Orientierung. Natürlich ist es nicht unbedingt realistisch, dass mehr oder weniger alle namentlich erwähnten Charaktere homo-, bi-, pan- oder transsexuell sind, aber darum geht es auch nicht. Durch die Vielzahl der queeren Charaktere bieten sich unterschiedlichste Herangehensweisen an das Thema. Es gibt Figuren, die sich selbst geoutet haben, solche, die von jemand anderem geoutet wurden, und solche, die gar nicht geoutet sind. Es gibt Charaktere, die sich schon immer darüber im Klaren waren, Charaktere, die es durch das erste Verliebtsein herausfinden, und mit dem in diesem Band neu auftretenden Lehrer auch solche Charaktere, die diesen Teil von sich selbst erst im Erwachsenenalter verstanden haben. Alice Oseman hat es geschafft, eine große Bandbreite von Möglichkeiten in einer einzigen Geschichte darzustellen und aufzuzeigen, dass es für jeden anders laufen kann.

Darüber hinaus erfolgt auch in diesem Buch wieder ein sehr sensibler Umgang mit schwierigen Themen. Dabei wirkt die Geschichte aber nicht überladen damit, weil sich alles ganz natürlich einfügt. So, wie mehr über das Liebesleben der Charaktere bekannt wird, fallen nebenbei auch andere Dinge auf, die bei den Figuren Gesprächsbedarf auslösen. (Und, sehr bemerkenswert: Die Charaktere folgen diesem Bedürfnis und sprechen tatsächlich miteinander darüber!) Beispielsweise wird differenzierter darauf eingegangen, welche Konsequenzen es für Charlie hatte, als er aufgrund seiner Homosexualität gemobbt wurde. Neben der Depression, die schon im vorherigen Teil angesprochen wurde, geht es diesmal auch um Schuld, Selbsthass, Selbstverletzung und Essstörungen. Diese Themen werden einfühlsam dargestellt und es wird adäquat damit umgegangen. Wie schon bei den vorherigen Bänden kann ich nur betonen, wie unfassbar wichtig es ist, all diese Themen für Jugendliche aufbereitet, in einer einfach zu erfassenden Art, als natürlichen Teil einer unterhaltsamen Geschichte zu besprechen. Dieser Comic ist ein Paradebeispiel dafür, wie es laufen sollte. Sowohl auf der Metaebene der Darstellung als auch auf Inhaltsebene der Figuren, um deren Leben es geht. Wenn ich irgendwann in den Genuss komme, Vierzehn- oder Fünfzehnjährige persönlich zu kennen, werde ich sicherstellen, dass sie alle diesen Comic lesen und verstehen.

Fazit
Der dritte Band der Comic-Reihe war wieder absolut genial. Der Schultrip nach Paris bildet eine unterhaltsame Grundgeschichte, in die sich die wichtigen Themen ganz natürlich einfügen. Diesmal wird aufgezeigt, wie individuell verschieden der Weg zur Erkenntnis über die eigene sexuelle Orientierung ist. Außerdem werden einfühlsam und adäquat wichtige Themen wie Selbsthass, Selbstverletzung und Essstörungen beleuchtet und bearbeitet. „Heartstopper Volume 3“ ist, wie auch der Rest der Reihe, ein Paradebeispiel dafür, wie Jugendlichen sensible Themen und der Umgang damit nahegebracht werden können, und bekommt dafür fünf Schreibfedern von mir.

5 Federn

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