Montag, 7. September 2020

[Rezension] Die Seiten der Welt 2: Nachtland – Kai Meyer

zum Verlag


Titel: Die Seiten der Welt - Nachtland

Originaltitel: -
Autor: Kai Meyer
Übersetzer: -
Verlag: FJB
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 591
ISBN: 978-3-841421-66-1
Preis: 19,99 € [D]


Klappentext

Immer tiefer dringt Furia in die magische Welt der Bücher vor. Das phantastische Reich mit seinen uralten Bibliotheken und Geschichten wird von den tyrannischen Drei Häusern regiert. Von einem geheimen Ort aus, dem Sanktuarium, herrschen sie über die Geschicke aller Bibliomanten und Exlibri. Doch Furia und ihre Gefährten leisten Widerstand. Um ihre Welt von den Unterdrückern zu befreien, begeben sie sich auf die gefährliche Suche durch die verborgenen Refugien nach dem Zentrum der Macht – und stoßen auf das größte Geheimnis der Bibliomantik.


Einordnung

- Die Seiten der Welt (Teil 1) 
- Nachtland (Teil 2)
- Blutbuch (Teil 3)


Erster Satz

'Schon seit Wochen roch Furia nach Büchern: Sie war auf dem besten Weg, eine erstklassige Bibliomantin zu werden.'
(Seite 9)


Rezension

Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!


Der zweite Band der Reihe war definitiv kein typischer Mittelteil, sondern richtig spannend! Das lag vor allem an den Perspektivwechseln, von denen es viele gibt, weil die Hauptfiguren auf unterschiedlichen Missionen unterwegs sind. Zwar wird nicht nach jedem Kapitel zu einem anderen Handlungsort gesprungen, aber oftmals an dramatischen Stellen, sodass gemeine Cliffhanger entstanden sind. Die haben mich durch die Seiten fliegen lassen, weil ich wissen wollte, wie es weiter geht. Das betrifft sowohl die Handlungsstränge, über die ich als Leser im Umwissenden gelassen wurde, als auch diejenigen, in denen ich die Zusammenhänge kannte und zusehen musste, wie die ahnungslosen Figuren ins Verderben rennen.

Außerdem hat das Buch eine Menge sehr sympathischer Charaktere zu bieten. Einige von ihnen, wie der Südstaaten-Exlibro Patience, haben größere Rollen, andere, wie der Diener James, tauchen nur wenige Male auf, doch ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn ich über einen von ihnen lesen durfte. Ich erfahre immer gern mehr über Figuren, die ich mag. Dazu gehört zwar, abgesehen von Isis, noch immer niemand von den Hauptfiguren, aber das macht die Fülle an tollen Nenenfiguren mehr als wett. Bezüglich Furia fand ich zumindest interessant, dass sie sich damit auseinander setzen muss, wie sich die Bibliomantik durch ihren Eingriff im vorherigen Band verändert. Dass ihr und mir langsam klar wurde, welche Konsequenzen es hat, dass sie in der Vergangenheit herumgepfuscht hat.


Im Gegensatz zum vorherigen Band fand ich diesmal auch die vielen parallel laufenden Konflikte gelungen. Hat es mich im letzten Teil noch völlig verwirrt, hatte ich jetzt einen besseren Überblick über die Welt und die Situation. Dadurch konnte ich bewusst wertschätzen, dass es in dieser Reihe nicht nur zwei Gruppen, Akademie und Rebellen, gibt, die einander gegenüber stehen. Stattdessen gibt es innerhalb der Rebellengruppe Streit, innerhalb der Akademie intrigiert jeder gegen jeden und von außerhalb gibt es mindestens zwei weitere tödliche Bedrohungen. Die Komplexität der Geschichte ist diesmal aber so gelungen, dass ich gebannt verfolgt habe, wer seine Ziele erreicht und wie lange der Triumphzustand anhält, bevor jemand anderes die Situation als Sprungbrett benutzt, um seine eigenen Vorhaben zu verwirklichen.


Fazit

Dieser Band war kein typischer Mittelteil, sondern hat mir sogar besser gefallen als der erste Teil. Durch Perspektivwechsel in dramatischen Situationen war die Geschichte fesselnd. Außerdem sind viele tolle Nebenfiguren aufgetaucht, von denen ich gerne gelesen habe. Besonders gelungen fand ich diesmal auch die Komplexität der Geschichte, in der es nicht nur zwei Konfliktparteien gibt, sondern noch so viel mehr. "Die Seiten der Welt: Nachtland" war eine überzeugende Fortsetzung und bekommt dafür vier Schreibfedern.



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