Montag, 10. Februar 2020

[Rezension] Palace of Blood (4): Die Königin – C. E. Bernard

[Rezension] Palace of Blood (4): Die Königin – C. E. Bernard
zum Verlag

Titel: Palace of Blood – Die Königin
Autor: C. E. Bernard
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2019
Einband: Softcover
Seiten: 311
ISBN: 978-3-764532-33-8
Preis: 14,00 € [D]

Klappentext
Der Kampf um den englischen Thron ist entbrannt. Als der entrückte König den Befehl erteilt, Jagd auf seinen eigenen Sohn zu machen, greift die Königin zum Äußersten: Sie lässt ihren Mann ermorden und plant, anstelle des flüchtigen Kronprinzen selbst zu regieren. Robin hingegen wünscht sich nichts mehr, als in Frieden mit der Liebe seines Lebens zusammen zu sein. Mit Rea, der gefürchteten Magdalena. Mit Rea, der zukünftigen Königin. Mit Rea, die zum ersten Mal in ihrem Leben frei sein darf. Doch am Tag ihrer Vermählung wird Rea Opfer eines schrecklichen Anschlags – und der gläserne Palast verwandelt sich an einen Ort des Schreckens, des Verrats und des Blutes.


Einordnung
- Palace of Glass: Die Wächterin (Teil 1)
- Palace of Silk: Die Verräterin (Teil 2)
- Palace of Fire: Die Kämpferin (Teil 3)
- Palace of Blood: Die Königin (Teil 4)

Erster Satz
'Der erste Schuss ist der lauteste.'
(Seite 7)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!

Nachdem der dritte Band der Reihe mit einem enormen Cliffhanger endete, war ich sehr gespannt darauf, wie es im finalen Teil der Reihe weitergehen würde. Die Handlung setzt in derselben Sekunde wieder an, in der sie im vorherigen Band aufgehört hat. Dadurch entsteht direkt Spannung. Leider verläuft sich diese Spannung aber relativ bald, obwohl das Tempo der Geschichte sehr hoch ist. Es handelt sich fast schon um eine lose Szenensammlung, weil so viel Zeit zwischendurch übersprungen wird. Obwohl in diesen Szenen meist auch die Handlung vorangetrieben wird, konnte das Buch mich bald nicht mehr mitreißen.

Ein Grund dafür ist wohl, dass das Buch nicht nur von Rea erzählt wird, sondern auch von allen anderen wichtigen Figuren: Robin und Liam bekommen eine Stimme, Ninon auch, ebenso René, der Comte, Blanc, die Königin, Madame Hiver, George, der Fähnrich ... Ich habe nichts gegen viele Perspektiven einzuwenden, aber die einzelnen Figuren hatten dann doch nur sehr wenig Platz, um ihren Teil der Geschichte zu erzählen. Zwar sind die Charaktere alle bereits aus den vorherigen Teilen bekannt, aber durch Reas Augen erscheinen sie doch manchmal ganz anders als sie sind, sodass ich Zeit brauchte, mich an ihren veränderten Charakter zu gewöhnen.
Außerdem waren die Schilderungen wirklich extrem emotionslos. Es wird von Emotionen gesprochen, von Zorn, von Trauer, von Reue, von Vergebung. Erlebbar waren diese Emotionen aber fast gar nicht. Lediglich Blancs Zorn hat mich berührt, weil Wut die Emotion ist, bei der ich am schnellsten mitgerissen werde. Diese Emotionslosigkeit liegt wohl vor allem an der Formulierung. Alle Personen denken von sich selbst in der dritten Person. Sätze wie „Er muss mit ihr darüber reden, denkt Robin“ lassen extrem viel Distanz entstehen. Warum nicht „Ich muss mit ihr darüber reden, denkt Robin“? Diese zweite Option hätte viel mehr Nähe, Emotionen und Persönlichkeit transportiert. Stattdessen liest sich fast das gesamte Buch wie eine sachlich geschilderte Abfolge der Ereignisse. Erst denkt er dies, dann tut er jenes. Dass die Gedanken ebenso in der dritten Person geschildert sind wie der übrige Text, hat mich jedes Mal aus dem Lesefluss gerissen, weil es sich einfach falsch anhört.

Darüber hinaus hat sich mir nicht erschlossen, warum das Buch von allen wichtigen Personen gemeinsam erzählt werden muss. Durch die vielen Perspektiven wird natürlich der weitere Werdegang jeder einzelnen Person betrachtet. Würde dadurch die Geschichte jeder Figur zu einem runden Abschluss gebracht werden, hätte ich das verstanden. Tatsächlich ist das für einige Charaktere auch der Fall, bei anderen bleiben jedoch noch mehr Fragen offen als am Ende des dritten Bandes. An einer Stelle habe ich mich sogar gefragt, ob das die ganz und gar nicht subtile Überleitung zu einem Spin-Off sein soll. Aus diesem Grunde finde ich die Aufteilung und diese unzähligen Perspektiven überflüssig, denn wozu dient sie denn, wenn nicht dazu, jeder Figur ein rundes, abgeschlossenes Ende zu schenken? In Summe war die Entscheidung, das Buch nicht nur von Rea erzählen zu lassen, in meinen Augen leider ein absoluter Fehlgriff.

Fazit
Das Buch fängt spannend an, lässt dann aber leider ganz stark nach. Es ist mehr eine lose Szenensammlung, weil immer wieder viel Zeit übersprungen wird. Diese Szenen werden erzählt von einer Unmenge an Figuren, sodass jede Figur nur sehr wenig Platz für Schilderungen hatte. Diese waren zudem extrem emotionslos und distanziert. Es war trotz inhaltlicher Dramatik mehr eine sachliche Abhandlung. Außerdem bleiben trotz der vielen Perspektiven am Ende Fragen offen, sodass ich diesen Kunstgriff als absolut überflüssig empfinde. „Palace of Blood“ bringt die Haupthandlung zu Ende, hat mir aber handwerklich überhaupt nicht gefallen, sodass ich nur zwei Schreibfedern vergebe.

2 Federn

Ich bedanke mich beim Penhaligon Verlag für das Rezensionsexemplar.

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