Sonntag, 19. April 2020

[Rezension] Die sieben Königreiche 3: Die Königliche – Kristin Cashore

[Rezension] Die sieben Königreiche 3: Die Königliche – Kristin Cashore
zum Verlag

Titel: Die Königliche
Autor: Kristin Cashore
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 24. August 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 565
ISBN: 978-3-551582-68-3
Preis: 19,90 € [D]

Klappentext
Seit dem Tod ihres tyrannischen Vaters ist Bitterblue die alleinige Herrscherin eines ganzen Königreichs. Während sie langsam in ihre Aufgabe hineinwächst, muss sie sich unausweichlich der Vergangenheit stellen: Wer war ihr Vater, König Leck, wirklich? Was gehört zu den Lügengebäuden seiner Herrschaft und was ist tatsächlich die Wahrheit? Für ihre Nachforschungen schleicht sich Bitterblue Nacht für Nacht verkleidet aus dem Schloss, schließt unter falschem Namen ungewöhnliche Freundschaften in den Straßen und Wirtshäusern und verstrickt sich ihrerseits in ganz neue Lügen ...


Einordnung
- Die Beschenkte (Teil 1)
- Die Flammende (T
eil 2)
- Die Königliche (Teil 3)
Da die Bücher unterschiedliche Erzählerinnen haben, sind sie jeweils in sich abgeschlossen; dennoch enthalten die Folgebände Spoiler zu den Vorgängern.

Erster Satz
'Es muss wehtun, wenn er Mama so am Handgelenk packt und zum Wandbehang zerrt.'
(Seite 11)

Rezension
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Die ersten beiden Geschichten, die in den sieben Königreichen spielen, habe ich geliebt. „Die Beschenkte“ und „Die Flammende“ haben letztes Jahr zu meinen Jahreshighlights gezählt. Ich fand die Geschichten richtig spannend, die Handlung hat mich mitgerissen, die starken weiblichen Hauptfiguren konnten mich überzeugen und sogar die Liebesgeschichten mochte ich echt gern. Dementsprechend gefreut habe ich mich darauf, den dritten Band zu lesen, in dem es um die bereits in Teil 1 vorgestellte Bitterblue geht. Leider muss ich sagen, dass mich das Buch dann aber ziemlich enttäuscht hat. Es ließ sich genauso leicht und flüssig lesen wie die vorherigen Teile und der Anfang, in dem sich Bitterblue verkleidet aus dem Schloss schleicht, um ihre Stadt kennenzulernen, hat mich auch noch überzeugt. Dann hat es aber bald nachgelassen, sodass mich nicht einmal die Cameos der Figuren, die ich in den vorherigen Büchern geliebt habe, begeistern konnten.

Das größte Problem, das ich mit diesem Buch hatte, war vermutlich mein Problem mit den Figuren. Im Gegensatz zu Katsa und Fire, die mich mitgerissen haben, konnte ich mich mit Bitterblue nicht wirklich anfreunden. Ich kann nicht genau sagen, woran das gelegen hat, aber ich mochte sie einfach nicht so sehr. Gleiches gilt für Saf, ihr Love Interest. Während Bo und Brigan konsistent ausgearbeitete Beweggründe und Vergangenheiten hatten, war Saf oftmals einfach unfreundlich, gemein und verletzend, weil es ihm Spaß gemacht hat. Oder einfach aus Prinzip. Damit konnte er bei mir nicht punkten.
Hinzu kommt, dass Bitterblue und Saf meiner Meinung nach kaum Chemie hatten. Ihre Streits waren nicht feurig und voller Leidenschaft wie bei Katsa und Bo, sondern bockig und trotzig. Ihre vermeintliche Liebe, von der ich nichts gespürt habe, kam genauso aus dem Nichts wie der Kuss und der Sex. Es hat sich die ganze Zeit so angefühlt als hätte die Autorin die beiden zusammen gezwungen und nicht als würden sie zusammen gehören.

Je mehr ich in dem Buch gelesen habe, desto weniger konnte mich auch die Handlung begeistern. Am Anfang fand ich sie noch spannend, weil viele mysteriöse Aspekte angesprochen wurden. Bitterblues Ratgeber lügen sie offensichtlich an, einige Menschen scheinen den Verstand zu verlieren, eine Diebesbande stiehlt merkwürdige Dinge aus fragwürdigen Motiven. Das fand ich alles noch interessant, weil es mich neugierig gemacht hat.
Ungefähr ab der Mitte des Buches hat die Spannung aber nachgelassen, weil die Autorin es, meiner Meinung nach, übertrieben hat. Die undurchsichtigen Vorfälle betreffen nicht mehr nur einzelne Personen und es geht nicht darum, dass Bitterblue herausfinden muss, wem sie vertrauen kann und wem nicht. Es belügen sie einfach alle Leute ständig und bei allen Themen. Und das war irgendwie langweilig. Gegen Ende des Buches wird zwar erläutert, was die ganze Zeit geschehen ist und warum, aber in meinen Augen war die Umsetzung nicht gelungen. Die Spannung hat sich verlaufen und ich fand es zunehmend anstrengend, ständig nur angelogen zu werden und auf irgendwelche geistig völlig durchgeknallten Figuren zu treffen. Das Grundkonzept hinter dem dritten Teil gefällt mir gut, weil es viel mit der Aufarbeitung der 35 Jahre Schreckensherrschaft von König Leck zu tun hat, die am Königreich nicht spurlos vorbei gegangen ist, aber ich konnte leider mit der Umsetzung der Idee nicht viel anfangen.

Fazit
Das Buch ließ sich genauso flüssig lesen wie die beiden Vorgänger. Außerdem fand ich am Anfang die mysteriösen Ereignisse noch interessant. Leider hat die Spannung aber immer weiter nachgelassen, bis es regelrecht langweilig war. Gegen Ende fand ich das Buch zunehmend anstrengend. Die Idee mag ich zwar, aber die Umsetzung war in diesem Fall nichts für mich. Zudem mochte ich weder Protagonistin Bitterblue noch ihr Love Interest besonders gern. Die beiden hatten auch kaum Chemie und ihre Liebesgeschichte fühlte sich sehr erzwungen an. Am Anfang war „Die Königliche“ noch vielversprechend, dann hat mich das Buch aber enttäuscht, sodass ich nur drei Schreibfedern vergebe.

3 Federn

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