Montag, 18. Mai 2020

[Rezension] Battle Mage 2: Rückkehr des Drachen – Peter A. Flannery

[Rezension] Battle Mage 2: Rückkehr des Drachen – Peter A. Flannery
zum Verlag


Titel: Battle Mage – Rückkehr des Drachen

Autor: Peter A. Flannery
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 11. Mai 2020
Einband: Softcover
Seiten: 637
ISBN: 978-3-453320-59-8
Preis: 15,99 € [D]


Klappentext

Noch immer tobt in den Sieben Königreichen von Grimm ein schrecklicher Krieg zwischen den Menschen und der übermächtigen Armee der Besessenen. Um das Blatt zugunsten der Menschen zu wenden, wagt der junge Kampfmagier Falco Dante ein ebenso kühnes wie verzweifeltes Unterfangen: Er will einen schwarzen Drachen beschwören und auf ihm in die alles entscheidende Schlacht gegen die Besessenen ziehen. Doch schwarze Drachen sind wahnsinnig, das weiß Falco besser als jeder andere, schließlich wurde sein eigener Vater von einem getötet. Dann stößt Falco auf ein Geheimnis, das tief in der Vergangenheit der Sieben Königreiche von Grimm verborgen liegt und das die schwarzen Drachen in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt ...

[ Heyne ]


Einordnung

Im Englischen handelt es sich um einen Einzelband, im Deutschen wurde dieser in zwei Bücher aufgeteilt. Daher empfehle ich, beide unmittelbar hintereinander zu lesen, weil es in Band 2 keinerlei Wiederholung oder Rückblick auf die bisherigen Ereignisse gibt.

- Kampf der Magier (Teil 1)
- Rückkehr des Drachen (Teil 2)


Erster Satz

'Trotz Aurelinas Beharrlichkeit und Merediths Geduld gelang es Falco nicht, hinsichtlich magischer Angriffe irgendeinen Fortschritt zu machen.'
(Seite 15)


Rezension

Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

In der Rezension zum ersten Band habe ich gesagt, dass ich Angst vor diesem zweiten Teil habe. Ich hatte befürchtet, dass einige liebgewonnene Charaktere sterben und ich deshalb wie ein Schlosshund heulen würde. Jetzt habe ich das Buch gelesen und muss sagen: Es war sogar noch schlimmer. Schon im ersten Band gab es, unabhängig von den Toten, berührende Szenen, die mich eiskalt erwischt und mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Der zweite Teil aber hat mich so mitgenommen, dass ich mich in meinem Zimmer eingeschlossen habe, damit niemand sieht, wie ich mir die Augen aus dem Kopf heule. Kein Witz. Ich kann mich nur an ein Buch erinnern, bei dem ich annähernd ähnlich oft geweint habe. Bezeichnenderweise waren die Situationen, in denen Figuren gestorben sind, sogar die harmloseren. Das Buch ist einfach mit so ergreifenden Beschreibungen gefüllt, dass ich ständig Gänsehaut hatte. Die Geschichte hat mich berührt und bewegt und mitgerissen und begeistert, selbst bei vermeintlich unspektakulären Szenen, weil die Intensität der Atmosphäre ausgereicht hat, um einen Kloß in meinem Hals zu verursachen.

Am allermeisten gepackt haben mich die zahlreichen Kämpfe und Schlachten. Insbesondere der Endkampf war so gigantisch und episch – im Grunde ist es Blasphemie, das zu sagen, aber ich habe mit dem finalen Kampf in „Battle Mage“ tatsächlich eine Schlacht gefunden, die selbst „Helm's Deep“ und „The Ride of the Rohirrim“ in den Schatten stellt. Und zwar hauptsächlich durch den ständigen Wechsel des Fokus. Peter A. Flannery hat eine perfekte Mischung aus detaillierten Schilderungen und Gesamtüberblicken geschaffen. Es werden Bewegungen und Schwertstreiche einzelner Personen in ihren Zweikämpfen mit dem Gegner beschrieben, wodurch Spannung und Dramatik aufkommt, wenn die Personen verletzt werden oder erkennen, dass sie auf verlorenem Posten kämpfen. Im Anschluss werden nahtlos durch die Augen einer anderen Person ganze Truppenbewegungen verfolgt. Der Autor hat sehr viel Wert darauf gelegt, dass nicht nur Menschen gegen Besessene kämpfen. Stattdessen beschreibt er Taktik und Manöver von leichter und schwerer Reiterei, Speerträgern, Bogenschützen etc. Und insbesondere diese Manöver sind es, durch die die Schlachten unbeschreiblich episch werden. Allein der Gedanke daran, wie die schwere Reiterei in einem lebensgefährlichen Manöver in vollem Galopp durch die Reihen der Bogenschützen prescht, woraus ohne blindes Vertrauen, absolute Kontrolle und perfekte Harmonie ein Blutbad werden würde, beschert mir schon wieder Gänsehaut und lässt mir vor Ergriffenheit Tränen in die Augen schießen. (Nun gibt es zwei Bücher, bei denen ich während des Schreibens der Rezension in Tränen ausgebrochen bin: Battle Mage 1 und Battle Mage 2.) Das gesamte Buch ist so bildgewaltig geschrieben, dass es die ganze Zeit wie ein richtig packender, krasser Schlachtenfilm, der mit Taktik überzeugt statt mit Blut, vor meinem inneren Auge ablief.

Obwohl der Krieg und die damit einhergehenden Kämpfe einen Großteil des Buches einnehmen, hat der zweite Teil von „Battle Mage“ auch wieder vielfältige und abwechslungsreiche Handlung zu bieten: Schließlich ist Falco offiziell noch kein Kampfmagier, Meredith ist dem großen Geheimnis, das vor ihm verborgen wird, noch nicht auf die Spur gekommen, die Königin muss sich immer noch dagegen wehren, gestürzt oder verheiratet zu werden, und das Problem mit den schwarzen Drachen besteht weiterhin. Ich habe total gebannt die unterschiedlichen Handlungsstränge verfolgt; auf der einen Seite neugierig, welche Geheimnisse offenbart werden würden, auf der anderen Seite mit den Nerven am Ende, wenn ich aufgrund zwischenzeitlicher Perspektivwechsel auf die Antagonisten genau wusste, dass die Figuren gerade in eine Falle laufen. Ich mochte wirklich sehr, wie die vielen kleinen Geschichten, die das Buch erzählt, nach und nach zu einer beeindruckende, grandiosen Gesamthandlung verschmolzen sind.


Fazit

Dieser zweite Band steht dem überragenden ersten Teil in nichts nach. Die ergreifenden Beschreibungen und die mitreißende Atmosphäre haben mich so mitgenommen, dass ich unfassbar viel geheult habe beim Lesen. Ich habe nie epischere, bildgewaltigere Schlachten mit einer perfekteren Mischung aus Detailreichtum und Gesamtüberblicken gesehen. Und auch die übrige vielfältige, abwechslungsreiche Handlung habe ich gebannt und neugierig verfolgt. Die vielen Puzzleteile sind in „Battle Mage – Rückkehr des Drachen“ zu einem grandiosen Gesamtbild verschmolzen, für das ich alle fünf Schreibfedern vergebe.

5 Federn

Ich bedanke mich beim Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

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