Sonntag, 22. März 2020

[Rezension] Sherlock Holmes 6: Die Rückkehr des Sherlock Holmes – Arthur Conan Doyle

[Rezension] Sherlock Holmes 6: Die Rückkehr des Sherlock Holmes – Arthur Conan Doyle
zum Verlag

Titel: Die Rückkehr des Sherlock Holmes
Autor: Arthur Conan Doyle
Verlag: Insel
Erscheinungsdatum: 26. November 2007
Einband: Softcover
Seiten: 461
ISBN: 978-3-458350-19-4
Preis: 10,00 € [D]

Klappentext
Dr. Watson kann es kaum glauben: Sherlock Holmes, den alle für tot gehalten haben, steht plötzlich leibhaftig bei ihm im Zimmer. Und schon warten mehrere ungelöste Fälle auf die beiden... Dreizehn Kurzgeschichten mit vertrackten Fällen des Meisterdetektivs.


Einordnung
- Eine Studie in Scharlachrot (Teil 1; Roman 1)
- Das Zeichen der Vier (Teil 2; Roman 2)
- Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Teil 3; Kurzgeschichten 1)
- Die Memoiren des Sherlock Holmes (Teil 4; Kurzgeschichten 2)
- Der Hund der Baskervilles (Teil 5; Roman 3)
- Die Rückkehr des Sherlock Holmes (Teil 6; Kurzgeschichten 3)
- Das Tal der Angst (Teil 7; Roman 4)
- Seine Abschiedsvorstellung (Teil 8; Kurzgeschichten 4)
- Sherlock Holmes' Buch der Fälle (Teil 9; Kurzgeschichten 5)

Erster Satz
'Im Frühjahr 1894 wurde der Ehrenwerte Ronald Adair unter höchst ungewöhnlichen und unerklärlichen Umständen ermordet: Ganz London interessierte sich für diesen Fall, und die vornehme Welt war bestürzt.'
(Seite 3)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten fünf Teile enthalten!

Auf diese Kurzgeschichtensammlung war ich richtig neugierig, denn ich wollte unbedingt wissen, wie Sherlock Holmes den Sturz am Reichenbachfall überlebt hat. Die Auflösung war noch unspektakulärer als ich erwartet habe, aber nun weiß ich es immerhin. Die andere Geschichte, auf die ich mich sehr gefreut habe, ist „Die tanzenden Männchen“. Von dem Code, bei dem unterschiedlichen Strichmännchen den verschiedenen Buchstaben des Alphabets zugeordnet sind, hatte ich schon gehört. Ich finde es faszinierend, wie Holmes den Code entschlüsselt hat, auch wenn ich im Nachhinein selbst darauf hätte kommen können. Dass die verschiedenen Botschaften mit den Strichmännchenfolgen im Buch abgebildet sind, sodass ich sie konkret gesehen habe, hat mir auch gut gefallen. Tatsächlich hat die Geschichte mir richtig Lust darauf gemacht, einen solchen Code selbst zu entwickeln und zu nutzen.

Darüber hinaus ist mir in diesem Buch einmal mehr aufgefallen, welches Talent Doyle dafür hat, Personen, Orte und Begebenheiten detailliert darzustellen, obwohl die Geschichten jeweils nur wenige Seiten lang sind. Alle Fragen sind erschöpfend beantwortet und alle Deduktionen schlüssig erklärt, während gleichzeitig die Handlung in packender, aber nicht hektischer Geschwindigkeit abläuft. Dieser Balanceakt ist dem Autor jedes Mal aufs Neue wieder sehr gut gelungen.

Zu diesem Buch möchte ich außerdem erwähnen, dass ich diesmal nicht alle Auflösungen voraussehen konnte. Es gab nach wie vor einige Geschichten, bei denen ich den Täter noch schneller erraten hatte als Holmes, aber an anderen Stellen bin ich dafür komplett überrascht worden. Selbst die Fälle, in denen ich den Täter bereits entlarvt hatte, waren aber noch spannend, denn oftmals war mir das Motiv völlig unklar. Und selbst, wenn ich auch das Motiv erraten hatte, war es noch beeindruckend zu lesen, wie Holmes Beweise und Geständnisse herausgekitzelt hat. Er hat mit einer Selbstsicherheit spekuliert, die nicht nur manchen Beschuldigten davon überzeugt hat, er wüsste bereits alles.

Fazit
In dieser Kurzgeschichtensammlung gab es zwei Fälle, auf die ich mich explizit gefreut habe. Während die Auflösung des Reichenbachfalls dann sehr unspektakulär war, haben die tanzenden Strichmännchen mich so begeistert, dass ich am liebsten selbst einen eigenen Code entwickelt hätte. Darüber hinaus hält der Autor in jeder Geschichte perfekt die Balance zwischen angemessener Handlungsgeschwindigkeit und befriedigendem Detailgrad. Dass ich diesmal nicht alle Auflösungen vorhersehen konnte, hat das Buch zudem spannend und überraschend gemacht. „Die Rückkehr des Sherlock Holmes“ hat mich gut unterhalten und bekommt dafür vier Schreibfedern.

4 Federn

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