Dienstag, 24. März 2020

[Rezension] Eragon 4: Das Erbe der Macht – Christopher Paolini

[Rezension] Eragon 4: Das Erbe der Macht – Christopher Paolini
zum Verlag

Titel: Eragon – Das Erbe der Macht
Autor: Christopher Paolini
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 19. November 2011
Einband: Hardcover
Seiten: 947
ISBN: 978-3-570138-16-8
Preis: 24,99 € [D]

Klappentext
Die Völker Alagaësias haben sich zusammengeschlossen und stehen bereit zum alles entscheidenden Kampf gegen Galbatorix, den grausamen Herrscher des Imperiums. Treue Freunde streiten an Eragons Seite, allen voran die wunderschöne Elfe Arya. Die bisher geschlagenen Schlachten haben den Gefährten zwar Siege beschert, aber auch schreckliche Verluste zugefügt. Und Eragon weiß, dass die größte Auseindersetzung noch vor ihnen liegt – wenn er und Saphira Galbatorix gegenüberstehen.
Unbezwingbar scheint der finstere Tyrann, denn er besitzt die Macht zahlloser Drachen, deren Seelenhort er an sich gerissen hat. Werden die Gefährten stark genug sein, gegen eine solche Kraft zu bestehen? Quälende Zweifel nagen an Eragon. Und helfen kann ihm nur eine alte Prophezeiung: Wenn alles verloren scheint, so heißt es, liegt Rettung im Verlies der Seelen ...


Einordnung
- Das Vermächtnis der Drachenreiter (Teil 1)
- Der Auftrag des Ältesten (Teil 2)
- Die Weisheit des Feuers (Teil 3)
- Das Erbe der Macht (Teil 4)

Erster Satz
'Saphira brüllte und die Soldaten vor ihr erzitterten.'
(Seite 23)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!

Vor dem Reread dieses Buches hatte ich ein bisschen Angst, weil ich einige negative Erinnerungen damit verbinde. Nachdem ich einmal angefangen hatte, wollte ich trotzdem ständig unbedingt weiter lesen. Dabei habe ich mit jeder Seite mehr auf das Ende zugesteuert, von dem ich wusste, dass es mich damals beim ersten Lesen total enttäuscht hat. Ich verbringe einfach zu gerne Zeit in Alagaësia. Deshalb hat mich der Großteil des Buches auch wieder begeistert. An einige Dinge konnte ich mich noch erinnern, auf die ich mich dann sehr gefreut habe und die mir nach wie vor gefallen haben. Die Handlung hat sich stetig weiterentwickelt, viele lose Enden und unbeantwortete Fragen wurden aufgegriffen und die Spannung stieg, je näher Eragon und seine Gefährten der Stadt Urû'baen kamen. Ich habe mich richtig gut unterhalten gefühlt, mit den Figuren gelitten oder mich mit ihnen gefreut. Die einzige Liebesgeschichte, die mich in dieser Reihe zum Mitfiebern bringt und die laute Anfeuerungsrufe von mir bekommt, hat mich ebenfalls wieder überzeugt. Fast 800 Seiten lang war es ein richtig gutes, super unterhaltsames, sehr fesselndes Buch. Und dann kam das Ende.

Schon mein sechzehnjähriges, ziemlich unkritisch lesendes Ich war nicht begeistert von vielen Auflösungen. Deshalb habe ich die ganze Zeit befürchtet, das Ende würde mir wieder diesen tollen finalen Band zerstören. Tatsächlich fand ich das Ende dann aber gar nicht so schrecklich wie ich es in Erinnerung hatte. Vielleicht liegt es daran, dass ich diesmal darauf vorbereitet war. Ich hätte es mir nach wie vor anders gewünscht, aber die bodenlose Enttäuschung ist ausgeblieben.

Dafür ist mir ein anderer Aspekt des Endes diesmal negativ ins Auge gesprungen. Üblicherweise enden Reihen mit dem Höhepunkt des letzten Buches. Mit dem finalen Kampf, wenn man so will. Danach folgen nur noch sehr, sehr wenige Kapitel. Oftmals wird sogar lediglich in einem Epilog zusammengefasst, welche Konsequenzen der Ausgang der Schlacht mit sich bringt und wie es weitergeht. Das ist hier nicht der Fall. Das große Finale, der Höhepunkt, der Kampf aller Kämpfe findet statt und dann sind immer noch fast 150 Seiten übrig. Darin wird detailliert erörtert, wie es weiter gehen soll, Logistik und Politik werden beschrieben, viele Entscheidungen sind zu treffen, eine Geburt steht noch aus und Dutzende andere Dinge, die ich nicht nennen kann, ohne zu spoilern. Auf der einen Seite unterscheidet sich das Buch dadurch deutlich von anderen Reihen, denn die Konsequenzen und die Zukunft werden in aller Ausführlichkeit behandelt und viele noch offene Fragen und Probleme werden gelöst. Auf der anderen Seite hat sich sämtliche Spannung aber im finalen Kampf entladen, sodass diese letzten Seiten sehr langatmig und ermüdend zu lesen waren. Möglicherweise liegt es auch daran, dass aufgrund der unfassbaren Masse an weiteren Entwicklungen viele Aspekte nur kurz oberflächlich angerissen und einige längere Zeitsprünge eingebaut werden. Tatsächlich lasen sich diese letzten 150 Seiten langsamer und anstrengender als die ganzen vorherigen 800 Seiten. In meinen Augen hat der Autor den Punkt verpasst, an dem er die Geschichte hätte beenden sollen.

Fazit
Der Großteil des Buches hat mich wirklich begeistert. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, habe mich über viele Dinge gefreut, bei einer Liebesgeschichte mitgefiebert, mit den Charakteren gelacht und gelitten und mich generell gut unterhalten gefühlt von diesem fesselnden Buch. Dann kam das Ende, an das ich sehr negative Erinnerungen hatte, weil es mich damals maßlos enttäuscht hat. Ich bin immer noch nicht zufrieden mit den Entwicklungen, fand sie aber nicht mehr so schrecklich wie damals. Dafür haben sich die vielen Kapitel nach dem finalen Kampf, in denen die Konsequenzen und die weitere Entwicklung der nächsten Monate beschrieben werden, nur sehr langatmig und ermüdend lesen lassen, weil der Spannungsbogen bereits beendet war. Mit den letzten ungefähr 150 Seiten von „Eragon: Das Erbe der Macht“ werde ich wohl nie warm werden, aber der Rest hat mir richtig gut gefallen, sodass ich trotzdem vier Schreibfedern vergebe.

4 Federn

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