Dienstag, 26. Mai 2020

[Rezension] Weltenwanderer 3: Die Beschwörung des Lichts – V. E. Schwab

[Rezension] Weltenwanderer 3: Die Beschwörung des Lichts – V. E. Schwab
zum Verlag


Titel: Die Beschwörung des Lichts

Originaltitel: A Conjuring of Light (engl.)
Autor: V. E. Schwab
Übersetzer: Petra Huber
Verlag: TOR
Erscheinungsdatum: 25. April 2018
Einband: Softcover
Seiten: 716
ISBN: 978-3-596296-34-7
Preis: 12,00 € [D]


Klappentext

»Wie tötet man einen Gott?« Diese Frage stellen sich Lila und Kell, als die Dunkelheit ihre Heimat, das Rote London, erfasst. Osaron, die finsterste Ausgeburt des Schwarzen London, hat in kurzer Zeit die Macht in der Stadt an sich gerissen. Und er möchte vor allem eins: verehrt werden. Selbst die stärksten Magier des Reiches kommen nicht gegen ihn an, also schmieden Kell und Lila einen verzweifelten Plan. Zusammen mit dem von seiner Familie verstoßenen Piraten Alucard Emery und dem zwielichtigen Antari Holland machen sie sich auf die Suche nach einem magischen Artefakt, das selbst Osaron in die Schranken weisen kann.

[ TOR ]

Einordnung

- Vier Farben der Magie (Teil 1)  
- Die Verzauberung der Schatten (Teil 2)  
- Die Beschwörung des Lichts (Teil 3)


Erster Satz

'Delilah Bard – Diebin von Kindesbeinen an, seit kurzem Magierin und hoffentlich bald Piratin – rannte, so schnell sie nur konnte.'
(Seite 10)


Rezension

Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Obwohl es eineinhalb Jahre her ist, dass ich den zweiten Band der Reihe gelesen habe, hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten dabei, wieder in die Geschichte einzutauchen. Von der ersten Seite an hat sich alles so vertraut angefühlt als hätte ich den zweiten Teil erst gestern beendet. Vielleicht liegt es daran, dass das Buch genau dort, mitten in der fesselnden, dramatischen Szene, ansetzt, wo der vorherige Band aufgehört hat. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich die Charaktere so unfassbar liebe, dass eineinhalb Jahre längst nicht ausreichen, um zu vergessen. Auf jeden Fall hat es sich, obwohl es schon auf den ersten Seiten um Leben und Tod geht, angefühlt wie nach Hause zu kommen.

Dieses Gefühl hat sich auch dann gehalten, als die Geschichte sich beruhigt hat. Wie schon der vorherige Band ist auch „Die Beschwörung des Lichts“ kein actiongeladenes Buch. Tatsächlich könnte es, wenn ich es rein mit Blick auf die Handlung betrachte, locker auf die Hälfte, wenn nicht sogar ein Drittel eingestampft werden. Wer Geschichten mit hohem Tempo bevorzugt, wird mit diesem Buch also nicht glücklich werden, denn V. E. Schwab lässt sich wirklich sehr viel Zeit. Viele Situationen werden aus mehreren Perspektiven geschildert, es werden kurze Nebenhandlungsstränge abgespalten und mehrfach gibt es Rückblicke in die Vergangenheit verschiedener Figuren. All das führt dazu, dass relativ wenig Handlung auf sehr viele Seiten gestreckt wird. Mir persönlich hat das in diesem Fall sehr gefallen, denn mehr Seiten bedeuteten mehr Zeit mit den Charakteren. Die Handlung selbst war, obwohl interessant, gut durchdacht und innovativ, für mich eher zweitrangig in diesem Buch.

Tatsächlich fußt meine Liebe zu dieser Reihe hauptsächlich auf meiner Liebe zu den Charakteren. Es war auch in diesem Band wieder richtig schön, einfach ein wenig Zeit mit den Figuren zu verbringen. Wenn ich mich mit Freunden treffe, muss auch nicht immer Action herrschen, wir können stattdessen auch gemütlich beisammen sitzen und uns stundenlang unterhalten. Dieses Gefühl hat das Buch vermittelt. Ich habe die Gesellschaft von Lila, Kell, Rhy und Alucard einfach in vollen Zügen genossen, unabhängig davon, womit sie sich gerade beschäftigt haben. Deshalb hat mich das Ende auch ziemlich wehmütig zurückgelassen. Normalerweise habe ich keine Schwierigkeiten damit, ein Buch zu beenden, aber diesmal hat mich der Book Hangover echt hart erwischt. Vermutlich ist das der Tatsache geschuldet, dass nicht nur ich mich von der Reihe verabschieden musste, sondern auch Charaktere innerhalb der Geschichte einander Lebewohl sagen. Diese Parallelen haben alles verstärkt und mich echt mitgenommen. Zwar sind es alles nur Abschiede auf Zeit, aber ich bin trotzdem traurig, weil ich die Geschichte und die Figuren so sehr ins Herz geschlossen habe. Am liebsten würde ich jetzt schon wieder von vorne anfangen.


Fazit

Dieses Buch zu lesen war wie nach Hause zu kommen. Es hat sich von Anfang an alles vertraut angefühlt. Ich habe es in vollen Zügen genossen, einfach Zeit mit den Charakteren zu verbringen, sodass das Beenden der Reihe mich wehmütig zurücklässt. Die Handlung war wieder interessant und innovativ, für mich aber tatsächlich zweitrangig, denn für mich lebt das Buch von den Figuren. „Die Beschwörung des Lichts“ hat mir schöne Lesestunden und einen ziemlichen Book Hangover beschert, wofür ich alle fünf Schreibfedern vergebe.


5 Federn

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