Donnerstag, 30. Juli 2020

[Kurzmeinungen des Monats] Neon Birds | Cyber Trips | Tauben im Gras | Feuer in Atlantis


    Neon Birds (1) – Marie Graßhoff

    Titel: Neon Birds
    Originaltitel: -
    Autor: Marie Graßhoff
    Übersetzer: -
    Verlag: Lübbe
    Genre: Science Fiction – Cyberpunk
    Erscheinungsdatum: 27. November 2019
    Einband: Softcover
    Seiten: 460
    ISBN: 978-3-404200-00-9
    Preis: 15,00 € [D]



Klappentext

Es ist das Jahr 2101. Ein außer Kontrolle geratener technischer Virus verwandelt Menschen in hyperfunktionale Cyborgs, sogenannte Mojas, die dem Willen der künstlichen Intelligenz KAMI gehorchen. In Sperrzonen eingepfercht, werden sie von Supersoldaten bekämpft, die man weltweit als Stars feiert.

Doch als es den Mojas gelingt, die Mauern der Sperrzonen zu durchbrechen, entflammt ein erbitterter Krieg um das Überleben der Menschheit. Und während der Kampf zwischen Menschlichkeit und Technologie hin und her wogt, versuchen vier junge Erwachsene, den Untergang ihrer Zivilisation zu verhindern ...


Kurzmeinung

Viele Stimmen haben diesen Reihenauftakt als Highlight angepriesen und dem kann ich nur zustimmen. Ich fand die Cyberpunk-Welt absolut faszinierend, vor allem, weil die Künstliche Intelligenz gar nicht wirklich als solche geplant war, sondern eigenständig gelernt hat, lernfähig zu sein, und dann mehr gelernt und sich weiter entwickelt hat als sie sollte. Außerdem mochte ich die Charaktere und die Art, wie die Autorin sie ausgeführt hat, total gern. Beispielsweise hat mich richtig begeistert, dass Okijen nicht nur Andra fragt, ob er für sie da sein darf, sondern sich auch Gedanken darüber macht, ob er selbst psychisch momentan ausgeglichen genug ist, um sich um jemand anderen zu sorgen. Das Thema psychische Gesundheit hat die Autorin subtil, aber sehr sensibel umgesetzt. In Summe hat mich das Buch so begeistert, dass ich den zweiten Band direkt hinterher verschlungen habe.



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    Cyber Trips (2) - Marie Graßhoff

    Titel: Cyber Trips
    Originaltitel: -
    Autor: Marie Graßhoff
    Übersetzer: -
    Verlag: Lübbe
    Genre: Science Fiction – Cyberpunk
    Erscheinungsdatum: 29. Mai 2020
    Einband: Softcover
    Seiten: 440
    ISBN: 978-3-404209-67-5
    Preis: 15,00 € [D]



Klappentext

Es ist das Jahr 2101. Die Menschheit führt einen verzweifelten Kampf gegen eine außer Kontrolle geratene Künstliche Intelligenz namens KAMI. Bestehend aus einem Schwarm von Nanocomputern, befällt KAMI wie ein Virus Menschen und verwandelt sie in hyperfunktionale Cyborgs, sogenannte Moja. Um sie auszuschalten, hat die Weltregierung eine Bombe abgeworfen. Doch KAMI überlebte – ein herber Rückschlag.

Sofort tritt ein Notfallplan in Kraft, und Millionen von Menschen werden evakuiert. Während auf der ganzen Welt nach einem Heilmittel gegen das technologische Virus geforscht wird, versucht die Kämpferin Andra hingegen Kontakt mit KAMI aufzunehmen – überzeugt davon, dass das Programm eine Persönlichkeit entwickelt hat ...


Kurzmeinung

Der zweite Band der „Neon Birds“ Reihe hat mir nicht ganz so gut gefallen wie der erste Teil, aber das Buch war wieder rasant und fesselnd. Ich mag die Figuren so gerne, dass ich nicht nur mit ihnen gebangt habe, sondern vor allem um ihr Leben. Außerdem hat mich berührt, wie eng die Bindung zwischen einigen von ihnen ist und wie weit sie gehen würden, um einander zu retten. Gefallen hat mir auch, dass das Buch zunehmend komplexer wurde, weil nicht mehr nur die Menschheit gegen KAMI kämpft, sondern auch innerhalb des Militärs Konflikte entstehen, die nicht mehr nur mit Worten ausgetragen werden.

