Samstag, 25. April 2020

[Rezension] Sherlock Holmes 8: Seine Abschiedsvorstellung – Arthur Conan Doyle

[Rezension] Sherlock Holmes 8: Seine Abschiedsvorstellung – Arthur Conan Doyle
zum Verlag

Titel: Seine Abschiedsvorstellung
Autor: Arthur Conan Doyle
Verlag: Insel
Erscheinungsdatum: 26. November 2007
Einband: Softcover
Seiten: 318
ISBN: 978-3-458350-20-0
Preis: 9,00 € [D]

Klappentext
Kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges beschließt Sherlock Holmes, »seine außergewöhnliche Kombination von intellektuellen und praktischen Fähigkeiten in den Dienst der englischen Regierung zu stellen«. Danach zieht er sich aufs Land in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Dr. Watson berichtet von der Abschiedsvorstellung des Sherlock Holmes sowie von sieben früheren Fällen des Meisterdetektivs.


Einordnung
Die Sammelausgabe gibt die Bücher in der folgenden Reihenfolge an, auch wenn die inhaltliche Chronologie nicht immer ganz stimmt:
- Eine Studie in Scharlachrot (Teil 1; Roman 1)
- Das Zeichen der Vier (Teil 2; Roman 2)
- Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Teil 3; Kurzgeschichten 1)
- Die Memoiren des Sherlock Holmes (Teil 4; Kurzgeschichten 2)
- Der Hund der Baskervilles (Teil 5; Roman 3)
- Die Rückkehr des Sherlock Holmes (Teil 6; Kurzgeschichten 3)
- Das Tal der Angst (Teil 7; Roman 4)
- Seine Abschiedsvorstellung (Teil 8; Kurzgeschichten 4)
- Sherlock Holmes' Buch der Fälle (Teil 9; Kurzgeschichten 5)

Erster Satz
'Die Freunde von Mr. Sherlock Holmes werden mit Genugtuung vernehmen, daß er nach wie vor gesund und munter ist, wenn ihm auch gelegentlich rheumatische Anfälle zu schaffen machen.'
(Seite 4)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten sieben Teile enthalten!

Langsam aber sicher fällt es mir schwer, in meinen Rezensionen zu den Sherlock Holmes Kurzgeschichtensammlungen noch etwas anzubringen, das ich nicht zu den vorherigen Sammelbänden schon gesagt habe. Denn die Bücher sind alle spannend und unterhaltsam, aber nicht einzigartig. Die Kurzgeschichten sind jeweils einfach zu kurz, um eine besondere Charakterentwicklung, einen mitreißenden Spannungsbogen, einen überraschenden erzählerischen Kniff oder Ähnliches beinhalten zu können. Mittlerweile habe ich so viele Geschichten um Holmes und Dr. Watson gelesen, dass ich beim Lesen immer noch begeistert bin, mich am Ende einer Sammlung aber schon kaum noch an die Geschichten erinnern kann, die daran vorkamen. Doyle schafft es, auf gleichbleibend hohem Niveau immer noch mehr neue Fälle zu erfinden und neue Details einzubauen, anhand derer Holmes Hergang, Motiv und Täter deduziert. Die Vielzahl seiner Ideen ist wirklich faszinierend. Schade, dass mir die Geschichten inzwischen trotzdem wie ein Massenprodukt vorkommen, in dem einzelne, geniale Ideen einfach untergehen. Mein Verständnis dafür, dass Doyle mit der Figur bereits in „Die Memoiren des Sherlock Holmes“ abschließen wollte und nur auf Druck der Leser weiter geschrieben, wächst.

Nichtsdestotrotz habe ich mich, während ich das Buch gelesen habe, wunderbar unterhalten gefühlt. Die Fälle waren interessant und ließen sich sehr angenehm lesen, sodass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen beendet habe. Es war wirklich wieder ein Lesevergnügen, gerade weil Dr. Watson in einigen Geschichten schon bei so vielen Fällen dabei war, dass er anfängt, selbst Deduktionen vorzunehmen. Jedes Mal ist er stolz auf seine Arbeit – bis Holmes kommt und ihm zeigt, dass seine Schlussfolgerungen keinen Sinn ergeben und die Hälfte aller Tatsachen außer Acht lassen. Einerseits tat mir Dr. Watson dabei ein wenig leid, andererseits hat das dem ganzen Buch eine überraschende Note Humor verliehen.

Fazit
Diese Kurzgeschichtensammlung war wieder spannend und unterhaltsam, auch wenn sie sich kaum von den vorherigen unterscheidet. Die Fälle haben mir ein großes Lesevergnügen bereitet, auch wenn es nur kurzweilig war, weil die Geschichten mittlerweile kaum noch bleibenden Eindruck hinterlassen. Während des Lesens ist es faszinierend, wie viele unterschiedliche Ideen Doyle hat und wie er sie auf gleichbleibend hohem Niveau erzählt, sodass ich gerne darüber hinwegsehe, dass ich mir aufgrund der Masse an Fällen mittlerweile kaum noch etwas merken kann. „Seine Abschiedsvorstellung“ hat mir ein paar angenehme Lesestunden beschert, sodass ich vier Schreibfedern vergebe.

4 Federn

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