Dienstag, 4. Februar 2020

[Rezension] Sherlock Holmes 4: Die Memoiren des Sherlock Holmes – Arthur Conan Doyle

[Rezension] Sherlock Holmes 4: Die Memoiren des Sherlock Holmes – Arthur Conan Doyle
zum Verlag

Titel: Die Memoiren des Sherlock Holmes
Autor: Arthur Conan Doyle
Verlag: Insel
Erscheinungsdatum: 26. November 2007
Einband: Softcover
Seiten: 356
ISBN: 978-3-458350-18-7
Preis: 10,00 € [D]

Klappentext
Wieder einmal glänzt der exzentrische Kriminologe Sherlock Holmes mit seinem analytischen Verstand und verblüfft dabei nicht nur seinen getreuen Freund Dr. Watson. Elf rätselhafte Kriminalfälle löst der Detektiv im vorliegenden Band. In der Erzählung Das letzte Problem kommt es zum finalen Kampf mit seinem Erzfeind Moriarty.


Einordnung
- Eine Studie in Scharlachrot (Teil 1; Roman 1)
- Das Zeichen der Vier (Teil 2; Roman 2)
- Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Teil 3; Kurzgeschichten 1)
- Die Memoiren des Sherlock Holmes (Teil 4; Kurzgeschichten 2)
- Der Hund der Baskervilles (Teil 5; Roman 3)
- Die Rückkehr des Sherlock Holmes (Teil 6; Kurzgeschichten 3)
- Das Tal der Angst (Teil 7; Roman 4)
- Seine Abschiedsvorstellung (Teil 8; Kurzgeschichten 4)
- Sherlock Holmes' Buch der Fälle (Teil 9; Kurzgeschichten 5)

Erster Satz
'“Ich fürchte, Watson, ich werde doch fahren müssen“, sagte Holmes, als wir eines Morgens zu unserem gemeinsamen Frühstück Platz nahmen.'
(Seite 3)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!

Den ersten Kurzgeschichtenband rund um Sherlock Holmes und Dr. Watson fand ich spannend und wurde oft von des Rätsels Lösung überrascht. Auf diese zweite Kurzgeschichtensammlung trifft das leider überhaupt nicht mehr zu. In fast allen Fällen wusste ich nicht nur, wer der Täter war, sobald die Sachlage geschildert wurde, sondern konnte oftmals sogar das Motiv erraten, bevor Sherlock Holmes auch nur eine einzige Deduktion vorgenommen hatte. Manchmal hatte ich das Verbrechen sogar schon durchschaut, noch bevor Dr. Watson Anzeichen einer Idee bei seinem Detektivkollegen feststellen konnte. Manchmal lag das daran, dass ich die Fälle aus der BBC Serie „Sherlock“ wiedererkannt habe; manchmal auch daran, dass ich das Gefühl hatte, dass es Standard-Verbrechen waren. Spannung und eifriges Rätselraten kamen in diesem Kurzgeschichtenband daher leider viel zu kurz. Immer wieder musste ich Pausen einlegen, weil das wenig zufriedenstellend war.

Nichtsdestotrotz war das Buch unterhaltsam. Ich kann mich nämlich tatsächlich sehr gut mit Sherlock Holmes' Bruder Mycroft vergleichen: Auch Mycroft Holmes weiß immer fast augenblicklich, wer der Täter war, oftmals mitsamt Motiv, doch er hat keine Energie, um ausreichend Beweismaterial zusammenzutragen, damit der Täter verhaftet werden kann. Diese Aufgabe übernimmt Sherlock Holmes mit seinen Deduktionen. Daher war es, auch wenn ich intuitiv immer die richtige Person verdächtigt habe, trotzdem noch interessant, welche Beweise gefunden wurden und wie Sherlock Holmes durch seine Deduktionen genug Material für ein Geständnis oder eine Verurteilung zusammengetragen hat.

Darüber hinaus hat mir gefallen, wie Dr. Watson zwar relativ wenig Anteil an der Lösung der Fälle hat, wenn nicht gerade die Begutachtung einer Leiche erforderlich ist, Sherlock Holmes dafür aber umso intensiver studiert. Die privaten Anmerkungen, die er zu ihm macht, haben mir gut gefallen. Tatsächlich sind das die Momente, in denen das Buch Emotionen transportiert hat. Die Zuneigung und die Bewunderung, die Dr. Watson für ihn empfindet, sind offensichtlich und herzerwärmend. Andere Momente, wenn von diversen Experimenten des Detektivs berichtet wird, bei denen Dr. Watson anschließend Körperteile in seiner Brotdose findet, sind witzig. Die letzte Geschichte, der berühmte Reichenbachfall, hat mich außerdem sehr berührt, auch wenn ich schon weiß, dass Doyle gezwungen war, dies zu revidieren. Über diese kleinen, manchmal nur in Nebensätzen auftauchenden Anmerkungen, habe ich mich jedenfalls immer gefreut.

Fazit
Diese zweite Kurzgeschichtensammlung rund um Sherlock Holmes und Dr. Watson war leider alles andere als spannend. Ich habe fast alle Verbrechen sehr früh durchschaut, manchmal sogar noch vor Sherlock Holmes selbst. Trotzdem war das Buch unterhaltsam, denn ich fand es interessant, mittels welcher Deduktionen genug Beweismaterial gefunden wurde. Außerdem haben mich die privaten Anmerkungen zur Freundschaft zwischen Holmes und Watson begeistert, weil sie verschiedenste Emotionen transportiert haben. „Die Memoiren des Sherlock Holmes“ musste ich in mehreren Etappen lesen, weil die Spannung fehlte, aber dann war das Buch unterhaltsam, sodass ich drei Schreibfedern vergebe.

3 Federn

0 Kommentare

Kommentar posten

Hinweise zum Datenschutz: Mit dem Verfassen eines Kommentars sowie dem Abonnement weiterer Kommentare stimmst du der Erhebung und Speicherung personenbezogener Daten (z. B. IP-Adresse) zu. Weitere Hinweise finden sich in der Datenschutzerklärung sowie der Datenschutzerklärung von Google.