Diesmal fand ich allerdings einige Dinge vorhersehbar, insbesondere das Ende. Für mich waren die Andeutungen nicht subtil genug. Und auch die Liebesgeschichte fand ich ein wenig überstürzt. Zwar handelt es sich mittlerweile um Band 2, aber das ändert nichts daran, dass die beiden Figuren sich erst sehr kurz Zeit kennen.



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    Tauben im Gras - Wolfgang Koeppen

    Titel: Tauben im Gras
    Originaltitel: -
    Autor: Wolfgang Koeppen
    Übersetzer: -
    Verlag: Suhrkamp
    Genre: Roman – Nachkriegsliteratur
    Erscheinungsdatum: 07. Januar 1974
    Einband: Softcover
    Seiten: 228
    ISBN: 978-3-518371-01-5
    Preis: 8,00 € [D]



Klappentext

'Für das allerwichtigste Buch von Koeppen halte ich den herrlichen Roman Tauben im Gras, veröffentlicht 1951 und nach wie vor viel zuwenig bekannt. Wer diesen Roman nicht gelesen hat, der solle nicht glauben, er kenne die deutsche Literatur nach 1945.' - Marcel Reich-Ranicki


Kurzmeinung

Das Buch ist stilistisch absolut beeindruckend. Vor allem die vielen Synonyme und bildhaften Umschreibungen, die sich auseinander entwickeln und in freien Assoziationsketten aneinander gefügt werden, haben für einen ganz eigenen, dynamischen Leserhythmus gesorgt. Ich mochte auch die fließenden Übergänge zwischen den Perspektiven und deren Verknüpfung über unvollständige Sätze oder identische Worte. Außerdem hat mir die starke Verflechtung der Perspektiven, indem die Figuren sich wechselweise begegnen, gefallen.

Insgesamt war das Buch sprachlich aber so komplex, dass es sehr viel Konzentration erfordert hat und wirklich anstrengend zu lesen war. Da es sich um willkürliche Einblicke in die Leben zufällig gewählter Personen handelt, fühlte sich die Geschichte zudem ziellos an, auch wenn das Ziel, das München der Nachkriegszeit zu analysieren und die Gegebenheiten aufzuzeigen, durchaus erreicht wird.



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    Tom O'Donnell 1: Feuer in Atlantis - Marco Sonnleitner

    Titel: Tom O'Donnell 1 – Feuer in Atlantis
    Originaltitel: -
    Autor: Marco Sonnleitner
    Übersetzer: -
    Verlag: Wißner
    Genre: ab 10 – Fantasy
    Erscheinungsdatum: 2002
    Einband: Hardcover
    Seiten: 344
    ISBN: 978-3-896393-28-6
    Preis: nicht mehr zu erwerben



Klappentext

Der 11-jährige Tom stürzt bei einem mysteriösen Unfall über die Klippen von Santorin ins Meer und findet sich in der fantastischen Unterwasserwelt Nautaquia wieder. Obwohl alles um ihn herum völlig unglaublich erscheint, muss Tom bald einsehen, dass seine alte Welt nur eine von vielen ist und noch dazu ganz anderen Gesetzen unterliegt, als er bisher dachte. Schließlich gelangt er in die sagenumwobene Stadt Atlantis – wo abenteuerliche Gefahren schon auf ihn warten ...

[ Wißner ]


Kurzmeinung

Das Buch habe ich als Kind gelesen und sehr gemocht. Beim Reread hat es mir immer noch gut gefallen. Es beinhaltet eine fantastische Welt mit einer Menge interessanter Wesen, die über die bekannten Feen, Gnome und Meerjungfrauen hinausgehen. Zudem ist es stellenweise wirklich witzig, weil es lustige Erklärungen für Dinge wie beispielsweise Vulkanausbrüche gibt, die mit der Realität absolut nichts zu tun haben. Spannend ist die Geschichte auch, da viele Vorhaben des Protagonisten schief gehen und es in der Folge gefährlich wird.

Ich muss aber auch sagen, dass sich die Figuren teilweise widersprüchlich verhalten. Ich würde das Buch ab 10 Jahren empfehlen, allerdings handeln insbesondere die Bösen für Leser dieses Alters schon fast wieder zu unrealistisch und wenig intelligent.


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